Montag 9. Februar 2026

Gregor Bloeb: „Letztlich bleibt der Jägerstätter ein Geheimnis...”

Anlässlich der Wiederaufführung von Mitterers „Jägerstätter” sagt Hauptdarsteller Bloeb: „Das Thema geht alle an, darum reagieren auch alle so betroffen.”

„Letztlich bleibt der Jägerstätter ein Geheimnis”: Zu diesem Befund kommt der Regisseur und Schauspieler Gregor Bloeb nach monatelanger Beschäftigung mit der Hauptfigur des von ihm inszenierten Stückes „Jägerstätter” von Felix Mitterer über den von den vor siebzig Jahren von Nazis hingerichteten oberösterreichischen Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter. 

 

Szenenfoto "Jägerstätter" von Felix Mitterer. © Moritz Schell/Theater in der Josefstadt
Szenenfoto "Jägerstätter" von Felix Mitterer. © Moritz Schell/Theater in der Josefstadt
 


Nach der Uraufführung des Dramas am 20. Juni 2013 im Wiener Theater in der Josefstadt und dessen Programmierung beim Theatersommer Haag (Niederösterreich) wurde es ab Herbst 2013 in die Josefstadt wiederaufgeführt. Franz Jägerstätter (1907-1943) wurde am 26. Oktober 2007 von Kardinal Jose Saraiva Martins in Vertretung von Papst Benedikt XVI. im Linzer Dom als Märtyrer seliggesprochen. 

Das Thema des Stückes – der Märtyrertod eines tief gläubigen, die NS-Ideologie ablehnenden Bauern, der zugleich glücklicher Ehemann und Familienvater ist - sei „absolut schwierig”, wie Bloeb in einem Interview der Tageszeitung „Die Presse” am Freitag sagte. „Aber es geht alle an, und darum reagieren auch alle so betroffen: Frauen, Männer, Jüngere, Ältere, Intellektuelle und Bauern, jeder hat eine andere Auffassung.” 

Auf die Frage, ob Jägerstätter für ihn ein Heiliger bzw. ein Held sei, antwortete Bloeb: „Seine Seligsprechung finde ich absolut in Ordnung, nicht zuletzt, weil Jägerstätter ein Stellvertreter für die 100.000 Menschen ist, die sich auch geweigert haben, in den Krieg zu ziehen.” Von diesen 100.000 seien 22.000 umgebracht worden, „aber nur von 40 weiß man, dass sie den Wehrdienst verweigert haben”. Die Familien hätten das aus Scham oft verschwiegen, berichtete Bloeb. Jägerstätters Witwe Franziska sei es zu danken, dass die Geschichte ihres Mannes so präsent blieb. 

Es stellen sich „existenzielle Fragen” 
Er selbst sieht sich als „Freizeit-Katholik”, wie der Schauspieler in der o­nline-Ausgabe der „Presse” erklärte. Er habe das Glück gehabt, bei den Jesuiten in der Marianischen Kongregation aufzuwachsen – für ihn ein „Hort der absoluten Freiheit und Offenheit”. Dadurch habe er nur freudige Erinnerungen an die Kirche, „einen wahnsinnig schönen Bezug zum Glauben und keine Angst-Vorstellungen”. Wenn er in einer Kapelle oder Kirche sei oder woanders an Gott denke, so Bloeb, „führe ich auch kleine Gespräche mit ihm. Ich bin in dieser Beziehung sehr gern kindlich.” 

Mehr zum Stück „Jägerstätter”: www.josefstadt.org

 

Quellenangabe:

Kathpress.at/rme/fam/

Das Theater darf nicht danach beurteilt werden,

ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt,

sondern danach, ob es sie zu ändern vermag.

(Bert Brecht)

Jägerstätter auf der Bühne

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Felix Mitterer: „Jägerstätter”

Theater in der Josefstadt, 2013

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