Monday 13. July 2020

Fronleichnam – ein zweiter Gründonnerstag

Festlich geschmückte Monstranz zu Fronleichnam

Der katholische Feiertag Fronleichnam, der am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert wird – heuer am 11. Juni – ist wie ein zweiter Gründonnerstag: Es wird gefeiert, dass Jesus beim letzten Abendmahl seine bleibende Gegenwart in Brot und Wein verheißen hat.

Der Glaube an die Gegenwart Christi wird von den katholischen ChristInnen auf die Straßen und in die Welt hinausgetragen.

 

Geschichte und Theologie des Festes

 

Das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“, wie Fronleichnam seit 1970 offiziell heißt, wurde 1264 für die ganze westliche Kirche vorgeschrieben, brauchte aber zu seiner Annahme und Feier in ganz Europa noch einige Jahrzehnte. Eine Prozession zu Fronleichnam ist erstmals in Köln 1274 bezeugt.

Der Name kommt von „vron“, „fron“: Herr, heilig; und von „lichnam“: lebender Leib. Der theologische Gehalt von Fronleichnam erschließt sich aus dem Glaubensverständnis der Eucharistie: Jesus Christus ist in Gestalt des während der Heiligen Messe gewandelten Brotes und Weines, der Eucharistie, gegenwärtig und personal anwesend. Diese Glaubenserfahrung wird bei der Fronleichnamsprozession nochmals eindrücklich vor Augen geführt. Mit Jesus Christus, der in der Gestalt des Brotes mitten unter uns ist, sind wir gemeinsam in dieser Welt als pilgernde Kirche unterwegs. Die Hostien werden in künstlerisch wertvollen, häufig mit Blumen geschmückten Monstranzen bei den Prozessionen mitgetragen.

 

Das Fest und seine Form mit Prozession und Segnungen von vier im Freien aufgestellten Altären aus, die den vier Himmelsrichtungen entsprechen, hat seinen Ursprung im Bedürfnis der Menschen des Mittelalters und der frühen Neuzeit, den „Himmel“ auf Erden „sichtbar“ zu machen. Heute finden im Fronleichnamsfest Tradition und Gegenwart in einer neuen Synthese zueinander. Mit der Verehrung der Eucharistie zu Fronleichnam bitten die Gläubigen um Kraft aus dem Glauben für ihren Alltag.

 

 

Fronleichnam in Corona-Zeiten

 

Das vertraute Bild von Fronleichnam: Das Fest beginnt üblicherweise mit einem feierlichen Gottesdienst, anschließend wird mit der Monstranz, die oftmals unter einem „Himmel“ (Baldachin) getragen wird, eine Prozession mit vier Stationen gegangen. Die vier Altäre – ebenso wie der „Himmel“ meist auf besondere Weise geschmückt – sollen die vier Himmelsrichtungen symbolisieren, bei denen für die verschiedenen Anliegen der Menschen in Stadt und Land um den Segen Gottes gebetet wird. Der Weg ist dabei in vielen Fällen von eigens aufgestellten Birken gesäumt. Die Erstkommunionkinder gehen bei diesem Fest noch einmal mit ihren festlichen Kleidern mit und streuen Blütenblätter auf den Weg. Dadurch wird die Besonderheit dieser Prozession unterstrichen.

 

Coronabedingt finden die Fronleichnamsfeiern heuer in abgeänderter Form statt. Die überarbeitete Rahmenordnung der Österreichischen Bischofskonferenz für liturgische Feiern, die seit 29. Mai gilt, sieht – unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen – eine schlichte Prozession vor: am besten nur mit einer Station, begleitet von einer Musikkapelle einem Chor oder anderen Musikensembles. Größe und Zusammensetzung der feiernden Gemeinde sollten bei Gottesdienst und Prozession in etwa der üblichen Gottesdienstgemeinde entsprechen.

 

Im Seenland Oberösterreich finden bei Schönwetter üblicherweise auch Prozessionen auf dem Wasser statt. Die Seeprozessionen in Hallstatt und Traunkirchen entfallen heuer coronabedingt.

 

 

Fronleichnam – Kindern erklärt

 

Warst du schon mal bei einer Fronleichnamsprozession dabei? Da gibt es einen „Himmel“, der getragen wird, Kinder streuen Blumen, Birken schmücken die Häuser und natürlich die Monstranz mit dem Heiligen Brot. Aber was genau feiern wir da?

 

Fronleichnam kommt aus einem ganz alten Deutsch (Mittelhochdeutsch) und heißt übersetzt: Das Fest des Leibes Christi. „Leib Christi“ spricht auch der Pfarrer oder der/die KommunionhelferIn, wenn sie die Kommunion, die Hostie, im Gottesdienst austeilen. Mit diesen Worten sagen sie, dass das nicht irgendeine Oblate ist, sondern dass in diesem Stück Brot Jesus wirklich da ist.

 

In der Messfeier erinnern wir uns an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Freunden und Freundinnen gefeiert hat. Er nahm das Brot, segnete es und brach es mit den Worten: Das ist mein Leib!

Zu Fronleichnam feiern wir dieses besondere Geheimnis, dass Jesus im Brot bei uns ist und uns zur Nahrung wird. Deshalb wird dieser Leib Christi wie ein Schatz in ein besonderes, kostbares Gefäß gegeben (die Monstranz) und durch die Straßen getragen. Damit zeigen wir allen Menschen, dass Jesus bei uns ist. Bei diesem Umzug (Prozession) singen und beten wir an bestimmten geschmückten Tischen (Altären) und freuen uns, dass Jesus mitgeht – in der Monstranz vorne in der Prozession.

Kinder haben dabei meist die besondere Aufgabe, Blumenblüten auf den Weg zu streuen, auf dem die Hostie mit Jesus getragen wird.

 

 

Fronleichnam im Linzer Mariendom: Festgottesdienst mit Bischof Scheuer und „Feiertag im Dom“ auf LT1

 

Im Linzer Mariendom findet am 11. Juni um 10 Uhr der Festgottesdienst zu Fronleichnam mit Bischof Manfred Scheuer statt. Eine schlichte Prozession führt auf den Domplatz, wo bei der Station der Abschluss gefeiert wird.

 

Um 11 Uhr wird auf LT1 und via Internet-Stream auf www.dioezese-linz.at die sechste von insgesamt sieben Feierstunden („Sonntag im Dom“ bzw. „Feiertag im Dom“) aus dem Linzer Mariendom übertragen. Die Feierstunden werden von unterschiedlichen SeelsorgerInnen und Teams zu verschiedenen inhaltlichen Akzenten gestaltet. Auch die musikalische Gestaltung variiert; Fixpunkt am Ende jeder Feierstunde ist eine Improvisation an der Rudigierorgel, gestaltet von Domorganist Wolfgang Kreuzhuber bzw. Dommusikassistent Gerhard Raab. Das Format mit dem Titel „Sonntag im Dom“ bzw. „Feiertag im Dom“ ist jeweils um 11 Uhr auf LT1 und via Internet-Stream auf www.dioezese-linz.at zu sehen. Zu Fronleichnam, am 11. Juni 2020, wird der „Feiertag im Dom“ von Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser und Pastoralassistentin Mag. Stefanie Hinterleitner gestaltet – mit Kindern und für Kinder. Das Thema der Feierstunde: „Jesus, das Brot des Lebens, das uns verbindet und Kraft schenkt“.

LT1 ist via Satellit, Kabel, A1 TV, DVB-T und online unter www.lt1.at zu empfangen. Via Satellit (ASTRA 19,2°) ist LT1 nur mittels HD-Receiver in Kombination mit einem HD-fähigen TV-Gerät empfangbar. Details zum Empfang gibt es auf www.lt1.at

https://www.dioezese-linz.at/fronleichnam

 

 

Presseunterlagen zum Download

 

Pressemitteilung zum Download (doc / PDF)

Pressefoto zum Download: © Jack Haijes (honorarfrei)

Festlich geschmückte Monstranz

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