Wednesday 26. June 2019

Nachhaltigkeitsziele müssen politische Beteiligung von jungen Menschen sicherstellen

Anlässlich des "Tages der Jugend" am 12. August formulierten Jugend eine Welt und die Bundesjugendvertretung einen offenen Brief an die österreichische Bundesregierung.

Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,

Bei der UN-Generalversammlung Ende September werden Staats-  und RegierungschefInnen aus aller Welt die neuen „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (Sustainable Development Goals, SDGs)  verabschieden, die  im Gegensatz zu den auslaufenden „Millenniumsentwicklungszielen“  für alle Länder der Welt gelten sollen. Sie werden das Schicksal unserer Welt bis zum Jahr 2030 entscheidend prägen.

Im Rahmen der weltweiten Kampagne „action/2015“, die unter der Schirmherrschaft von Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai steht, finden am morgigen „Internationalen Tag der Jugend“  weltweit tausende Jugend-Aktionen statt.  Ob in Benin, Kenia, oder Südafrika, in  Brasilien, Indien oder Sri Lanka – überall wenden sich Jugendliche an ihre Regierungen, um sie darauf hinzuweisen, wie wichtig die neuen „Weltziele“ für die junge Generation sind. Auch Jugend Eine Welt und die Bundesjugendvertretung appellieren aus diesem Anlass an die österreichische Bundesregierung, sich bei den abschließenden SDG-Verhandlungen in New York engagiert für ein Ende von Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung einzusetzen. Zudem sollte sichergestellt werden, dass junge Menschen bei politischen Verhandlungen und Beschlüssen, in denen es um ihre Zukunft geht, nicht nur am Rande und „alibimäßig“ mit angehört, sondern substanziell miteinbezogen werden.

Die Weltbevölkerung wird immer jünger


Noch nie zuvor haben auf der Erde so viele junge Menschen gelebt wie heute: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist unter 25 Jahre alt. Die meisten dieser Jugendlichen leben in den ärmsten Ländern der Welt und sind von den Problemen, die die neuen „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ bekämpfen sollen, massiv betroffen. Sie leiden unter Hunger, Armut und Perspektivenlosigkeit. Sie haben keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Sie sorgen sich um die immer dramatischer werdenden Auswirkungen der Umweltzerstörung und des Klimawandels. Millionen von ihnen sind auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung. 
Aber auch die Zukunftsaussichten der Jugend in Europa sehen alles andere als rosig aus – im Juni lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit der 15 bis 24-Jährigen in der EU bei 20,7 Prozent. In Griechenland waren 53,2 Prozent der Jugendlichen arbeitslos, in Spanien 49,2 und in Italien 44,2 Prozent. In Österreich liegt die Jugendarbeitslosigkeit „nur“ bei 10,3 Prozent – doch auch diese Zahl sowie das immer stärkere Auseinanderklaffen zwischen arm und reich in unserer Gesellschaft ist alles andere als beruhigend.

 

Starke Jugendbeteiligung an größter Befragung in der UN-Geschichte


Mehr als 7 Millionen Menschen haben sich an der weltweiten Umfrage „My World“ beteiligt, bei der die UN wissen wollten, was sich die Menschen von den neuen „Nachhaltigen Entwicklungszielen“ wünschen. Rund 70 Prozent der Teilnehmenden – 5 Millionen – waren unter 30 Jahre alt. Ganz oben auf ihrer Wunschliste standen bessere Bildung, ein besseres Gesundheitssystem, bessere Job-Möglichkeiten  und eine ehrliche, verantwortungsvolle Regierung.

Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung: 
Bitte nehmen Sie diese Wünsche ernst!  Bitte nehmen Sie die Wünsche der Zivilgesellschaft und der Jugendlichen aus Österreich mit zu den abschließenden SDG-Verhandlungen in New York und beteiligen Sie junge Menschen auch, wenn es um die tatkräftige Umsetzung der neuen „Weltziele"  hierzulande geht.

Wir freuen uns, dass mit Julia Rainer eine Vertreterin der Bundesjugendvertretung bei der UN-Generalversammlung mit dabei sein wird.  Ab Mitte September wird Julia durch Österreich touren, um möglichst viele verschiedene Meinungen und Anliegen von jungen Menschen zu hören.


Am 24. September, kurz vor dem Gipfeltreffen in New York, bei dem die neuen Nachhaltigkeitsziele beschlossen werden, möchten wir Sie als Bundesregierung bei einem letzten großen Aktionstag der österreichischen action/2015-Plattform an diese und andere zivilgesellschaftlichen Anliegen erinnern.

Wir wünschen der österreichischen Delegation schon jetzt alles Gute und viel Erfolg für die kommenden SDG-Verhandlungen in New York, bei denen es um unser aller Zukunft geht.

 

Ehemalige Straßenkinder aus Ecuador im Einsatz für action/2015 © Jugend Eine Welt


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Jugend Eine Welt und action/2015 Austria:


Unter dem Motto „Bildung überwindet Armut“ fördert die österreichische Hilfsorganisation Jugend Eine Welt Hilfsprojekte für benachteiligte Jugendliche in aller Welt. Sie ist eines der Gründungsmitglieder der österreichischen action/2015-Plattform, die von über 25 zivilgesellschaftlichen Organisationen getragen wird, darunter AAI-Wien, Brot für die Welt, CARE Österreich, Caritas, Dreikönigsaktion – Hilfswerk der Katholischen Jungschar, Fairtrade Österreich, Hilfswerk Austria International, Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen (IGO), Jugend Eine Welt, Licht für die Welt, Südwind, VOLONTARIAT bewegt, VIDC sowie WWF Österreich. Die Kampagne action/2015 wird von der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung und Südwind koordiniert. 

 

Weitere Informationen auf: 

http://action2015.org/
http://www.jugendeinewelt.at/bildung-und-kampagnen/action-2015/
https://www.facebook.com/action2015Austria

 


Die Bundesjugendvertretung (BJV)


ist die gesetzlich verankerte Interessenvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich. Gemeinsam mit ihren 53 Mitgliedsorganisationen ist sie eine starke Stimme für die vielfältigen Anliegen von Kindern und Jugendlichen.

http://www.bjv.at/

 

Angelika Gerstacker / Jugend Eine Welt

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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