Freitag 19. Januar 2018

Tag der Schöpfung: Papst ruft zu Hören auf "Schrei der Erde" auf

Papst Franziskus hat zu mehr Respekt für die Umwelt aufgerufen. Alle, die in besonderer Verantwortung stehen, sollten "den Schrei der Erde und den Schrei der Armen, die am meisten durch Umweltzerstörung betroffen sind, hören", sagte er am Mittwoch bei der Generalaudienz am Petersplatz in Rom. Die Gläubigen aller Religionen lud er zur Teilnahme an der "Schöpfungszeit" ein - einer Aktion, mit der christlichen Kirchen vom 1. September bis 4. Oktober den Blick besonders auf den rücksichtsvollen Umgang mit der Schöpfung lenken und für dieses Anliegen auch beten. 

 

Der Papst kündigte zugleich eine gemeinsame Botschaft für den Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung am Freitag an, die er gemeinsam mit dem weltweiten Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, Bartholomaios I., an die Welt richten wolle. Der "grüne Patriarch" von Konstantinopel gilt als profiliertester Kirchenvertreter in Sachen Umweltschutz und gab die Initiative für den Gebetstag.

 

Auch die nicht-christlichen Religionen rief Vatikan zu gemeinsamem Engagement im Umweltschutz auf. Die Sorge um die Schöpfung könne "die verschiedenen Religionen und Kulturen im Namen neuer Modelle des Zusammenlebens und der Entwicklung vereinen", sagte der Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Bischof Miguel Angel Ayuso Guixot, am Dienstag bei einer interreligiösen Konferenz in Santiago de Chile. Weiter appellierte er an die Religionsvertreter auf, sich sozial sowie politisch für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen. 

 

Soziale Ungleichheit, weltweite Gleichgültigkeit und eine "Wirtschaft, die ausschließt" fördern laut Ayuso politisches und wirtschaftliches Ungleichgewicht sowie soziale Ungerechtigkeit. Diese seien Ursache für Migration. Millionen Menschen würden aufgrund von Kriegen, Gewalt sowie "Klimawandelphänomenen, die Hunger und Mangel auslösen", gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die internationale Gemeinschaft dürfe humanitäre Krisen nicht gleichgültig hinnehmen und sich in Schweigen hüllen.

 

Wenn die Religionen ihren gegenseitigen Dialog sowie ihren Einsatz für das Allgemeinwohl verstärkten, "können sie eine bedeutende Rolle spielen", so der Bischof. Er forderte konkrete Handlungsvorschläge und Aktionen, die jeden einzelnen sowie auch die internationale Politik einbezögen.

 

Impuls für neuen Lebensstil

 

Die mit September startende fünfwöchige Schöpfungszeit findet ihren End- und Höhepunkt am 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franziskus. Seit 2015 ist der bereits davor ökumenisch begangene "Schöpfungstag" am 1. September offiziell als "Weltgebetstag für die Schöpfung" im katholischen Kalender eingetragen. Der Tag sollte in allen Ortskirchen angemessen begangen werden und einen nachhaltigen Lebensstil fördern, betonte Papst Franziskus. 

 

Damit griff der Papst eine Einladung der orthodoxen Kirche auf: Bereits 1989 hatte der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios "die ganze orthodoxe und christliche Welt" eingeladen, am 1. September "zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung". Diese Initiative wurde 1992 von der gesamten Orthodoxen Kirche begrüßt und übernommen, katholische und evangelische Ortskirchen folgten. 

 

Assisi: "Abschied vom Geldgott"

 

In Assisi startet die Schöpfungszeit mit einem "symbolischen Akt": In der Kirche della Spogliazione erinnern am 1. September die Bischöfe von Assisi und Gubbio, Domenico Sorrentino und Mario Coeccobelli, daran, dass hier der "Umwelt-Heilige" Franz von Assisi als Jugendlicher sein Kriegspferd abgerüstet hat und eine Fußwallfahrt nach Gubbio startete. 

 

Die Wiederholung der Geste soll laut einer Ankündigung im vatikanischen Blogportal sismografo.org auf die dringende Notwendigkeit verweisen, "sich des Geldgottes zu entledigen, der Kriege, Ungleichheit und Klimaveränderungen hervorbringt". Nötig seien Schritte hin zu einer Politik, die auf Dialog und Frieden, menschenwürdige Arbeit und nachhaltige Energie setzt. 

