„Langer Tag der Flucht“: Das war die multireligiöse Gedenkfeier in Traun
Im Rahmen des „Langen Tages der Flucht“ gestaltete Stefan Schlager, Seelsorger der Caritas OÖ, gemeinsam mit Vertreter:innen aus verschiedenen Religionen eine multireligiöse Gedenkfeier in Traun.
Dabei wurde insbesondere jener Menschen gedacht, die gerade auf der Flucht sind oder dabei ihr Leben verloren haben. Mit hinein in das Gedenken wurden aber auch all jene Menschen genommen, die trauern, ohne dass sie zu einem Grab gehen können, weil ihre Lieben irgendwo am Wegrand tot zurückgelassen wurden oder im Meer ertrunken sind.

Stilles Sterben im toten Winkel der Weltöffentlichkeit
Das Sterben auf der Flucht ist – so Stefan Schlager bei der Gedenkfeier – in aller Regel ein leises Sterben, ein stilles Sterben, ein Sterben im toten Winkel der Weltöffentlichkeit. Noch dazu nicht gefeit vor Kriminalisierung und Pauschalverdächtigung der dabei Umgekommenen, der Überlebenden und der Rettungskräfte. Als Ausdruck der Aufmerksamkeit und des Respektes für diese Menschen wurde daher mit dem Gedenkort.Flucht am Friedhof St. Martin ein bleibendes Zeichen gesetzt. Ein Zeichen, das zeigt: Jeder Mensch, jeder Name zählt. Und jeder Mensch soll zudem einen Ort der Trauer haben, wo er hingehen und verweilen kann. Der Gedenkort.Flucht wurde am 6. Mai 2022 eröffnet.

Vertreter:innen verschiedener Religionen beim multireligiösen Gedenken am Langen Tag der Flucht 2026 in Traun.
Die Vertreter:innen aus den unterschiedlichen Religionen – Charlotte Herman für das Judentum, Brigitte Bindreiter für den Buddhismus, Lore Beck für das Christentum und Murat Baser gemeinsam mit dem Trauner Imam für den Islam – trugen während der Feier Hoffnungs- und Trost-Texte aus ihren heiligen Schriften oder für sie bedeutsame Autor:innen vor. Im Anschluss daran legten die Teilnehmer:innen im Rahmen eines Rituals Steine, Rosen und Kerzen auf den Gedenkort, um so ihre Trauer, ihre Gedanken und Wünsche auszudrücken. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Posaunisten Lukas Reiter. Am Langen Tag der Flucht 2027 soll erneut ein multireligiöses Gedenken stattfinden.
Stefan Schlager







