Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorständ:innen in der neuen Pfarre Rodl-Donau
Nach Jahren intensiver Vorbereitung wurde mit 1. Jänner 2026 das Dekanat Ottensheim als neue Pfarre Rodl-Donau kirchenrechtlich gegründet. Die neue Pfarre besteht aus den 9 Pfarrteilgemeinden Eidenberg, Feldkirchen an der Donau, Goldwörth, Gramastetten, Ottensheim, Puchenau, St. Gotthard, Walding und Wilhering. Geleitet wird sie von Pfarrer Abt Dr. Reinhold Dessl OCist, Pastoralvorständin Dipl.-Theol.in Univ. Maria Krone und Verwaltungsvorstand Daniel Himsl. Wesentlich bleiben bzw. weiter intensiviert werden die Zusammenarbeit bzw. die Mithilfe und Leitungsverantwortung in unterschiedlichen Aufgabenbereichen von Priestern, Ständigen Diakonen, Seelsorger:innen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen vor Ort in den Pfarrteilgemeinden bzw. im pastoralen Handlungsraum der Pfarre.
Der offizielle Name der neuen Pfarre lautet „Rodl-Donau“. Die heilige Anna wird als eine Art geistliches Programm und Leitgestalt der neuen Pfarre im Namen mitgeführt („Rodl-Donau St. Anna“). Dies hat die Dekanatskonferenz Ottensheim im Juni 2025 festgelegt. Sie sieht in der hl. Anna als Mutter Marias eine Brückengestalt zwischen dem Alten und dem Neuen Testament und eine Verbinderin der Generationen. Auch die neue Pfarre möchte Brücken bauen: zwischen den Pfarrgemeinden, zwischen den Generationen, zwischen Kirche und Gesellschaft.
Den Festgottesdienst zur Amtseinführung von Pfarrer und Pfarrvorständ:innen feierte mit der Gemeinde Generalvikar Severin Lederhilger gemeinsam mit Priestern, Diakonen, hauptamtlichen Seelsorger:innen und Wortgottesfeierleiter:innen aus den 9 Pfarrgemeinden am 25. Jänner 2026 um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche Ottensheim. Gekommen waren Mitglieder der Seelsorgeteams und der Pfarrgemeinderäte, weitere Vertreter:innen der Pfarrteilgemeinden, der pastoralen Orte und Ordensgemeinschaften im Pfarrgebiet sowie zahlreiche Pfarrmitglieder der neuen Pfarre Rodl-Donau. Die Politik war durch Bürgermeister:innen der Region vertreten, der Vizebürgermeister von Ottensheim Gerhard Leibetseder hielt am Ende der Feier eine Ansprache. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Ottensheim unter der Leitung von Othmar Fuchs. An der Orgel musizierte Birgit Weberndorfer.
Beim Festgottesdienst bekundeten die Ernannten vor Generalvikar Severin Lederhilger und der versammelten Feiergemeinde ihre Bereitschaft, die Pflichten dieser Ämter auf sich zu nehmen: So versprachen sie, die Pfarre Rodl-Donau umsichtig zu leiten, in ihr die Grundvollzüge von Kirche lebendig zu halten, dafür zu sorgen, dass die frohe Botschaft des Evangeliums zeitgemäß verkündet wird, Arme und Bedrängte in die Mitte der Gemeinschaft zu stellen, an Freud und Leid der Menschen Anteil zu nehmen und mit Wertschätzung sowie im Dienst an der Einheit mit allen Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarrgemeinden und pastoralen Orten zusammenzuarbeiten und dabei Bischof Scheuer gegenüber loyal zu sein.
