Freitag 16. Januar 2026

Ökumenisches Sternenkinder-Gedenken im Zeichen von Trost und Hoffnung

Zahlreiche Menschen folgten der Einladung zum diesjährigen ökumenischen Sternenkinder-Gedenken am 13. Dezember 2025 in die Linzer Ursulinenkirche und gedachten gemeinsam ihrer viel zu früh verstorbenen Kinder. 

Bei der Gedenkfeier in der Linzer Ursulinenkirche, die vom Referat Trauerpastoral der Diözese Linz gemeinsam mit der Evangelischen Kirche A.B. Oberösterreich organisiert und gestaltet wurde, erfüllte ein Meer aus Lichtern den Raum mit einem sanften, warmen Glanz. Jede einzelne Kerze symbolisierte die Erinnerung an ein Sternenkind – ein Kind, das vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist. Auch Kinder, die viel zu früh ihr Leben lassen mussten, wurden in die Feier mit hineingenommen.

 

Das ökumenische Gedenken findet traditionell rund um den „Worldwide Candle Lighting Day“ statt. Am zweiten Sonntag im Dezember – in diesem Jahr am 14. Dezember – gedenken weltweit viele Familien ihrer verstorbenen (Sternen-)Kinder. Um 19:00 Uhr Ortszeit stellen sie Kerzen ans Fenster, eine Aktion, die als „Worldwide Candle Lighting“ bekannt ist. Durch die unterschiedlichen Zeitzonen entsteht eine Lichterwelle, die innerhalb von 24 Stunden die gesamte Erde umrundet: Während die Kerzen in einer Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet. Die zentrale Botschaft hinter dieser symbolischen Geste lautet: „Möge ihr Licht für immer scheinen.“ Jede brennende Kerze erinnert an ein Kind, das Spuren auf dieser Welt hinterlassen hat.

 

Bischof Scheuer: „Stirbt ein Kind, so geht ein Stück von deinem Herzen“

 

Bischof Manfred Scheuer und Superintendent Gerold Lehner richteten mit einfühlsamen Worten ihre Botschaften an die Trauernden. Beide betonten, wie wichtig es sei, der verstorbenen Kinder zu gedenken und die Trauer zuzulassen. „Der frühe Tod eines Kindes trifft die Eltern, die Mutter und den Vater umso stärker, je mehr das Kind bejaht wurde, je stärker es mit Hoffnung und Freude verbunden und in den Alltag eingezogen war“, sagte Bischof Scheuer. Ein Kind zu verlieren sei ein Schmerz, der an die Grenze dessen gehe, was ein Mensch ertragen könne. Zeit heile nicht einfach die Wunden, die Erinnerung sei schmerzlich. Die Erfahrung des Todes greife massiv in das gegenwärtige Leben ein: in die Lebensfreude und Lebensannahme, in die Beziehungen, in die Lebenskraft. Der Bischof wörtlich: „Stirbt ein Erwachsener, so geht er von deiner Seite. Stirbt ein Kind, so geht ein Stück von deinem Herzen.“

 

Kerzen, Fotos, Hand- und Fußabdrücke, das Nennen der Namen bei der Gedenkfeier seien Zeichen der Erinnerung, eines schmerzlichen Gedächtnisses, in dem aber vielleicht das Erfahrene – nicht auf einmal und auch nicht planbar – angenommen und verwandelt werde. „Wir geben heute den verstorbenen Kindern Raum. Den verstorbenen Kindern Raum und Zeit geben, dazu gehört auch, dass sie einen Namen haben. Sie sind nicht Glied einer Statistik, kein Kind ist wiederholbar und ersetzbar, keines ist eine Zahl oder Nummer oder ein Serienprodukt. Jedes Kind ist einzigartig auf der Welt, auch und gerade die vor, während und nach der Geburt verstorbenen Kinder, haben eine einzigartige Würde und einen unendlichen Wert“, so der Bischof. Die Kinder hätten auch bei Gott einen Namen, denn, so Scheuer: „Gott kennt uns Menschen von Mutterleib an. Wir dürfen sicher sein, dass Christus gerade denen besonders nahe und um deren Heil besorgt ist, deren Lebenszeit so kurz und durch Krankheit und Leiden gezeichnet ist.“

