Montag 5. Oktober 2026

Papst-Plädoyer für kritischen und engagierten Journalismus

Papst Franziskus

Papst Franziskus hat am 7. November 2018 360 AbsolventInnen und Auszubildende der deutschen katholischen Journalistenschule ifp empfangen. In seiner Ansprache mahnte der Papst zu einem kritischen und engagierten Journalismus.

MedienvertreterInnen dürften sich nicht mit den Verhältnissen abfinden, "wie sie sind oder wie einige wenige entschieden haben, dass sie sein sollen". Journalismus sei ein "Auftrag und eine Verpflichtung", so der Papst.

 

Franziskus erinnerte daran, dass die Journalistenschule der Katholischen Kirche in Deutschland sei vor 50 Jahren im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil gegründet worden sei, um Verantwortung für Menschen in den Medien zu übernehmen. Deutschland könne sich "glücklich schätzen", in säkularen wie in kirchlichen Medien zahlreiche AbsolventInnen dieses Instituts zu haben. Die Medienschaffenden ermutigte der Papst, auf die "befreiende Wahrheit Christi" zu vertrauen.

 

Der Journalistische Direktor des ifp, Bernhard Remmers, erinnerte in seinem Grußwort an die Verunglimpfung von Medien als "Lügenpresse" und an kommerziellen Druck. Auch innerhalb der Kirche werde journalistisches Nachfragen teils kritisch gesehen. Dennoch müssten BerichterstatterInnen den Finger in offene Wunden legen. "Unsere Gesellschaft braucht Wahrheit, genauso wie die Kirche", sagte Remmers.

 

Der Geistliche Direktor, der Kapuziner Helmut Rakowski, hob die Medienarbeit als besondere Aufgabe katholischer Laien hervor. Im ifp sollten "Christen befähigt werden, ihren Auftrag in den Medien wahrzunehmen". Dabei verwies er auch auf das aktuelle Umfeld von "Zäunebauern und Vereinfachern".

 

Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens veranstaltete das "Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses" (ifp) sein Jahrestreffen in Rom. Seit seiner Gründung bildete das von der Deutschen Bischofskonferenz finanzierte Institut mehr als 3.000 JournalistInnen aus. Diese arbeiten im öffentlichen wie privaten Rundfunk, bei Tageszeitungen, Zeitschriften, Pressestellen oder kirchlichen Medien.

 

Bei dem dreitägigen Jahrestreffen in Rom führen die insgesamt 380 JournalistInnen Gespräche mit örtlichen JournalistInnen, Kurienvertretern und Diplomaten. Gesprächspartner sind unter anderem der für Entwicklungs- und Menschenrechtsfragen zuständige Kurienkardinal Peter Turkson, weitere Kurienvertreter sowie der Nachrichtenchef von "Vatican News", der Jesuit Bernd Hagenkord.

 

Kathpress

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