Generalvikar Lederhilger: Das Evangelium von Gerechtigkeit, Liebe und Frieden in den Alltag übersetzen
In seiner Predigt betonte Generalvikar Severin Lederhilger, mit der Amtseinführung der Leitungsverantwortlichen für die Pfarre Rodl-Donau gehe es um den „Beginn eines neuen Miteinanders von Menschen, die sich nicht selbst wichtigmachen wollen, sondern gemeinsam Jesu Botschaft, sein Evangelium von Gerechtigkeit, Liebe und Frieden in den Alltag unserer Zeit übersetzen möchten“. Die neuen Ämter und Strukturen stünden im Dienst dieser Glaubensverkündigung und der Erlebbarkeit von Kirche. Lederhilger nahm in seinen auch auf die hl. Anna Bezug: „Ihr habt euch als Vorbild und Schutzpatronin die heilige Anna gewählt, um diese ‚Brückengestalt‘ als Wegbereiterin Christi und ‚Verbinderin der Generationen‘ stets vor Augen zu haben. Ihr geistliches Programm will Altes und Neues verbinden und dabei manche Schwierigkeiten überbrücken helfen in einem guten menschlichen Miteinander. Das lässt ein Klima des Glaubens und der Nächstenliebe unter allen Menschen wachsen, ermöglicht und fördert es immer weiter.“
In der neuen Pfarre Rodl-Donau werde nun mit der Amtseinführung ein erstes Kapitel der Pfarrchronik aufgeschlagen. Der Generalvikar bedankte sich – auch im Namen von Bischof Manfred Scheuer – für die Bereitschaft zum Engagement, bat alle Gläubigen der neuen Pfarre um ihre Unterstützung und ihr Mitgehen auf dem neuen Weg und wünschte Gottes Segen für das Kommende. „Ich bin mir sicher, dass ihr euer kirchliches Christsein weiterhin mit klarem Profil und – im Sinne der heiligen Anna – in Einmütigkeit, mit viel Kreativität, Kompetenz, Glaubenskraft und Einsatzfreude lebt“, so Lederhilger zu den Mitfeiernden.
Feiern in Verbundenheit
Nach der Predigt beteten Pfarrer Abt Reinhold Dessl, Pastoralvorständin Maria Krone und Verwaltungsvorstand Daniel Himsl vor Generalvikar Lederhilger und der Feiergemeinde das Glaubensbekenntnis. Nun erklärte Generalvikar Lederhilger die Rechtmäßigkeit des Amtsantritts. Vertreter:innen der Pfarrgemeinden und pastoralen Orte drückten dem Pfarrer und den beiden Pfarrvorständ:innen per Handschlag ihre Verbundenheit und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit zum Wohl der ganzen Pfarre aus. Abschließend segnete Generalvikar Lederhilger die Neubestellten für ihren Dienst.
Pfarren als wichtige Ankerpunkte, die Halt geben
Der Vizebürgermeister von Ottensheim Gerhard Leibetseder betonte in seiner Ansprache, auch Pfarren müssten flexibel auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren, um ihre pastorale Arbeit bestmöglich fortzuführen. „In einer Zeit des Wandels und der Veränderung sind Einrichtungen wie die Pfarre wichtige Ankerpunkte. Sie geben Halt, schaffen Gemeinschaft über Generationen hinweg und erinnern uns an Werte wie Verantwortung, Mitmenschlichkeit und Hoffnung“, unterstrich der Vizebürgermeister.
Leibetseder dankte allen für ihr kirchliches Engagement, besonders den ehrenamtlich Tätigen. „Das Ehrenamt spielt in einer Gemeinde eine zentrale Rolle und bildet das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens. Ehrenamtliche Arbeit entlastet kommunale Haushalte und schafft Angebote in einer Gemeinde, die sonst nicht finanzierbar wären.“ Mehr noch, das Ehrenamt sei unverzichtbar für eine lebendige solidarische, und zukunftsfähige Gemeinde. Das Funktionieren der kleinsten gesellschaftlichen Zellen – Familie und Gemeinde – bilde nämlich das Fundament „für eine stabile, solidarische und lebenswerte Gesellschaft“, so Leibetseder. Der Ottensheimer Vizebürgermeister wünschte der neuen Pfarre einen guten Start, Offenheit, gegenseitiges Vertrauen und den Segen Gottes für die kommenden Aufgaben. „Unsere Pfarre soll wie bisher ein lebendiger Ort des Miteinanders und des Glaubens sein“, so der Wunsch von Leibetseder, der der neuen Pfarre weiterhin die Unterstützung durch die Gemeinden zusagte.
Eine Kirche, die neue Wege geht und Gott im Miteinander erfahrbar macht
Am Ende des Gottesdienstes formulierten Pfarrer Abt Reinhold Dessl, Pastoralvorständin Maria Krone und Verwaltungsvorstand Daniel Himsl ihren Dank und ihre Vision für die Zukunft der neuen Pfarre Rodl-Donau.
Pfarrer Abt Reinhold Dessl betonte, er wolle sich einsetzen für eine „missionarische Kirche, die Zeugnis von ihrem Glauben gibt, und für eine solidarische Kirche, die die Not der Menschen nicht übersieht“. Sein Engagement gelte einer Kirche, die aus der Taufberufung aller Christ:innen lebe, und einer Kirche, die verschiedene Ausprägungen des Glaubens und der Berufungen kenne. Wichtig sei ihm „eine Kirche, die in Verbundenheit mit der Weltkirche lebt und eine Kirche, die vor Ort beheimatet ist“. Er träume von einer Kirche, die das Gute der Tradition bewahre, und von einer Kirche, die neue Wege im Heute gehe, so Dessl.
