Freitag 6. Februar 2026

Wie es von Scheidung Betroffenen in der Kirche geht

Fehlender Rückhalt...

Maria Holzer von Beziehungleben über die Sehnsucht gläubiger Menschen, die geschieden sind, nach Rückhalt in der Kirche.

 

Viele Geschiedene, die nach dem katholischen Glauben leben und sich mit der Kirche verbunden fühlen, berichten von Abwertungen im kirchlichen Kontext und beschreiben einen fehlenden Rückhalt. Dies erleben sie besonders schwer, da die Bewältigung dieser Krise, die Veränderungen innerhalb der Familie, die Versöhnungsarbeit, die Sorge für die Kinder und für den Alltag alle Kräfte beanspruchen.

 

Beispiele hierfür sind:

  • die Verweigerung der Kommunion für Geschiedene und in 2. Partnerschaft Lebende.
  • die Aufforderung zur Zurücklegung kirchlicher Ämter aufgrund der persönlichen Lebenssituation (z. B. in der Frauenbewegungsleitung, als KommunionshelferIn …)
  • Schuldzuweisungen und die Vorstellung, dass es möglich ist, dass einer der Partner die Ehe retten kann, wenn er nur will, werden oftmals als kränkend erlebt.
  • Scheidung wird vielfach noch als „Scheitern“ abgewertet und nicht als positiver Schritt in der persönlichen Entwicklung anerkannt.
  • Annullierung der früheren Ehe wird zum Teil als Voraussetzung eingefordert, wenn man bestimmte Posten innerhalb der Kirche belegen will.

Diese Kränkungen können dazu führen, dass sich Betroffene nicht mehr in der Kirche beheimatet fühlen und sich folglich für einen Austritt aus der Kirche entscheiden.

 

 

Das wünsche ich mir als Beraterin von der Synode zu diesem Thema:

 

  • Aufrichtigen Respekt vor den persönlichen Entscheidungen der einzelnen Personen, ihre bestehende Ehe, die sie als leidvoll, belastend und zum Teil auch menschenunwürdig erleben, aufzulösen.
  • Akzeptanz für Partnerschaften und Ehen, die nach Scheidungen eingegangen werden, und das Recht auf kirchliche Wiederverheiratung und Segnungsfeiern.
  • Mehr öffentlich gelebte Toleranz der Kirche. Diese würde die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit der Menschen fördern und diese ermutigen, offen zu ihren Beziehungen und zu ihrer persönlichen Situation zu stehen (auch bei Homosexualität, ...)

 

Maria Holzer

Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin bei BEZIEHUNGLEBEN.AT

 

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