Zerbrochene Beziehungen

Karin Remsing über zerbrochene Beziehungen und die Gefühle und Bedürfnisse von Betroffenen.
Eine Frau um die 50 kommt in Beratung, weil sich ihr Mann, nachdem er bei der Kur eine Frau kennengelernt hat, innerhalb weniger Wochen von ihr scheiden ließ. Die Klientin war Hausfrau, gab vor Jahren ihren Beruf auf, um die gemeinsamen 4 Kinder zu betreuen.
Nach dem Schock der Scheidung macht sie einen schmerzhaften Trauerprozess durch. Gefühle von Verzweiflung, Selbstzweifel, Wut, Angst durchlebt sie: „Was habe ich falsch gemacht? Mein Exmann gab mir keine Möglichkeit, darauf zu kommen, wo ich mich hätte ändern sollen, keine Chance, nach einer Krise neu zu beginnen.“
Gleichzeitig sorgt sich um ihre Kinder, die ganz unterschiedlich mit dem Auszug des Vaters umgingen. Vor allem die jüngste Tochter (11) litt darunter, dass ihr Vater sie „verlassen“ hatte.
Die Klientin hat große finanzielle Sorgen, da ihr Unterhalt sehr gering ist. Da sie ihren Beruf schon lange nicht ausübte, verdient sie als Putzfrau etwas dazu. Nun hat sie den ärgsten Schmerz überwunden und lässt sich auf ihr neues Leben ein.
Mein Wunsch an die Familiensynode:
Diese Frau hatte das Ziel, mit ihrem Mann beisammen zu bleiben. Dass ihr Exmann nicht mehr wollte, schmerzt sie sehr. Sie braucht Zuwendung, Verständnis und Zuspruch, dass ihr Leben gut weitergehen und sie sich auf ihr neues Leben und vielleicht auf eine neue Beziehung einlassen darf.
Die Ehe ist ein hohes Ideal, das Paare nicht immer erreichen. Vor allem erreicht man das Ziel alleine nicht, wenn der/die PartnerIn nicht mehr mitzieht. Barmherzigkeit der Kirche Jesu ist hilfreich und wichtig. Das ist es, was Menschen mit Trennungs- und Scheidungserfahrung brauchen.
Viele erleben die Verweigerung der Kommunion als Ablehnung ihrer Person und wenden sich ganz von der Kirche ab. „Da bin ich nicht mehr willkommen, von denen erwarte ich nichts.“
Karin Remsing
Dipl. Ehe-, Familien-, und Lebensberaterin bei BEZIEHUNGLEBEN.AT



