Donnerstag 30. April 2026

Marienmonat Mai: Andachten, Wallfahrten und neue Formate

Mit Beginn des Monats Mai rückt in der katholischen Kirche traditionell die Verehrung der Gottesmutter Maria in den Mittelpunkt. In ganz Österreich laden Diözesen, Pfarren, Domkirchen und Wallfahrtsorte zu Gottesdiensten und besonderen Feierformen wie etwa Maiandachten ein.

Liturgische Elemente verbinden sich dabei oft mit kulturellen und musikalischen Akzenten, mancherorts gibt es auch häusliche Marienfeiern. Der Marienmonat gilt weiterhin als eine der lebendigsten Ausdrucksformen katholischer Spiritualität im Jahreskreis.

 

Hochsaison haben im Mai Wallfahrten - häufig zu Marienorten - sowie die reiche Tradition an Mariengebeten. Dazu zählt das "Regina caeli" ("Königin des Himmels"), das in der Osterzeit bis Pfingsten (heuer 24. Mai) anstelle des "Angelus" ("Engel des Herrn") gebetet wird und das Ostergeheimnis mit der Menschwerdung Christi verbindet. Der Rosenkranz betrachtet in meditativer Form zentrale Stationen des Lebens Jesu und die Rolle Marias. Einen besonderen Fürbittcharakter hat zudem die Lauretanische Litanei.

 

Ihren Ursprung hat das Lob Mariens und die Marienverehrung bereits im biblischen Magnificat, seit dem Mittelalter sind Maiandachten bezeugt. Richtig populär wurde diese Andachtsform jedoch erst im 17. und 18. Jahrhundert von Italien aus, bis 1965 Papst Paul VI. sie in der Enzyklika "Mense maio" weltweit empfahl. Maria sei nicht selbst anzubeten, heißt es darin, denn dies gebühre nur Gott. Sie weise aber den besten Weg zu Jesus Christus. Gläubige würdigen in den Andachten Maria aufgrund ihrer tragenden Rolle bei der Empfängnis, Geburt, Kindheit und Jugendzeit Jesu sowie bei dessen Tod und Auferstehung bis hin zur "Geburtsstunde" der Kirche zu Pfingsten.

 

Viele Marienfeiertage

 

Flankiert wird der Marienmonat von einer Reihe bedeutender Gedenk- und Festtage, die unterschiedliche Aspekte der Marienverehrung hervorheben. Am 13. Mai wird "Unsere Liebe Frau von Fatima" gefeiert, in Erinnerung an die Marienerscheinungen von 1917. Das Fest "Maria, Hilfe der Christen" am 24. Mai geht auf Papst Pius VII. zurück und wurde als Dank für seine Befreiung aus der napoleonischen Gefangenschaft eingeführt; die entsprechende Anrufung stammt aus dem Gebet der Lauretanischen Litanei.

 

Weitere marianische Feiern stehen in engem Zusammenhang mit der Liturgiegeschichte: Das Fest "Maria Königin", 1954 von Papst Pius XII. eingeführt, wurde später auf den 22. August verlegt. Als Abschluss des Marienmonats gilt heute meist das Fest "Mariä Heimsuchung" am 31. Mai, das 1969 dorthin übertragen wurde. Seit 2018 wird am Pfingstmontag der weltkirchliche Gedenktag "Maria, Mutter der Kirche" begangen, womit die besondere Rolle Marias im Leben der Kirche unterstrichen wird.

 

 

Marienfeiern mit Promi-Predigern

 

Auch in den Terminkalendern der Pfarr- und Domkirchen spiegelt sich der Marienmonat wider. Im Wiener Stephansdom finden im Mai an jedem Werktag um 17 Uhr Maiandachten statt. Den Auftakt macht am 1. Mai Dompfarrer Toni Faber, am 7. Mai ist Kardinal Christoph Schönborn unter Begleitung eines Bläserensembles der Gardemusik an der Reihe, am Pfingstmontag (25. Mai) Weihbischof Franz Scharl. An den Wochenenden gibt es um 18 Uhr festliche Marienfeiern mit Lichterprozession, so etwa am 2. Mai mit Abt Maximilian Heim oder am 30. Mai mit dem emeritierten Erzabt Korbinian Birnbacher. Am Fatimatag (13. Mai) findet um 18 Uhr eine Marienfeier mit Festmesse statt, geleitet von Weihbischof Stephan Turnovszky.

 

Eine lange Maiandacht-Tradition gibt es auch im Klagenfurter Dom täglich um 18 Uhr, davor wird Rosenkranz gebetet. Die Eröffnung am 1. Mai nimmt Bischof Josef Marketz vor, unter den weiteren Predigern sind Missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner (13. Mai), "Radio Maria"-Programmdirektor Br. Peter Ackermann (25./26. Mai), Abt Nikolaus Thiel (27./28. Mai) und Prof. Matthias Beck (11. Mai), aber auch die frühere Chefredakteurin der "Kleinen Zeitung", Antonia Gössinger (3. Mai). Die Feiern werden per Livestream übertragen.

 

 

Frauen-Predigten in Salzburg

 

In der Erzdiözese Salzburg reicht das Spektrum von klassischen Andachten bis zu neuen Formaten. In der Kollegienkirche predigen jeden Mittwoch um 19 Uhr Frauen über Maria - unter anderem die Regensburger Theologin Andrea Riedl (6. Mai), Kulturbeiratsvorsitzende Elisabeth Gutjahr (13. Mai), Seelsorgeamtsleiterin Lucia Greiner (20. Mai) und Karin Zauner, Chefredakteurin der "Salzburger Nachrichten" (27. Mai). Parallel dazu finden in der Erzabtei St. Peter täglich um 17 Uhr musikalisch gestaltete Andachten statt, ebenso in der Kapuzinerkirche jeweils dienstags um 18 Uhr. Auch zahlreiche Pfarren und Wallfahrtskirchen wie Maria Dürrnberg laden regelmäßig zu Feiern ein.

 

Mit Beginn des Monats Mai rückt in der katholischen Kirche traditionell die Verehrung der Gottesmutter Maria in den Mittelpunkt.

Im Mai wird in der katholischen Kirche traditionell die Gottesmutter Maria auf besondere Weise verehrt. 
© Manfred Antranias Zimmer / www.pixabay.com

 

 

Oberösterreich: Marienkapelle als Dank für Befreiung

 

In Oberösterreich steht heuer insbesondere ein Jubiläum im Fokus: Am 13. Mai 2026 begeht die Fatimakapelle in Schardenberg (Bezirk Schärding) "75 Jahre Fatimawallfahrt". Das Gotteshaus geht auf das Gelöbnis der Pfarrbevölkerung im Jahr 1944 zurück, nach Repressionen und Verwüstungen kirchlicher Feiern durch den Nationalsozialismus nach Kriegsende ein Heiligtum zu Ehren Mariens zu errichten. 1945 entstand eine erste Holzkapelle, 1951 wurde schließlich die heutige Granitkapelle geweiht und entwickelte sich seither zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Die Jubiläumsfeier mit Bischof Manfred Scheuer beginnt um 8.30 Uhr.

 

Auf ein Gemäldefenster des Mariendoms in Linz, das den Titel "Biblischen Gestalten um Maria" trägt, verweist die Diözese Linz im Mai. Eine der digitalen Vermittlungsstationen im Dom beschäftigt sich mit dem Glaskunstwerk im Presbyterium, das Szenen aus dem Leben Mariens zeigt sowie auch Heilige, die mit ihr in besonderer Beziehung stehen: Zacharias und Elisabeth, die Eltern von Johannes dem Täufer, sodann Gideon und Judith, die symbolisch für Stärke und Entschlossenheit stehen, sowie Simeon und Hanna, die ebenfalls "Vorbildercharakter für Maria" hätten.

 

 

Musical und Prozession zur "Muttergottesoktave"

 

Die Diözese Eisenstadt lädt im Mai zu einem Termin in Luxemburg: Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics wird im Großherzogtum am 10. Mai in der Abschlussmesse der traditionsreichen "Muttergottesoktave" predigen und anschließend eine Prozession durch die Straßen der Luxemburger Innenstadt zur Gnadenstatue "Maria Trösterin" leiten. Zsifkovics eröffnet zudem am 23. Mai um 16 Uhr die Premiere der Passionsspiele St. Margarethen unter dem Titel "Mirjam".

 

Kathpress

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