 

Symbolträchtige Aktionen zur Schöpfungszeit finden rund um den Erdball und in verschiedensten christlichen Kirchen statt, wie die zentrale Auflistung der Aktionen auf der Internet-Seite de.seasonofcreation.org offenbart. Die ökumenisch und interreligiös ausgerichteten Feiern sollen dabei besonders in Hinblick auf den 500. Jahrestag der Reformation ein "Zeugnis für die Einheit" geben.

 

kathpress (vt)

Schöpfungszeit-Gedanken
Sonnenblume

"Christinnen und Christen sind dazu berufen,

die Erde als Werk Gottes zu beschützen

und dies auch praktisch umzusetzen."

 

(Umweltbischof Dr. Alois Schwarz)

Laudato si' - zum Hören

Laudato si' - der Text

Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind
mit allen Geschöpfen
auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.

(Papst Franziskus: Enzyklika "Laudato si'", Gebet für unsere Erde)

Mein Schöpfungs-Engagement
Dankbar zu sein und achtsam mit der Schöpfung umzugehen – das ist den Marienschwestern vom Karmel wichtig, darum kaufen sie Bio-Produkte.

Dankbarkeit und Bio-Produkte

Den ersten Schritt zur Bewahrung der Schöpfung sehen wir in der Dankbarkeit für Gottes wunderbare Gaben.

In Zukunft gut atmen können – das ist es, was Gabriele Eder-Cakl zum Klimaschutz antreibt

In Zukunft gut atmen können

In Zukunft gut atmen können – das ist es, was mich leitet bei meinem Einsatz für Klimaschutz. Und die Überzeugung...

Pia Teufel

Schöpfung gemeinsam schützen

Die Schöpfung ist etwas, das wir nur schützen können, wenn alle zusammenarbeiten...

Richard Gresak engagiert sich parteipolitisch, weil ihm theoretisches Gutheißen von Umweltschutz zu wenig ist.

Weniger Theorie, mehr Praxis

Ich habe für mich bemerkt, dass mir zum Schutz der Schöpfung und Umwelt ein theoretisches Bejahen und Gutheißen zu...
Schöpfung und Nachhaltigkeit
Ein neuer Film zeigt die Situation der Menschen im Lebens- und Naturraum „Cerrado“ in Brasilien.

Film: Generationen im Gerais – Naturschutz und Landkonflikte am Oberlauf des Rio Preto

Ein Film der Entwicklungsagentur 10envolvimento unter der Regie des oberösterreichischen Missionars Diakon Martin...

V. l.: Heribert Ableidinger (Welthaus Linz), Stefan Robbrecht-Roller (Südwind OÖ), Mitte Roswitha Lobe (Koordinatorin Weltläden OÖ), LH Mag. Thomas Stelzer, Mag. Karl Lehner (Oö. Gesundheits- und Spitals-AG)

Fair handeln und fair einkaufen: EZA-Woche des Landes Oberösterreich

Das Land Oberösterreich setzt mit der Woche der Entwicklungszusammenarbeit von 3. bis 14. November 2017 durch den...

Schöpfung

Tag der Schöpfung: Papst ruft zu Hören auf "Schrei der Erde" auf

Papst Franziskus hat zu mehr Respekt für die Umwelt aufgerufen. Alle, die in besonderer Verantwortung stehen, sollten...

Moraltheologe Dr. Michael Rosenberger

Moraltheologe Rosenberger: Auch Tiere christlich bestatten

Der Linzer Moraltheologe Michael Rosenberger, Professor an der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz, spricht...
Laudato si' - gelesen vom Welthaus Linz

„Wir brauchen eine neue universale Solidarität“ (14)

Papst Franziskus will „Laudato si“ nicht als reine Umweltenzyklika verstanden wissen. Die sozialen und ökologischen...

Was unserem Haus widerfährt

„Veränderung ist etwas Wünschenswertes“ (18), aber sie muss uns beunruhigen, wenn sie unsere Umwelt zerstört und die...

Das Evangelium von der Schöpfung

Dass die derzeitige ökologische Krise nicht durch technischen Fortschritt alleine zu lösen sein wird, leuchtet vielen...

Die menschliche Wurzel der ökologischen Krise

Die gegenwärtigen Probleme sind nicht nur eine Folge von zu großem Ressourcenverbrauch sondern vor allem auch eine...

Eine ganzheitliche Ökologie

Zur Lösung der Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen braucht es einen ganzheitlichen, aber keinen...
Schöpfungsverantwortung aus dem Glauben
Der Schutz der Schöpfung Gottes sollte für ChristInnen Herzensangelegenheit und Grundauftrag sein, fordert Papst Franziskus in seiner Enzyklika 'Laudato sì'.

