Dienstag 10. März 2026

Erste Auslandsreise von Papst Leo XIV.

Erste Auslandsreise von Papst Leo XIV.

Gleich zwei politisch brisante Ziele hat sich Papst Leo XIV. für die erste Auslandsreise seines Pontifikats ausgesucht. Vom 27. bis 30. November besuchte er die Türkei. Von dort ging es weiter in den Libanon. Die Rückkehr nach Rom ist für den 2. Dezember 2025 geplant.

 

In der Türkei flog Leo am 27. November 2025 zunächst in die Hauptstadt Ankara, wo er nach einem Besuch des Atatürk-Mausoleums von Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Präsidentenpalast empfangen wurde. Nach den bei allen Papstreisen üblichen diplomatischen Begegnungen mit den politischen Autoritäten ging es am selben Tag weiter nach Istanbul. Zentraler Anlass der Türkeireise waren das 1.700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nizäa (heute: Iznik), bei dem die Grundlagen für das ökumenische Glaubensbekenntnis gelegt wurden, sowie das orthodoxe "Andreasfest". Entsprechend standen die Begegnungen mit dem orthodoxen Ehrenoberhaupt, Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel, besonders im Fokus.

Mit Blick auf das Nizäa-Jubiläum fand am 28. November an der antiken Basilika Sankt Neophyt in Iznik ein ökumenisches Gebetstreffen statt. Am Samstag unterzeichneten Papst Leo und Patriarch Bartholomaios eine gemeinsame Erklärung. Am 30. November, an dem die orthodoxe Kirche das Fest ihres Patrons, des Apostels Andreas, feierte, hielt der Papst bei einem orthodoxen Gottesdienst in der Patriarchalkirche St. Georg im Phanar eine Ansprache.

In Istanbul besuchte Papst Leo auch die Sultan-Ahmed-Moschee, bekannt als Blaue Moschee, die syrisch-orthodoxe Kirche Mor Ephrem und nahm an einem Gebetstreffen in der armenisch-apostolischen Kathedrale teil. Am 29. November feierte er eine katholische Messe in einer Sporthalle.



Seit Sonntag im Libanon


Nach dem Weiterflug in den Libanon standen am Sonntag, 30. November 2025 zunächst Begegnungen mit Vertretern der im Februar neu gewählten Staatsspitze und Regierung auf dem Programm. Am Montag, 1. Dezember besuchte der Papst das Kloster des libanesischen Nationalheiligen, des wundertätigen Mönchs Charbel (1828-1898), der auch von Gläubigen anderer Religionen verehrt wird. Danach gab es ein großes Treffen mit Priestern, Ordensleuten und Seelsorgemitarbeitenden der katholischen Ortskirche im Wallfahrtsort Harissa.

Am Montagnachmittag folgt ein interreligiöses Gebetstreffen auf dem Märtyrerplatz in Beirut. Daran nehmen muslimische und christliche Geistliche sowie Vertreter kleinerer Glaubensgemeinschaften teil. Anschließend wird der Papst am Sitz des maronitischen Patriarchen in Bkerke zu christlichen Jugendlichen sprechen.

Der Dienstag ist dann der letzte Tag der sechstägigen Reise von Papst Leo XIV. in die Türkei und den Libanon. Am Ort der verheerenden Explosion von 2020 im Hafen von Beirut wird das Kirchenoberhaupt ein stilles Gebet halten; anschließend feiert er mit rund 100.000 Menschen eine katholische Messe an der Beirut Waterfront. Am Dienstagnachmittag wird Leo XIV. in Rom zurückerwartet.

 

Kathpress

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