Dienstag 23. Juni 2026

Katholische Sozialakademie lehrt soziale Verantwortung

Soziale Verantwortung zeigt sich durch Solidarität

Mit dem zweijährigen, berufsbegleitenden Lehrgang "Soziale Verantwortung. Gestaltungskompetenz für den gesellschaftlichen Wandel" bietet die Katholische Sozialakademie (ksoe) einen "innovativen Entwicklungs- und Experimentierraum".

Das betonte die Lehrgangsverantwortliche Gabriele Lindner bei einem ksoe-Frühstück am 23. Mai 2018 in Wien. Zentrales Element sei sozialethische Reflexion, die aktive Auseinandersetzung mit Fragen wie "Welche Gesellschaft wollen wir?" und "Was wollen wir gestalten?"

 

Die Teilnehmenden sollen "Inspiration durch Perspektivenwechsel" erleben, hieß es in einer ksoe-Aussendung: Die Lehrgangsgruppe zeichne sich durch ein Höchstmaß an Heterogenität aus; rund die Hälfte der Teilnehmenden komme nicht aus Österreich. Zu besonderen Blickwinkeln sollen auch Lehrgangsmodule in Brüssel und in Sarajevo anregen, erklärte Lindner. Die ReferentInnen stünden den TeilnehmerInnen als "visionäre WegbegleiterInnen" beratend zur Seite, wenn z. B. ein "zukunftsfähiges Projekt der Veränderung" eigenständig durchzuführen ist.

 

Alfred Strigl vom Österreichischen Institut für Nachhaltige Entwicklung (ÖIN) an der Universität für Bodenkultur Wien unterstrich beim ksoe-Frühstück die Bedeutung sozialer Innovationen für eine Umwandlung der Gesellschaft in Richtung sozial-ökologische Nachhaltigkeit. Zur neuen Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung äußerte sich Strigl grundsätzlich positiv, merkte jedoch an, dass diese zwar viele "Wünsche" enthalte, aber ohne "Ziele" auskomme.

 

Als heute geforderte "soziale Innovationen" nannte der Experte dialogische Kommunikations- und Entscheidungsformen wie auch neue Formen des Lebens und Arbeitens wie etwa Co-Housing, Geld schenken bzw. teilen als gemeinsam angewandte Kulturtechniken. In diesem Zusammenhang erwähnte der Nachhaltigkeitsforscher etwa die Nutzung gemeinsamer Räume (Urban Gardening, Urban Farming etc.), neue Formen des gemeinsamen Konsums (Food-Coops, Gemeinschaftsküchen etc.), neue Formen der Finanzierung (wie Crowd Funding) oder neue Formen der Kollaboration (Multi-Akteurs-Netzwerke etc.) Strigl plädierte dafür, mehr solche Experimente zu wagen und diese auch besser miteinander zu vernetzen, damit diese nicht in Nischen verbleiben. Von der Politik wünscht sich Strigl, der selbst zahlreiche Nachhaltigkeits-Initiativen mitgründete, dass sie solche "Keimzellen" bzw. "Labore" aktiv unterstützt.

 

Der nächste Lehrgang "Soziale Verantwortung. Gestaltungskompetenz für den gesellschaftlichen Wandel" beginnt am 1. Oktober 2018. Zielgruppe sind laut ksoe Personen in der Bildungsarbeit, in einer Leitungsfunktion oder als engagierte Personen in wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kirchlichen Organisationen bzw. Initiativen.

 

Info: www.ksoe.at oder Tel.: 01 310 51 59

 

Kathpress

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