Ökologie aus dem Glauben

Alles was uns umgibt ist Gottes geliebte Schöpfung. Ihr Schutz sollte für ChristInnen Herzensangelegenheit und Grundauftrag sein. In seiner Enzyklika „Laudato sì“ führt Papst Franziskus viele Argumente für eine Ökologie aus dem Glauben an.

Arbeits-Grundlage - aus dem Sozialreferat
Lese- und Reflexionsunterlagen Laudato si'

Lese- und Reflexionsvorschläge zu Laudato si'

Hier finden Sie Vorschläge um alleine oder mit Gruppen zur Enzyklika zu arbeiten. Download Annäherung ans Thema...

Ökumenische Arbeitshilfen

Liturgie Schöpfungszeit/-tag

Sanfte Hügel, raue Gipfel - Arbeitshilfen der oeku Kirche und Umwelt 2015 Ökumenischer Tag der Schöpfung 2015...
Sommerakademie 2017: Schöpfungsverantwortung
Dr. Niko Paech

Postwachstumsökonomie: Nachhaltigkeit ohne Greenwashing - Dr. Niko Paech

Die lang gehegte Hoffnung, dass wirtschaftliches Wachstum durch technischen Fortschritt nachhaltig oder...

Podiumsdiskussion zum Thema "Erfahrungen ökologische Aufbrüche" mit DI Margit Mayr-Lamm, Ing. Heinz Hödl, DI Christoph Wiesmayr und Dr. Josef Heringer

Erfahrungen ökologischer Aufbrüche – Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion zu konreten Erfahrungen ökologischer Aufbrüche mitDI Margit Mayr-Lamm, Ing. Heinz Hödl,DI Christoph...

Vortrag von Dr. Hans Diefenbacher vorgetragen durch Dr. Helmut Obermayr

Die Verantwortung der Christen für Natur und Umwelt - Prof. Dr. Hans Diefenbacher

Die Umweltdiskussion der letzten fünfzig Jahre hat die Menschen immer wieder auch als den größten Risikofaktor für...

Dr. Helga Kromp-Kolb

Klimawandel – eine Glaubensfrage? - Prof.in Dr.in Helga Kromp-Kolb

Der Klimawandel hat viele Gesichter: Naturwissenschaftlich gesehen, handelt es sich bei den Beobachtungen des...

Dr. Michael Rosenberger

“Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht”: Christliche Schöpfungsspiritualität zwischen Angst und Hoffnung - Prof. Dr. Michael Rosenberger

Welche Hilfen kann eine christliche Spiritualität geben, um die Dramatik der globalen ökologischen Situation nicht zu...
Projekte und Aktionen
Schöpfung bewahren und beten

Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung

Papst Franziskus griff die Idee des orthodoxen "Tag der Schöpfung" am 1. September auf und führte 2015 einen katholischen Gebetstag ein, um jedes Jahr auf's Neue JA zu sagen, "Beschützer des Werkes Gottes" zu sein.

Zeit der Schöpfung...

Schöpfungszeit

Jährlich wird vom Tag der Schöpfung am 1. September bis zum Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi am 4. Oktober die Schöpfungszeit begangen – ein Impuls für das gesamte Kirchenjahr ... 

Franziskus zum Quadrat
Giotto - Die Vogelpredigt des Franz von Assisi. Fresko in der Kirche St. Francesco in Assisi.

Franziskus von Assisi (4.10.)

Christus nachfolgen. Dies wollte ein Kaufmannssohn aus Assisi im italienischen Umbrien. Seinem Vorbild folgen bis heute unzählige Menschen. Und seine Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung ist beispielgebend.

Papst Franziskus am Petersplatz. © Jeffrey Bruno/en.wikipedia.org/CC BY-SA 2.0

Franziskus in Rom

Papst Franziskus wählte seinen Namen nicht zufällig, obwohl ihm die Idee spontan kam. Mit dem Sonnengesang "Laudato sì" besang Franz von Assisi Gottes Schöpfung. In der gleichnamigen Enzyklika wirbt Papst Franziskus für eine ganzheitliche Ökologie.

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
TEL: 0732 / 7610 - 1170
FAX: 0732 / 7610 - 1175

DVR: 0029874(117)

www.dioezese-linz.at
post@dioezese-linz.at
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: