Montag 9. Februar 2026

Neu im Kino: „Kreuzweg”

Ein Art-Film der Geschwister Brüggemann
Filmstill aus „Kreuzweg” von Dietrich Brüggemann. © Camino Filmverleih.

Regisseur Dietrich Brüggemann wählt in „Kreuzweg” 14 feste Einstellungen, den 14 Stationen des Kreuzweges entsprechend.

Maria (Lea van Acken) ist 14 und wächst in einer Familie auf, die einer besonders strengen Richtung der katholischen Kirche angehört. Sie nimmt ihren Glauben sehr ernst und versucht, ihn im Alltag nach den Grundsätzen zu leben, die ihre Familie und der Pfarrer (Florian Stetter) ihr vermitteln. Der radikale Unterschied zwischen den festen Regeln ihrer Familie, besonders ihrer rigiden Mutter (Franziska Weisz), und ihrem weltlichen Leben als Schülerin setzt sie unter großen Druck.

 

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Ein ungewöhnliches, spannendes Konzept legen die Geschwister Dietrich und Anna Brüggemann dabei ihrem aktuellen Drama zugrunde, das bei der Berlinale 2014 mit dem Silbernen Bären für das beste Drehbuch sowie mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde: In 14 festen Einstellungen, den 14 Stationen des Kreuzweges entsprechend - von „Jesus wird zum Tode verurteilt” bis „Der heilige Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt” - folgen sie einem Mädchen, das sein Leben Jesus widmen möchte und darüber zerbricht.

 

Drehbuchautorin und Darstellerin Anna Brüggemann über das dritte gemeinsame Projekt mit ihrem Bruder, „Kreuzweg”:

„Fundamentale Glaubensvereinigungen können sich in den letzten Jahren über Zulauf nicht beschweren. Es besteht anscheinend eine Sehnsucht nach unverrückbaren Werten und einfachen Wahrheiten. Was aber tut man einem Kind an, dem man erzählt, ein höheres Wesen könne in jeden Winkel seines Herzens hineinsehen und dort Sünden ausfindig machen? Wie soll eine Heranwachsende in die Welt hineingehen, wenn sie gelernt hat, dieser zu misstrauen? Und nicht nur ihr, sondern auch den eigenen Gefühlen? Wie soll sie es schaffen, ihren Instinkt zum Schweigen zu bringen?

 

Ein System, das keine andere Wahrheit gelten lässt als die eigene, egal ob es sich um Religion oder Weltanschauliches handelt, ist immer ein Stück weit lebensverneinend. Nichts wird dem Zufall überlassen, auch nicht die Gedankenwelt der eigenen Kinder. Als Kind hat man die Wahl, sich diesem System willenlos unterzuordnen, zu rebellieren oder aber die eigene Energie gegen sich selbst zu richten.

 

Dietrich und Anna Brüggemann. © Fabian Maubach 

Wir wollten einen Film machen, der durchexerziert, wie eine Idee über den Menschen gestellt wird. Der eine Familie zeigt, deren Kindern das Grundvertrauen der Eltern nicht gegönnt wird. Und wir wollten eine Heranwachsende mit einem starken Willen zeigen, die eine krasse Lösung dafür findet, den strengen Glauben, in dem sie erzogen wurde, und ihren –unterdrückten, aber dennoch vorhandenen – Wunsch nach einem anderen Leben zu verbinden. Ein junges Mädchen, das am Ende die Liebe der Mutter erlangt und sich gleichzeitig ihrem Zugriff für immer entzieht.”

 

Quellenangabe:

Camino Filmverleih: Kreuzweg – der Film. URL: www.kreuzweg-derfilm.de

(sp)

Das Theater darf nicht danach beurteilt werden,

ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt,

sondern danach, ob es sie zu ändern vermag.

(Bert Brecht)

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