 

Superintendent Gerold Lehner hob auch die Verbundenheit der Eltern mit ihren verstorbenen Kindern hervor: „Jeder und jede von euch hat eine eigene Geschichte, die er oder sie mitbringt, jeder Schmerz hat ein anderes Gesicht. Aber jedes Kind war verbunden mit Gedanken von Glück und Hoffnung und Sorge.“ Die Feiernden seien zusammengekommen, „um diese unsere Erfahrung und Gefühle, unsere Fragen und Klagen in einen größeren Raum zu stellen. Wir bringen unsere Kinder, unsere Enttäuschungen und unsere Schmerzen zu unserem Gott“, sagte der Superintendent.

 

 

Ein Ort der Stille, der Erinnerung und des Trostes

 

Das ökumenische Sternenkinder-Gedenken in der Ursulinenkirche bot den betroffenen Familien einen Ort, um der Trauer in geschütztem Rahmen Ausdruck zu verleihen. Zugleich war es auch ein Ort der gemeinsamen Hoffnung und des Trostes. Vor dem Gottesdienst erhielten die Mitfeiernden am Eingang ein Glas mit einem Teelicht und wurden eingeladen, den Namen des verstorbenen Kindes auf das Glas zu schreiben. Die Teelichtgläser wurden dann in den Altarraum gestellt, wo sie während des Gedenkens leuchteten. So wurden die verstorbenen Kinder auf berührende Weise namentlich in die Feiergemeinde mit hineingenommen.

 

Gedenkfeiern und -orte in ganz Oberösterreich

 

Die Katholische Kirche in Oberösterreich setzt sich aktiv dafür ein, Menschen, die den Verlust eines Kindes betrauern, Raum und seelsorgliche Begleitung zu bieten. Sie stellt Orte der Erinnerung und Begegnung bereit, um Betroffenen eine Möglichkeit zu geben, ihre Trauer zu verarbeiten und in der Gemeinschaft Trost zu finden. In Kirchen, Kapellen, Krankenhäusern und auf Friedhöfen in ganz Oberösterreich gibt es Gedenkstätten für Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Diese Orte laden dazu ein, innezuhalten, den Schmerz zuzulassen und die Verbindung zu den verstorbenen Kindern in einer geschützten Atmosphäre zu spüren.

 

Rund um den „Worldwide Candle Lighting Day“ – und auch zu anderen Zeiten im Jahr – werden zahlreiche Gedenkfeiern organisiert, die den frühverstorbenen Kindern gewidmet sind. Diese Veranstaltungen bieten den Angehörigen nicht nur die Möglichkeit, gemeinsam zu trauern, sondern auch Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen. Sie sind ein Ausdruck der Solidarität und Erinnerung, der zeigt, dass niemand in seiner Trauer allein ist.

 

Informationen zu Gedenkorten und -feiern für Sternenkinder in Oberösterreich unter
www.dioezese-linz.at/sternenkinder

 

Aktuelle Termine für Begleitangebote, Kontakte zu Trauerbegleiter:innen, Materialien und Buchtipps für Eltern und Geschwister finden sich unter www.dioezese-linz.at/trauerhilfe

 

Presseunterlagen zum Download

 

Pressemitteilung zum Download (doc/pdf)

 

Fotos zum Downloaden: Diözese Linz / Thomas Markowetz (honorarfrei)

 

Anfragen und Kontakt:
Nicole Leitenmüller, BEd
Diözese Linz – Team Krisenbegleitung
Referentin für Trauerpastoral
M 0676/8776-3364

Kirche vor Ort
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