Dienstag 24. Februar 2026

4 Jahre Ukraine-Krieg: Ökumenisches Friedensgebet in Linz

Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar finden in mehreren österreichischen Städten kirchliche Gedenkveranstaltungen statt. In Linz wird am 24. Februar 2026 um 17.30 Uhr in der Ignatiuskirche/Alter Dom um Frieden gebetet.

Am 24. Februar 2026 ist es vier Jahre her, seit der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind weiterhin rund 5,7 Millionen ukrainische Flüchtlinge außerhalb des Landes registriert, hinzu kommen Millionen Binnenvertriebene. Auch 2026 seien laut Vereinten Nationen mehr als zehn Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

 

Papst Leo XIV. hat am Sonntag, 23. Februar 2026 ein sofortiges Ende des Krieges gefordert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz formulierte er einen Friedensappell und rief: "Wie viele Opfer, wie viele zerstörte Leben und Familien! Wie viel Zerstörung, wie viel Leid!"

Der Krieg ziehe eine Spur des Todes, der Zerstörung und der Schmerzen hinter sich, die Generationen prägen werde. Deshalb könne der Frieden "nicht weiter aufgeschoben werden", nötig seien "verantwortliche Entscheidungen", so der Papst vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz. "Die Waffen sollen schweigen, die Bombardierungen aufhören!"

Um zum Frieden zu gelangen, müsse "ohne Verzögerung" ein Waffenstillstand angestrebt werden. Ferner sei eine "Stärkung des Dialogs" nötig, um einen Weg zum Frieden zu finden. Die Christen in aller Welt rief der Papst abschließend zum Gebet auf "für das gequälte ukrainische Volk und für alle, die unter diesem Krieg leiden".

 

 

Gedenkveranstaltungen und Friedensgebete in Linz und ganz Österreich

 

Anlässlich des 4. Jahrestags des russischen Überfalls auf die Ukraine finden in mehreren österreichischen Städten kirchliche Gedenkveranstaltungen und Friedensgebete statt.

 

In Linz wird am Dienstag, 24. Februar um 17.30 Uhr im Alten Dom / Ignatiuskirche ein ökumenisches Friedensgebet mit Bischof Manfred Scheuer abgehalten. Gestaltet wird es von der Gemeinde der Seelsorgestelle "Hl. Josaphat" der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche im Gebiet der Diözese Linz.
 

„Wir möchten der Opfer des Krieges gedenken, für alle Leidtragenden beten – für Verwundete, Vertriebene, Verschleppte und Gefangene, besonders für die Kinder, für jene, die ihre Angehörigen verloren haben, und für alle Verstorbenen. Unser gemeinsames Gebet soll ein sichtbares Zeichen christlicher Hoffnung, geschwisterlicher Verbundenheit und gelebter Solidarität sein“, so Andrii Kityk, Seelsorger der Seelsorgestelle "Hl. Josaphat".

 

Um 18.00 Uhr findet auf dem Linzer Hauptplatz eine stille Solidaritätskundgebung statt – ein Zeichen des Zusammenstehens mit dem ukrainischen Volk. Dieser Teil der Veranstaltung wird vom Verein „Point of Ukraine“ gestaltet. Dort werden unter anderem Kerzen entzündet, im Gedenken an die Verstorbenen und als Ausdruck der Hoffnung auf Frieden.

 

Im Rahmen des Abends wird auch eine Sammlung zur Unterstützung von Familien in Kyjiw durchgeführt, die besonders von der winterlichen Kälte betroffen sind.

 

Gebet um Frieden in der Ukraine

Gebet um Frieden in der Ukraine. © Radfotosonn / www.pixabay.com

 

Am 24. Februar findet um 14.30 Uhr im Wiener Stephansdom ein ökumenisches Friedensgebet für die Ukraine statt. Dem Gebet werden u.a. der Wiener Weihbischof Franz Scharl und Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa vorstehen. Ihre Teilnahme zugesagt haben u.a. der Apostolische Nuntius Erzbischof Pedro López Quintana, der armenisch-apostolische Bischof und Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich Tiran Petrosyan, der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) und sein Weihbischof Maximos (Rudko), der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin oder auch der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Mario Fischer.

In Eisenstadt wird der Martinsdom am 24. Februar den ganzen Tag über in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb beleuchtet. Die Domkirche ist ganztägig zum Innehalten und persönlichen Gebet geöffnet. Um 12 Uhr lädt Bischof Ägidius Zsifkovics zu einem Friedensgebet ein. Um 18 Uhr findet im Martinsdom das Konzert "Klänge für den Frieden" statt. Es spielt das Saitenensemble der Familie Tulyuk aus der Ukraine, um musikalisch ein Zeichen der Solidarität und des Friedens zu setzen, wie es vonseiten der Diözese Eisenstadt heißt.

In Innsbruck laden die Diözese und die ukrainisch-katholische Gemeinde Tirol schon am Sonntag, 22. Februar, um 18.30 Uhr in den Jakobsdom zu einem Friedensgebet. Bischof Hermann Glettler wird daran teilnehmen.

In Kärnten gibt es zudem seit 2023 wöchentliche ökumenische Friedensgebete, die derzeit in der Klagenfurter evangelischen Johanneskirche ( Lendkanal) stattfinden. Jeweils freitags um 15 Uhr laden die Katholische Kirche Kärnten, die Evangelische Kirche Kärnten-Osttirol und die Altkatholische Kirche in Kärnten zum 15-minütigen Innehalten und Gebet für den Frieden ein, das wöchentlich jeweils von einem Vertreter/einer Vertreterin einer anderen christlichen Kirche inhaltlich gestaltet wird.

 

 

Österreich-Tag bei europaweiter Friedensinitiative für die Ukraine

 

Erzbischof Franz Lackner zelebrierte am 20. Februar 2026 im Salzburger Dom gemeinsam mit Vertretern des Domkapitels und dem Rektor der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde St. Markus, Vitaliy Mykytyn, die Kapitelmesse im Zeichen des Friedens. Die Messe fand im Rahmen einer europaweiten Initiative statt, die vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) für die Fastenzeit 2026 ausgerufen wurde. Bis Ostern feiert täglich zumindest ein Vertreter einer Ortskirche einen Gottesdienst mit der Bitte für einen "unbewaffneten und entwaffnenden" Frieden in der Ukraine, im Heiligen Land und in der ganzen Welt.

Erzbischof Lackner ging am Beginn der Liturgie auf die dramatische Lage der Zivilbevölkerung in Kiew und anderen Städten der Ukraine ein. Und er fügte hinzu: "Bitten wir den Herrn innig um Frieden für jene, die in Krieg und Not ausharren müssen." Der Erzbischof und Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz erneuerte auch seinen Aufruf: "Betende Hände müssen auch helfende Hände sein! Helfen wir also dort, wo keine Infrastruktur mehr funktioniert, auf dass die Menschen nicht erfrieren und verhungern müssen."

In derselben Intention wie Erzbischof Lackner feierten am Freitagmorgen auch der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl im Grazer Franziskanerkloster und der Wiener Weihbischof Franz Scharl im Stephansdom die Morgenmessen.

 

Kathpress

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