Balanceakt Patchwork-Familie

Karin Remsing von Beziehungleben über die Kunst des Zusammenwachsens von neu zusammengesetzten Familien.
Eine Klientin (39) hat sich von ihrem Mann, einem Alkoholiker, der darüber hinaus an einer bipolaren Störung (manische Depression) litt, getrennt. Dies war für sie deshalb wichtig, um sich selbst und ihre beiden Kinder zu schützen und ihnen ein ruhigeres Aufwachsen zu ermöglichen.
Nun hat sie einen Mann kennen- und lieben gelernt und mit ihm ein weiteres Kind bekommen.
Beide setzen nun ihr Können und Wissen ein, damit jede/r seinen/ihren guten Platz in der neu zusammengesetzten Familie bekommt, was mit Kindern in der Pubertät wahrlich eine Kunst und ein Balanceakt ist.
- Wer ist für welche Kinder und deren Erziehung zuständig?
- Wie kann der frischgebackene Vater und Stiefvater gut in die Familie integriert werden?
- Wie gelingt es ihm, die Kinder seiner Frau und ihren Erziehungsstil zu respektieren und zu akzeptieren?
- Wie gelingt ihm der Kontakt zu den Kindern seiner Partnerin?
- Wie schaut der Kontakt zu den drei Großeltern und den Familien der Partner aus?
Ich wünsche mir von der Familiensynode, ...
... dass sie anerkennt, welche wichtige Familienarbeit in zusammengesetzten Familien geleistet wird.
... dass sie anerkennt, wie viel Akzeptanz, Toleranz und Großherzigkeit es von allen Beteiligten erfordert, damit diese neue Familienform gelingt.
Kinder leiden nicht nur, wenn sich Eltern scheiden lassen, sie gewinnen auch sehr viel dadurch, dass sie verschiedene Familien-, Streit- und Versöhnungskulturen und Erziehungsziele kennen lernen. Sie lernen Flexibilität in hohem Maß.
Jesus hat nicht gesagt, dass uns alles gelingen muss, er sagte, wir sollen aus den jeweiligen Situationen lernen. „Gehe hin und sündige nicht mehr“, ist der Auftrag, neue Erkenntnisse zu erlangen und diese in Zukunft zu integrieren.
Jesus hat gerade denen, denen nicht alles gelungen ist, die Hand gereicht und ihnen eine neue Chance eröffnet.
Karin Remsing
Dipl. Ehe-, Familien-, und Lebensberaterin bei BEZIEHUNGLEBEN.AT
Lesen Sie dazu auch auf der Website der KirchenZeitung: "Wir reden viel und planen ständig": Aus dem Alltag einer Patchwork-Familie



