Donnerstag 5. Februar 2026

Gebetswoche - das Motto

Miteinander verbunden sein: Gebetswoche 2016

Die diesjährige Gebetswoche steht unter dem Leitthema: "Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden" (vgl. 1 Petrus 2,9).

"Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden." (1 Petrus 2,9-10)

 

Angehörige verschiedener lettischer Kirchen haben die Materialien für die Gebetswoche vorbereitet und - inspiriert von zwei Versen aus dem ersten Petrusbrief - die Berufung, die großen Taten des Herrn zu verkünden, als Thema der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2016 gewählt.

 

Lettland: Vorbeitung und Hintergrund 

 

Die Geschichte mit ihren vielfältigen Kriegs- und Leidenszeiten hat spürbare Auswirkungen auf das heutige kirchliche Leben in Lettland. Über Jahrhunderte war Lettland Schauplatz gewaltsamer religiöser und politischer Auseinandersetzungen unterschiedlicher nationaler und konfessioneller Mächte. Veränderungen der politischen Machtverhältnisse in unterschiedlichen Landesteilen spiegelten sich in Veränderungen der konfessionellen Zugehörigkeit der Bevölkerung wider. Heute liegt Lettland gleichsam an der Schnittstelle von Regionen, die jeweils von der evangelischen, der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche geprägt sind. In Lettland gehört jeweils etwa ein Drittel der Bevölkerung den drei Konfessionen protestantisch, katholisch und orthodox an. Die Ökumene lebt dort wesentlich aus der vertrauensvollen Beziehung zwischen den Vertretern der unterschiedlichen Konfessionen und drückt sich in vielen gemeinsamen Initiativen aus.

 

Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 herrschten in Lettland totalitäre antichristliche Ideologien – atheistischer Nationalsozialismus und Kommunismus –, die verheerende Folgen für das Land und seine Einwohner hatten. In dieser Zeit einte die Christen das gemeinsame Zeugnis für das Evangelium. Eine Verbindung im Leiden ließ eine tiefe Gemeinschaft unter den lettischen Christen entstehen. Die Erfahrung des gemeinsamen Singens und Betens – auch der Nationalhymne "Gott segne Lettland" – war von entscheidender Bedeutung dafür, dass das Land 1991 seine Unabhängigkeit wiedererlangte. In vielen Kirchen Rigas wurde inständig um Freiheit gebetet. In Gesang und Gebet geeint bauten unbewaffnete Bürger in den Straßen der Stadt Barrikaden und stellten sich Seite an Seite den sowjetischen Panzern entgegen. Die postsowjetische Zeit erwies sich schließlich als eine Zeit der Erneuerung für die Kirchen. Viele Christen versammeln sich bei ökumenischen Gottesdiensten zum Gebet. Zusammen wollte man daran arbeiten, dass die historischen, ethnischen und ideologischen Wunden, die die lettische Gesellschaft bis heute entstellen, geheilt werden.

 

Berufen, Gottes Volk zu sein

 

Petrus schreibt den frühen Christen, dass sie in ihrer Sinnsuche vor der Begegnung mit dem Evangelium kein Volk waren. Da sie aber berufen wurden, Gottes auserwähltes Geschlecht zu sein, und die rettende Macht Gottes in Jesus Christus empfingen, wurden sie zu Gottes Volk. Als solch ein priesterliches Volk hat es die Aufgabe, im Dienst an der Welt zu stehen. Christen leben diese Berufung, die ihnen in der Taufe zuteil wurde: Wie verstehen wir unsere gemeinsame Berufung, Gottes Volk zu sein? Wie leben wir unsere Identität als königliche Priesterschaft, die uns in der Taufe geschenkt wurde?

 

Von Gottes großen Taten hören

 

Die Taufe eröffnet einen spannenden neuen Weg des Glaubens und verbindet jeden Getauften mit dem Volk Gottes aller Zeiten. In den heiligen Texten der Bibel wird von Gottes Handeln erzählt - Gebet und Bibellektüre befähigen Christen dazu, die großen Taten Gottes auch in ihrem eigenen Leben zu erkennen: Wo erkennen wir Gottes große Taten und wie reagieren wir auf sie - mit Anbetung und Gesagng, mit Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden?

 

Im Dienst an der Welt stehen

 

Es geht darum, allen Menschen Liebe zu schenken und auf vielfältige Weise Zeugnis von Gottes großen Taten zu geben:

  • Wunden heilen: Kriege, Konflikte und Machtmissbrauch haben Gefühle und Beziehungen der Menschen in Lettland und in vielen anderen Ländern verletzt. Gottes Gnade hilft dabei, um Vergebung für die Hindernisse zu bitten, die Versöhnung und Heilung erschweren, Barmherzigkeit zu empfangen und als sein heiliges Volk zu leben.
  • Wahrheit und Einheit suchen: Das Bewusstsein einer gemeinsamen Identität in Christus fordert dazu heraus, an der Klärung der Fragen, die Christen noch immer trennen, zu arbeiten. Wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus sind diese berufen, sich über Erfahrungen auszutauschen und so zu entdecken, dass Jesus Christus mitgeht auf dem gemeinsamen Pilgerweg.
  • Aktives Engagement für die Menschenwürde: Christen sollen sich um die besondere Würde allen menschlichen Lebens bemühen. Durch gemeinsame soziale und karitative Projekte wendet man sich den Armen, den Bedürftigen, den Menschen mit Suchtproblemen und den Ausgegrenzten zu.

 

Bibel, Salz und Licht als Zeichen 

 

Im ökumenischen Gottesdienst dienen Bibel, brennende Kerze und Salz als Zeichen, die den von allen getauften Christen der Welt zu verkündenden großen Taten sichtbaren Ausdruck verleihen. Salz und Licht sind in den Evangelien Bilder, die die christliche Identität und deren Auftrag beschreiben: Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.

 

Salz und Licht sind demzufolge Symbole dafür, was Christen den Menschen von heute geben können: das oft fad, leer und dunkel erscheinende Dasein mit Würze und Helligkeit zu beleben.  

 

Quellenangabe:

Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland: Einführung in das Thema der Gebetswoche. URL: http://www.oekumene-ack.de/fileadmin/user_upload/Gebetswoche/2016/Gebetswoche_2016_Einfuehrung_ins_Thema.pdf

[Stand: 01/2016]

 

(vt)

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