Donnerstag 8. Oktober 2026

Bundeskanzlerin Bierlein lobt Wirken von Kirchen und Religionen

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein würdigte bei einem Empfang am 10. September 2019 für alle gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften deren Wirken und die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Staat.

Religion sei in Österreich "selbstverständlich Bestandteil des öffentlichen Raums" unterstrich Bierlein bei der Begegnung am Dienstag, 10. September 2019 im Bundeskanzleramt in Wien. Neben dem für Kultusangelegenheiten zuständigen Minister Alexander Schallenberg ergriff auch Kardinal Christoph Schönborn für die Kirchen und Religionen das Wort.

 

Regierungschefin Bierlein hob die grundlegende Bedeutung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit für das Staat-Kirche-Verhältnis hervor. Der offene und konstruktive Dialog zwischen den politischen und religiösen Spitzen im Land habe europarechtlich mit Artikel 17 des Vertrags von Lissabon eine weitere Basis, wie die frühere Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs festhielt. Gerade in Wahlkampfzeiten gelte es, "das Ganze im Auge zu behalten". Kirchen und Religionen hätten hierin eine wichtige Bedeutung, indem sie sich für Grundsätze und den Dialog einsetzten.

 

Am 10. September 2019 empfing Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein gemeinsam mit Bundesminister Alexander Schallenberg die Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt.

Am 10. September 2019 empfing Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein gemeinsam mit Bundesminister Alexander Schallenberg die Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt. © BKA / Andy Wenzel

 

Im Rahmen des ersten derartigen Empfangs seit ihrer Bestellung zur Bundeskanzlerin stellte Bierlein auch den von ihr ernannten neuen Leiter des Kultusamtes vor. Mit Florian Welzig hat mit Ende August ein im Bundeskanzleramt bereits tätiger Jurist die Leitung der obersten staatlichen Religionsbehörde übernommen. Welzig folgt damit auf Oliver Henhapel, der im Mai in das Bildungsministerium gewechselt war.

 

Kultusminister Schallenberg verwies auf den Umstand, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung in Österreich einer Kirche oder Religionsgemeinschaft angehören. Diese leisteten als Institutionen viel für die Allgemeinheit etwa in den Bereichen Bildung, Soziales und Ehrenamt. Wichtig sei ihr Eintreten für die Würde des Menschen und ihre Orientierungsfunktion. Kirchen und Religionen hätten zudem eine "Vorbildwirkung im Kommunizieren" und seien zudem ein wichtiger Dialogpartner für die Außen- und Europapolitik, wie der dafür zuständige Minister ausführte. Angesichts vielfältiger Herausforderungen "sind wir uns alle einig, dass Religion nicht Teil des Problems sein soll, sondern Teil der Lösung", so Schallenberg.

 

 

Ethik und Religion

 

Auf die grundlegende Bedeutung von Tugenden für ein faires Zusammenleben der Menschen verwies Kardinal Christoph Schönborn. Es gehe dabei um ethische Haltungen, die mehr als Compliance im Sinne einer schlichten Regelkonformität seien. Für 80 Prozent der Bevölkerung seien Kirchen und Religionen die primären "Ethos-Geber" betonte der Wiener Erzbischof. Von daher habe der konfessionelle Religionsunterricht eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, weil er mehr als bloße Religionskunde sei. Gleichzeitig begrüßte der Kardinal die politischen Pläne zur Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für Schülerinnen und Schüler, die keinen Religionsunterricht haben.

 

Das Verhältnis der Kirchen und Religionen untereinander aber auch mit den staatlichen Autoritäten bezeichnete der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz als "hervorragend". Dies sei im Blick auf die Geschichte nicht selbstverständlich und bedürfe der regelmäßigen Pflege von allen Seite. Insgesamt plädierte der Kardinal für eine Haltung der "wohlwollend kritischen Begegnung" mit und in der Zivilgesellschaft.

 

Am 10. September 2019 empfing Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein (l.) gemeinsam mit Bundesminister Alexander Schallenberg (m.) die Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt. Im Bild mit Kardinal Christoph Schönborn (r.).

Am 10. September 2019 empfing Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein (l.) gemeinsam mit Bundesminister Alexander Schallenberg (m.) die Religionsgesellschaften im Bundeskanzleramt. Im Bild mit Kardinal Christoph Schönborn (r.). © BKA / Andy Wenzel

 

Neben Kardinal Schönborn und Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka waren auch der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der neue evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka beim Empfang der Bundeskanzlerin. Weitere Teilnehmer waren u. a. der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, der koptische Bischof Anba Gabriel und der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan.

 

Kathpress

Zukunftsweg
Großes Interesse und positive Stimmung bei der Auftaktveranstaltung des Dekanats Unterweißenbach.

Dekanat Unterweißenbach ins Vorbereitungsjahr gestartet

Am 2. Oktober 2026 fand die Startveranstaltung des Dekanats Unterweißenbach im Pfarrheim Schönau statt.

Träumen viele, wird ein Traum Wirklichkeit

Der Herbst ist naturgemäß die Zeit der Erntedankfeste in den Pfarrgemeinden. In den vergangenen Wochen wurde in...
Buch&Segen Buchtipp
Freude - Das Leben ins Herz schließen.

Mehr Freude im Leben – geht das?

Melanie Wolfers ermutigt dazu, die kleinen und großen Momente des Lebens neu wahrzunehmen und der Freude einen Platz im eigenen Leben zu geben.

 

→ Buch entdecken

Impulse, die berühren ...
Soziale Botschaft der Woche

Was wollen Sie morgen essen?

Mögen Sie diese Knabbermischungen aus dem Bioladen? Salat-Toppings mit Soja-, Sonnenblumen- und Kürbiskernen?...
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Herrenstraße 19
4020 Linz
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: