Samstag 11. Juli 2026

Appell von PRO ORIENTE Sektion Linz: Ostern immer gemeinsam feiern

Ein eindringlicher Aufruf an alle Kirche, künftig immer gemeinsam Ostern zu feiern, kommt von PRO ORIENTE Sektion Linz

Heuer feiern West- und Ostkirche zum selben Datum Ostern. Ein eindringlicher Aufruf an alle Kirche, künftig immer gemeinsam Ostern zu feiern, kommt vom Linzer Bischof Manfred Scheuer und vom Obmann der Linzer Pro Oriente-Sektion, LH a. D. Josef Pühringer.

Heuer feiern zwar West- und Ostkirche zum selben Datum Ostern, allerdings nur aus einem kalendarischen Zufall heraus. Ein dauerhafter, gemeinsamer Ostertermin wäre hingegen ein starkes ökumenisches Zeichen. "Das entscheidende Fest der Christenheit gemeinsam zu feiern, wäre wohl das stärkste Signal, das in der derzeitigen Situation die christlichen Kirchen geben könnten", heißt es in einer Aussendung von PRO ORIENTE Sektion Linz.

 

"Es schmerzt, dass das wichtigste Fest der Christenheit bislang zu unterschiedlichen Terminen gefeiert wird - das muss sich ändern", so Bischof Scheuer wörtlich, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für die Ökumene-Agenden zuständig ist. Obmann Josef Pühringer verweist auf Papst Franziskus, der der Orthodoxen Kirche signalisiert habe, "dass die Katholische Kirche offen ist für sämtliche Vorschläge zu einem gemeinsamen Osterdatum". Auch Patriarch Bartholomaios I., Oberhaupt der Weltorthodoxie, sei ein starker Verfechter eines gemeinsamen Ostertermins, so Pühringer.

 

Ein gemeinsamer Termin würde den Kirchen nicht nur ermöglichen, wieder vereint das wichtigste Fest des Jahres zu feiern, sondern würde auch ein starkes Symbol für die Heilung historischer Verwundungen setzen, so der Liturgiewissenschaftler und Generalsekretär von PRO ORIENTE Sektion Linz, Florian Wegscheider.

 

 

Gespräche in Istanbul

 

Bischof Scheuer und Obmann Pühringer werden in der Woche nach Ostern eine Linzer Pro Oriente-Delegation anführen, die in Istanbul mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem armenisch-apostolischen Patriarchen Sahag II. Mashalian zusammentreffen wird. Anlass des Besuchs ist das 1.700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nicäa.

 

In Nicäa, dem heutigen Iznik in der Türkei, wurde im Jahr 325 das erste für alle Christinnen und Christen verbindliche Glaubensbekenntnis formuliert. Zudem wurde auch die einheitliche Berechnung des Osterdatums festgelegt, die bis ins 16. Jahrhundert hielt. Die Pro Oriente-Delegation wird auch die historische Stätte des Konzils von 325 besuchen, ebenso die Hagia Sophia von Nicäa/Iznik, in der 787 das zweite Konzil von Nicäa stattfand. Diese Kirche ist seit 2011 eine Moschee, nachdem sie zuvor viele Jahre als Museum diente.

 

Das Konzilsjubiläum sollte Anlass sein, alle Anstrengungen für ein dauerhaftes, gemeinsames Osterfest zu starten, hieß es in der PRO ORIENTE-Aussendung abschließend.

 

2025 feiern alle Kirchen zum gleichen Datum (20. April 2025) Ostern, was eher selten der Fall ist. Der unterschiedliche Ostertermin in Ost- und Westkirche geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts vollzogen. Die Ostertermine können deshalb im Extremfall bis zu fünf Wochen auseinander fallen; oder auch zusammenfallen. Die letzten gemeinsamen Osterfeste waren 2014 und 2017, nach 2025 wird das nächste gemeinsame Osterfest 2028 sein.

 

Kathpress

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