Pastoralvorständin Maria Krone unterstrich in ihren Worten, sie setze sich ein „für eine Kirche voll Menschen, die da sind, wenn jemand Nächstenliebe braucht, für eine Kirche, deren Kennzeichen freundliche Gesichter sind“. Wichtig sei ihr auch Zeit für das Eintauchen in spirituelle Tiefe, ein verlässliches Miteinander der Generationen und ein Gesprächsklima, das Versöhnung ermögliche. „Ich setze mich ein für eine Kirche, die Platz lässt für die Zukunft, denn das Puzzle des Reiches Gottes ist noch längst nicht komplett. Ich setze mich ein für eine Kirche, die in alldem Gott vertraut, dass er unser Leitstern ist und uns in die richtige Richtung führt“, so Krone.
Verwaltungsvorstand Daniel Himsl betonte, er engagiere sich „für eine Kirche, die die Werte, die sie verkündet, lebt, die in ihrem Handeln zeigt, wofür sie steht, und im Leben der Menschen Spuren hinterlässt“. Wichtig sei ihm eine Kirche, die den Schwächsten nahe sei, ihnen Halt gebe und neue Zuversicht schenke. „Ich engagiere mich für eine Kirche, die den Mut hat, neue Wege zu gehen, Veränderungen offen begegnet und zugleich ihre Wurzeln achtet. Ich engagiere mich für eine Kirche, die Heimat für viele ist, die Suchenden Hoffnung gibt und ein Wegweiser für jene ist, die Orientierung brauchen. Ich engagiere mich für eine Kirche, die nicht nur von Gott spricht, sondern ihn im Miteinander erfahrbar macht.“
Nach dem Gottesdienst waren alle Mitfeiernden zu einer Agape eingeladen, wo das Fest bei Speis und Trank und guten Gesprächen ausklang.
Pfarre Rodl an der Donau St. Anna
Die Pfarrstrukturreform
Das Umsetzungskonzept der Pfarrstrukturreform sieht 39 „Pfarren“ vor, die aus mehreren Pfarrteilgemeinden mit ihren historischen lokalen Rechtsträgern „Pfarrkirche“ und „Pfarrpfründe“ bestehen. Damit soll sowohl die Zusammengehörigkeit innerhalb des pastoralen Raumes einer Pfarre bewusst gemacht als auch die konkrete Beheimatung und Verantwortung in einer konkreten Gemeinschaft vor Ort zum Ausdruck gebracht werden. Die Pfarrteilgemeinden werden daher zwar eine weitgehende Selbstständigkeit (auch finanzieller Art) für ihren Bereich bewahren können, zugleich profitieren sie vom größeren Ganzen der Pfarre und der Zusammenarbeit der Seelsorgeverantwortlichen. Die gemeinsame Erarbeitung pastoraler Schwerpunkte in einem pfarrlichen Pastoralkonzept konkretisiert das Wirksamwerden von Kirche in Verkündigung, Gottesdienst, Diakonie und Gemeinschaft in der Pfarre und den Pfarrgemeinden.
Geleitet werden die Pfarren von jeweils einem Pfarrer in Zusammenarbeit mit zwei Vorständ:innen für pastorale und wirtschaftliche Angelegenheiten (Pastoral- und Verwaltungsvorständ:innen). Wesentlich bleibt dabei weiterhin die Mithilfe und Leitungsverantwortung in unterschiedlichen Aufgabenbereichen von Priestern, Ständigen Diakonen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort in den Pfarrgemeinden bzw. im pastoralen Handlungsraum der Pfarre. Erreichbarkeit, Seelsorge, Glaubenszeugnis und sozialer Einsatz sollen durch eine bessere Koordination und Aufgabenbeschreibung langfristig für alle Pfarrteilgemeinden sichergestellt werden.
Ziel der neuen Struktur ist es vor allem, einen unterstützenden Rahmen für eine inhaltliche, an der Botschaft Jesu orientierte Neuausrichtung der Christinnen und Christen zu schaffen, damit Kirche im Sinne des Evangeliums auch weiterhin nah bei den Menschen und wirksam in der Gesellschaft ist. Insgesamt befinden sich nun bereits 26 von 39 Dekanaten in der neuen Struktur als neue Pfarren.
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Presseunterlagen zum Download
Pressemitteilung zum Download (doc/pdf)
Fotos der Amtseinführung zum Download (honorarfrei): © Pfarre Rodl-Donau / Walter Retschitzegger


