Wednesday 29. June 2022

Verleihung der diözesanen Ehrenzeichen Florian- und Severinmedaille

Am 6. Juli 2016 überreichte Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer im Linzer Priesterseminar an engagierte ChristInnen die Florianmedaille und die Severinmedaille.

Diese diözesanen Ehrenzeichen sind ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung für langjähriges ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement in den Pfarren und über die Pfarrgrenzen hinaus.

Die Severinmedaille erhielten:
Wilfried Alber, Werner Landerdinger (beide Mauerkirchen), Josef Binder (Höhnhart), Eckart Dunzendorfer (Reichenau im Mühlkreis), DI László Fábián (Puchenau), Johann Freimüller (Gunskirchen), Hildegard Hartl (Kirchheim im Innkreis), Mag.a Annemarie Hofer (Mondsee), Rosa Ornetsmüller, Karoline Huemer* (beide Zell an der Pram), Stefan Jungwirth (Traun), Johanna Maria Leppen (Garsten), Maria Mayr (Gurten), Mag. Gerhard Messenböck (Linz), Dr.in Ulrike Moser (Bad Wimsbach-Neydharting), Rudolf Pargfrieder (Eidenberg), Regina Schauer (Hirschbach), Ingeborg Zweimüller (Ampflwang).

*Karoline Huemer musste aufgrund ihres Gesundheitszustandes ihr Kommen kurzfristig absagen, der anwesende Diakon von Zell an der Pram, Anton Haunold, wurde gebeten, ihr die Medaille zu überbringen.

Inge Fischer (Traun) und Maria Fischerlehner (Linz) wurden mit der Florianmedaille ausgezeichnet.

 

Die Ausgezeichneten mit Bischof Manfred Scheuer, Generalvikar Severin Lederhilger und Ordinariatskanzler Johann Hainzl © Franz G. Reischl

 

 

„Aus freien Stücken für andere etwas tun können – das beglückt

 

Veronika Pernsteiner, M.A., Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, blickte in ihrer Festansprache zunächst auf die Anfänge ihrer eigenen ehrenamtlichen Tätigkeit vor 24 Jahren zurück. So war sie etwa als junge Mutter Mitbegründerin einer Mütterrunde und übernahm die ehrenamtliche Organisation der Tschernobyl-Kindererholungsaktion der Caritas OÖ. Ihr Engagement im Ehrenamt sei nur durch die Unterstützung ihrer Familie, besonders durch die Schwiegereltern, möglich gewesen, so Pernsteiner. „Ehrenamt muss zeitlich und ökonomisch auch leistbar sein, es braucht Ressourcen, die die freiwillige Tätigkeit erlauben. Diese Ressourcen können, wie in meinem Fall, ein familiäres Netzwerk sein, Menschen, die einen ‚freispielen‘. Es sind auf jeden Fall immer Ressourcen, die einen über das hinausheben, was man braucht, um die eigene Existenz sicherzustellen.“


Auch in einem reichen Land wie Österreich seien die materiellen Ressourcen ungleich verteilt, es gebe immer mehr Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, kritisierte Pernsteiner. Die Katholische Frauenbewegung (kfb) plädiere dafür, Arbeit so zu verteilen, dass ein Erwerbseinkommen für Frauen und Männer vorhanden sei. Die Vision der kfb nach Pernsteiner: „Eine Welt, in der Frauen UND Männer ausreichend und angemessen entlohnte Erwerbsarbeit haben, und damit ausreichend freie Zeit, um sich private Sorgearbeit zu teilen und darüber hinaus im Dienst der Gemeinschaft als Ehrenamtliche tätig zu sein.“ Pernsteiner plädierte in diesem Zusammenhang für eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich: „Das wäre ein Instrument, um zu einer besseren Verteilung von Ressourcen – Geld wie Zeit – zu gelangen.“ Pernsteiner weiter: „Dass der Mensch tätig sein kann, und zwar in allen Bereichen des Lebens: als Erwerbsarbeitender, als Sorgender, als Engagierter im Gemeinwesen, in der Zivilgesellschaft, in der Kirche – das erfüllt. Das wissen die Menschen, die die Erfahrung einer solchen Konstellation machen dürfen. Und das bestätigt die Psychologie. Aus freien Stücken für andere etwas tun können – das beglückt.“


Gerade im Bereich der Flüchtlingsarbeit sei das ehrenamtliche Engagement seit Herbst 2015 überwältigend, so Pernsteiner. Der Einsatz für Flüchtlinge zeige, dass Menschen mit unterschiedlichen Zugängen Koalitionen bildeten, wenn es darum gehe, für andere Menschen aktiv zu werden: „Das ist nicht nur ein äußerst wertvoller gesellschaftlicher Kitt, sondern auch ein Beispiel für eine neue Entwicklung: Das Ehrenamt ist nicht mehr einfach organisationsgebunden, sondern definiert sich um konkrete, sich immer wieder neu stellende Aufgaben und Projekte herum.“ Wo Menschen zusammenkämen, um miteinander anzupacken, entstehe eine ungeheure Kraft, betonte die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. „Die Kraft, die da spürbar wird, ist mehr als nur die Summe dessen, was die einzelnen einbringen. Was ehrenamtlich Tätige zurückbekommen, ist diese gemeinsame Erfahrung, das Glück aus dem Miteinander.“

 

Festansprache von Veronika Pernsteiner zum Nachlesen

 

 

Würdigung von haupt- und ehrenamtlichem kirchlichem Engagement

 

Die Ehrenzeichen werden an Persönlichkeiten verliehen, die sich über einen längeren Zeitraum besonders anerkennenswerte Verdienste im pastoralen oder in einem mit der katholischen Kirche zusammenhängenden sozialen, kulturellen, gesellschaftspolitischen oder organisatorischen Bereich erworben haben. Die Medaillen werden ausschließlich an Laien vergeben, was auch Mitglieder von Instituten des Geweihten Lebens und Gesellschaften des Apostolischen Lebens mit einschließt. Sie können sowohl für ehrenamtliches als auch für hauptamtliches Engagement vergeben werden, wobei eine mindestens 10-jährige Tätigkeit vorausgesetzt wird.

 

Symbolträchtige Ehrenzeichen

 

Die Ehrenzeichen wurden von der Linzer Künstlerin Ulrike Neumaier gestaltet. Sie verwendete die Symbole Mühlstein und Ölbaumblatt der Diözesanheiligen hl. Florian und hl. Severin und arbeitete in den Münzrand den Satz: „Et si nemo, ego tamen.“ – „Und wenn es keiner macht, ich tue es doch!“

 

Laudationes

 

 

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