Bildungshaus Greisinghof feierte 50-jähriges Bestehen
Was 1976 als mutiges Projekt der Marianisten begann, ist über fünf Jahrzehnte zu einem besonderen Ort der Erwachsenenbildung geworden. Wie lebendig dieser Ort heute ist, zeigte das Jubiläumswochenende, das zahlreiche Wegbegleiter:innen, Gäste, Freunde und Neugierige an den Greisinghof nach Tragwein führte.
Bildung feiern – mit Bildung
Am Samstag nutzten rund 200 Besucher:innen die Gelegenheit, den Greisinghof und seine thematische Vielfalt näher kennenzulernen. Neun Workshops spannten einen Bogen von Bibel und Spiritualität über Lebenswege, kreatives Schreiben und marianistische Bildung bis hin zu Tanz, Musik und dem Bibelgarten. Damit wurde das Jubiläum bewusst mit dem gefeiert, was seit 50 Jahren zur DNA des Hauses gehört: mit Bildung, Weiterentwicklung und der Möglichkeit, Neues zu entdecken.
Eröffnet wurde auch die Fotoausstellung von Franz Oppenauer. Er begleitet den Greisinghof seit vielen Jahren und hält mit seiner Kamera besondere Motive, Lichtstimmungen, Formen und oft unscheinbare Details rund um das Haus fest.

Bürgermeister LAbg. Josef Naderer,, Bischof Manfred Scheuer, Christian Pichler, P Hans Eidenberger, Magdalena M. Holztrattner © Bildungshaus Greisinghof
Zum Festakt füllte sich die Greisinghof-Kirche bis auf den letzten Platz. Rund 300 Gäste feierten gemeinsam das halbe Jahrhundert Bildungshaus. Unter den Festgästen waren Bischof Manfred Scheuer, Bürgermeister LAbg. Josef Naderer, P. Hans Eidenberger SM, geistlicher Leiter des Bildungshauses, sowie zahlreiche Vertreter:innen aus Kirche, Erwachsenenbildung, Politik und dem Orden der Marianisten.
Bildungshausleiter Berthold Tauber erinnerte an jene Menschen, die vor 50 Jahren den Mut hatten, aus dem Greisinghof ein Bildungshaus zu machen. Besonders P. Alois Leitner und Siegfried Klein, der das Haus von 1976 bis 2010 leitete und prägte, hätten entscheidend dazu beigetragen, dass aus dem damaligen Wagnis ein Ort wurde, an dem sich seither unzählige Menschen mit spirituellen, sozialen, kreativen und gesellschaftlichen Fragen sowie intensiv mit der Bibel auseinandersetzen konnten.
P. Hans Eidenberger SM schlug in seinen Gedanken zum Fest einen Bogen vom Jubiläumsmotto zu den tieferen Wurzeln des Hauses. Für ihn liegt gerade in der Verwurzelung die Kraft für Entwicklung und Wachstum. Bildung verstehe sich am Greisinghof nicht ausschließlich als Wissensvermittlung, sondern als ganzheitlicher Prozess, der Kopf, Herz und Geist miteinander verbindet. Er bezeichnete den Greisinghof dabei treffend als ein „Herzens-Bildungs-Haus“ – einen Ort, an dem die Würde des Menschen, Respekt, Glaube und Menschlichkeit einen besonderen Platz haben.
Auch die Theologin und Sozialethikerin Magdalena M. Holztrattner rückte in ihrer Festrede die Vielfältigkeit und gesellschaftliche Bedeutung der Erwachsenenbildung in den Mittelpunkt. Bildung endet nicht mit Schule oder Ausbildung, sondern begleitet Menschen durch unterschiedliche Lebensphasen und eröffnet bis ins hohe Alter neue Perspektiven.
Durch den Festakt führte Dr. Christian Pichler pointiert und souverän. Für die musikalischen Akzente sorgten Ewa und Bohdan Hanushevsky von Kohelet 3, die den Abend gewohnt schwungvoll und zugleich berührend begleiteten.
Dass das Jubiläum nicht nur Rückschau, sondern ganz bewusst auch ein Blick nach vorne war, wurde ebenfalls deutlich. Die Zusammenarbeit zwischen dem Orden der Marianisten und der
Diözese Linz als Partner des Trägervereins soll auch über das Jahr 2030 hinaus fortgeführt werden – ein wichtiges Signal für die Zukunft des Bildungshauses.
„z’fleiß katholisch“ – und z’fleiß im Greisinghof
Dass ein Jubiläum neben Tiefgang auch eine gute Portion Humor verträgt, bewiesen am Samstagabend Günther Lainer und Ernst Aigner. Mit ihrem Kabarettprogramm „z’fleiß katholisch“ sorgten sie für einen ebenso pointierten wie vergnüglichen Abschluss des ersten Festtages.
Ein volles (Kirchen-)Haus auch am Sonntag
Am Sonntag setzte sich das Jubiläum mit einem feierlichen Festgottesdienst fort. Bischofsvikar Johann Hintermeier und P. Hans Eidenberger SM feierten mit den zahlreichen Besucher:innen in einer wiederum voll besetzten Kirche. Einen besonderen musikalischen Rahmen schuf der Chor des Adalbert Stifter Gymnasiums Linz mit der Messe der Barmherzigkeit.
Im Festzelt klangen bei kulinarischen Schmankerln, Musik des Musikvereins Tragwein und vielen angeregten Gesprächen die beiden intensiven Festtage aus.
50 Jahre – und viele Menschen dahinter
Das Jubiläumswochenende machte vor allem eines sichtbar: Der Greisinghof ist in seinen 50 Jahren von unzähligen Menschen geprägt worden – von Gästen und Referent:innen, Mitarbeitenden und Ordensleuten, Nachbar:innen, Freunden, Partner:innen und Wegbegleiter:innen. Viele von ihnen kamen an diesem Wochenende wieder zusammen. Es wurde erinnert und erzählt, Bekanntschaften wurden aufgefrischt und neue Begegnungen entstanden. Damit wurde das Jubiläum selbst zu dem, wofür das Bildungshaus seit fünf Jahrzehnten stehen möchte: Rückzug. Begegnung. Beginn.







