Sonntag 8. Februar 2026

Wenn es in der Familie zu Gewalt kommt

Wenn es in der Familie zu Gewalt kommt

Josef Hölzl MSc von Beziehungleben über Gewalt in der Beziehung und in der Familie.

 

In wenigen Sekunden hat Herr K. mit seiner rechten Hand zerschlagen, was er über viele Jahre mit all seiner Energie, mit all seinem Einsatz und mit seinen beiden Händen aufgebaut hat – er hat seine Familie und seine Beziehung „zerschlagen“. Dem Menschen, den er liebt, seiner Frau, hat er am meisten wehgetan. Er hatte schon öfter zugeschlagen, dann bitter bereut und seine Frau vertraute ihm und seinen Versprechungen immer wieder. Dieses Mal allerdings musste sie ins Krankenhaus und sie hat Angst vor ihrem Mann.

 

Angst und Gewalt zerstören Menschen und Beziehungen und jene, die zugeschlagen haben, stehen oft alleine da. Gewalt ist keine Krankheit und keine Folge von irgendwelchen Bedingungen (schwere Kindheit, zu viel getrunken, provoziert worden usw. werden als Ausreden und Rechtfertigungen benützt), ist auch kein Konflikt oder der Endpunkt eines Konfliktes, sondern ein Verhalten, welches den Kontakt beendet und einen Konflikt möglicherweise erst gar nicht aufkommen lässt.

 

Gewalt an Kindern wird auch von Frauen ausgeübt; die Motive (wie etwa das Erleben von Ohnmacht, Angst vor dem Kontrollverlust und Überforderung) sind ähnlich wie bei Beziehungsgewalt.

 

 

Was hilft und was es braucht

 

Im Rahmen professioneller Beratung, speziell für jene, die zugeschlagen haben, erlernen und üben Männer (und Frauen), ihr Verhalten zu reflektieren und neu zu bewerten.

Der Gewalttat liegt die Entscheidung zuzuschlagen zugrunde. Männer, die schlagen, können sich anders entscheiden (Gewalt an sich ist nicht männlich, allerdings wird die meiste Gewalt von Männern ausgeübt – Männer sind auch mehrheitlich Opfer von Gewalt).

 

Sie können erkennen, wann der Punkt, sich zu entscheiden, gekommen ist und zu lernen, so für sich zu sorgen, dass die Anwendung von Gewalt überflüssig wird. Menschen, die eine spezielle Beratungsstelle (z. B. Männerberatung, Familienberatungsstelle) aufsuchen, um ihre Gewalttätigkeit abzulegen, übernehmen die Verantwortung für ihr Handeln und sind bereits nach einem halben Jahr in der Lage, ihrer Partnerin zu sagen: „Wir werden nicht nur Sonnenschein haben dieses Jahr, aber du bist bei mir sicher!“

Männer (und Frauen), die zuschlagen, brauchen keine Ächtung, sondern die Zusage, dass es möglich ist, dieses Verhalten mit professioneller Hilfe „umzulernen“, bei gleichzeitiger Klarheit: Gewalt in der Beziehung und Erziehung ist ein „no go“, weil es Vertrauen und die Beziehung nachhaltig stört und zerstört. Diese beiden Botschaften können nicht oft genug unmissverständlich kommuniziert werden.

 

Josef Hölzl MSc

Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberater, Gewaltberater bei BEZIEHUNGLEBEN.AT

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