Dienstag 21. Juli 2026

„Vom Leben Singen“: 48. Chorsingwoche für Kirchenmusik in Puchberg

Von 19. bis 24. Juli 2026 lassen 78 Sangesfreudige im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels bei der 48. Chorsingwoche für Kirchenmusik ihre Stimmen erklingen. Einstudiert werden Werke von Gregorianik bis Gegenwart. 

Bereits zum 48. Mal findet heuer die Chorsingwoche für Kirchenmusik im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels statt, die von der Fachstelle Kirchenmusik der Diözese Linz angeboten wird. Von Sonntag, 19. Juli, bis Freitag, 24. Juli 2026, kommen 78 Chorsänger:innen und Chorleiter:innen zusammen, um unter erfahrener Leitung ein buntes Repertoire an Chorliteratur einzustudieren.

 

Heuer steht die Woche unter dem Thema „Vom Leben Singen” – Lob und Dank, Klage und Hoffnung, Trauer und Trost, Tod und Leben. Hauptwerk ist das Requiem in c, MH155 (Schrattenbach Requiem) für Soli, Chor und Orchester von Johann Michael Haydn. Darüber hinaus werden für die Praxis geeignete Chorwerke von der Renaissance bis zur Gegenwart, Chorliteratur aus dem Bereich Neues Geistliches Lied (Jazz, Pop, Spirituals) und Gregorianischer Choral geprobt. 

 

„Vom Leben Singen“: 48. Chorsingwoche für Kirchenmusik für Kirchenmusik in Puchberg

Bereits am ersten Tag wurde im Bildunghaus Schloss Puchberg begeistert geprobt. © FS KiMu

 

Die Vorteile dieser besonderen Woche, die eine „kontrollierte Überdosis Chorsingen” bietet: Die Sänger:innen und Chorleiter:innen können einerseits ein großes Werk gemeinsam mit vielen Kolleg:innen singen, wie es zuhause vielleicht nicht überall möglich ist, andererseits lernen sie neue Chorliteratur für die Praxis in den eigenen Chören kennen.

 

Musiziert wird unter der Leitung von Josef Habringer, Johann Baumgartner, Alexander Wurm und Isabell Köstler. Gesungen wird im Gesamtchor und in Seminarchören. Das weitere reichhaltige Angebot umfasst Ensemblesingen, Schulung für Kantor:innen, Workshop Gregorianischer Choral und Workshop Praxis Klavierbegleitung sowie Einzelstimmbildung:
•    Im Workshop „Ensemblesingen” wird in kleiner Gruppe anspruchsvolle Literatur gesungen
•    bei der Kantor:innenschulung erhalten aktive Kantor:innen und Interessierte je nach Vorkenntnissen eine grundlegende Einführung bzw. individuelles Coaching
•    der Workshop Gregorianischer Choral bietet einen Einblick in die inspirierende Welt der frühesten Kirchenmusik
•    Weiterbildung beim Begleiten am Klavier bietet Robert Zimmerling als erfahrener Pianist, Organist, Musiklehrer und Korrepetitor an. 
•    Für die Pflege der Stimme stehen den Teilnehmer:innen vier Stimmbildner:innen zur Verfügung: Ursula Langmayer, Monika Schwabegger, Florian Eschelmüller und Clemens Haudum (Frater David). 

 

Für Isabell Köstler, Kirchenmusikbeauftragte der Diözese Linz, ist die Chorsingwoche für Kirchenmusik ein besonderes Erlebnis: „Die Chorsingwoche führt Menschen über das Singen zusammen. Wir gehen in dieser Woche einen gemeinsamen Weg, und Sänger:innen jeden Alters und Hintergrunds erleben gemeinsam ein großes Projekt: Es wächst Einheit und Gemeinschaft im musikalischen Tun – und auch unsere Zuhörer:innen können beim Singen in Liturgie und Konzert daran teilhaben.“

 

Die angebotene Vielfalt von Gregorianik bis Gospel lasse alle Sänger:innen auf ihre Kosten kommen, so Köstler, „indem sie den persönlichen Vorlieben oder auch der Lust auf die Entdeckung von Neuem Raum gibt – wobei gemeinsamer Nenner bei aller Vielseitigkeit die Kirchenmusik ist, welche uns geistliche Rückbindung bietet und Worte und Klänge leiht, unseren Glauben und unsere spirituelle Suche auszudrücken. Unsere Stimme ist uns dabei das unmittelbarste „Instrument“, sei es beim Zusammenklang in der Kleingruppe oder im Großchor oder auch bei der persönlichen Arbeit in der Stimmbildung oder Kantor:innenschulung.“

 

Begeistert sind auch die Teilnehmer:innen. Eine Teilnehmerin meint: „Bei der diözesanen Chorsingwoche herrscht so eine schöne, herzliche Atmosphäre. Es gibt eine super Abwechslung zwischen dem großen Chor, in dem man gemeinsam singt, und den Einzelstunden, bei denen spezielle Sachen herausgearbeitet werden. Die Workshops wiederum lassen in die Vielschichtigkeit der Kirchenmusik eintauchen.“ Es sei einfach eine tolle Zeit mit Gleichgesinnten. 


Und eine langjährige Teilnehmerin schwärmt: „Die Chorsingwoche zeichnet sich durch Vielfalt und Qualität aus. Hier kann man sehr qualitätvoll singen und man bekommt eine Überdosis Musik. Die Chorsingwoche bietet die Möglichkeit, Literatur zu singen, die man in einem ‚normalen‘ Kirchenchor nicht machen kann. Zudem ist Kirchenmusik für mich eine Art zu beten.“

 

Doppelter Chormusik-Genuss in Wels-St. Josef

 

Im Rahmen der 48. Chorsingwoche für Kirchenmusik gibt es zwei besondere Veranstaltungen: Am Mittwoch, 22. Juli 2026, findet um 19.00 Uhr beim Gottesdienst in der Pfarrkirche Wels-St. Josef (Wels-Pernau) ein Gottesdienst mit verschiedenen Chorwerken statt. Den Abschluss der Woche bildet am Freitag, 24. Juli 2026 um 19.30 Uhr, ebenfalls in der Pfarrkirche Wels-St. Josef das Chorkonzert „Vom Leben Singen“. Aufgeführt wird das Requiem in c, MH155 (Schrattenbach Requiem) für Soli, Chor und Orchester von Johann Michael Haydn, sowie ein Querschnitt der im Gesamtchor, den Seminarchören und Workshops erarbeiteten Werke von Gregorianik bis Gospel.

 

Abschlusskonzert im Rahmen der 47. Chorsingwoche in der Pfarre Wels-St. Josef.

Abschlusskonzert 2025 im Rahmen der 47. Chorsingwoche in der Pfarre Wels-St. Josef - auch heuer findet dieses wieder statt. © Matthias Lauber

 

Chorsingwoche: Seit über 40 Jahren Vielfalt im Ein-Klang

 

Was 1978 als Sommerchorleitungskurs unter der Leitung von Anton Reinthaler begann, wandelte sich bald zu einer Kirchenmusik-Singwoche, die zunächst in Linz (Katholische Hochschulgemeinde, Bischöfliches Gymnasium Petrinum) stattfand, bald aber ins Bildungshaus Schloss Puchberg verlegt wurde. In mehr als 40 Jahren ließen insgesamt etwa 4.000 Sangesfreudige bei diesen Sommerwochen ihre Stimmen erklingen. Einstudiert wurden bedeutende Werke der Kirchenmusik wie das Brahms-Requiem, das Fauré-Requiem, Beethovens C-Dur-Messe, die Cäcilienmesse von Charles Gounod, Joseph Haydns Theresienmesse und Harmoniemesse; Mendelssohn-Bartholdys Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit“ und Psalm 98 „Kommet herzu“ oder Mozarts Krönungsmesse und das berühmte Requiem von Mozart in der Ergänzung von Franz Xaver Süssmayr. Bei den Konzerten der Chorwoche wurden dem Publikum auch immer wieder Uraufführungen geboten, u. a. von Werken von Anton Reinthaler, Wolfgang Reisinger und Gerhard Schacherl. 

 

Umfassende Unterstützung für Kirchenmusik-Begeisterte


Organisiert wird die 48. Chorsingwoche für Kirchenmusik von der Fachstelle für Kirchenmusik der Diözese Linz. Aufgabe der Fachstelle ist es, die rund 500 Kirchenchöre, etwa 100 Jugendchöre und etliche Kinderchöre, Chorleiter:innen, Chorsänger:innen, Kantor:innen und nicht zuletzt Organist:innen zu begleiten und zu unterstützen: durch Beratung bei konkreten Fragen und Anliegen und Fortbildungsveranstaltungen (z. B. Kantor:innenseminare, Gregorianikseminare, Chorliteraturabende, Orgelseminare, Schnupperkurse für Chorleitung und Orgel).


Höhepunkte sind die Chorsingwoche für Kirchenmusik im Bildungshaus Schloss Puchberg und die diözesanen Sommerorgelkurse im Stift Schlierbach im August mit heuer knapp 50 Teilnehmer:innen, davon neun im Jugendkurs (für Jugendliche bis 18 Jahre). 


Im Rahmen dieser Sommerorgelkurse finden auch 3 Orgelkonzerte in Kooperation mit dem Verein der Orgelfreunde Schlierbach statt:
•    Sonntag, 2. August, 19.30 Uhr, Stift Schlierbach „VIERHÄNDIG“ Zita Nauratyill & Nikita Gasser
•    Sonntag, 9. August, 19.30 Uhr, Pfarrkirche Bad Hall „+ VIOLINE“ Alexandra Hochhold & Josef Gasser
•    Mittwoch, 19. August, 19.30 Uhr, Stift Schlierbach “+ AKKORDEON” Mona Hartmann & Pavel Efrenov


Die Fachstelle für Kirchenmusik arbeitet intensiv mit anderen Einrichtungen zusammen, etwa mit dem Konservatorium für Kirchenmusik, den Kolleg:innen der Katholischen Jugend, der evangelischen Diözesankantorin Franziska Riccabona, mit dem Oö. Landesmusikschulwerk, der Oö. Vokalakademie und dem Oö. Chorverband.

 

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