Dienstag 10. Februar 2026

Interviews mit Barbaren und Don Juans

Das Theater Phönix zeigt sich wieder vielseitig: der preisgekrönte Dramatiker Löhle steht mit "Wir sind keine Barbaren!" ebenso am Spielplan wie "Das Interview" von Holman und van Gogh sowie eine Neufassung des "Don Juan" von Gernot Plass.

Es geht los mit Philipp Löhles "Wir sind keine Barbaren!".

 

"Wir sind keine Barbaren!" - die Angst vor dem Fremden!

 

Da beginnt eigentlich alles idyllisch: Ein Chor besingt eine Gemeinschaft, in der das WIR großgeschrieben wird. WIR sind alle gleich, werden 82 Jahre alt und haben mindestens drei Hobbys. WIR sind in diesem Fall Barbara und Mario und deren neue Nachbarn Linda und Paul. Auch wenn das erste Kennenlernen mehr als holprig verläuft, finden die beiden Pärchen doch ausreichend gemeinsame Interessen – Flachbildschirme für die Männer, Yoga für die Frauen –, um eine höfliche Freundschaft zu pflegen. Doch was passiert, wenn das Fremde in Person eines mysteriösen Flüchtlings vor der eigenen Haustür steht?

 

Wir sind keine Barbaren!

 

Als eines Nachts ein Fremder auftaucht, dem Barbara kurzerhand Asyl in ihrer Wohnung gewährt, ist es mit den Höflichkeiten vorbei. Die neuen Nachbarn sind irritiert von der Hilfsbereitschaft und verunsichert von dem Fremden, dessen Name nicht sicher in Erfahrung gebracht werden kann: heißt er nun Bobo oder Klint? Der Fremde hat jedenfalls Schreckliches durchgemacht, was doch zu uneingeschränkter Hilfsbereitschaft verpflichten sollte. Oder stellt er eine Bedrohung dar? Eine exotische Verlockung? Der Fremde wird mehr und mehr zur Projektionsfläche der eigenen Sehnsüchte und Ängste. Da verschwinden plötzlich Barbara und der Mann, und die Welt der durchschnittlichen Wohlstandsbürger gerät vollends aus den Fugen … Ein Stück mit viel schwarzem Humor, das abgrundtief und bitterböse mit der Angst vor dem Fremden spielt.

 

"Das Interview" - ein packendes Kammerspiel

 

Ab 24. März steht dann Theodor Holmans und Theo van Goghs Kammerspiel "Das Interview" am Programm, das auf dem vorletzten Film des umstrittenen und 2004 ermordeten holländischen Regisseurs Theo van Gogh, in dem die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen, basiert: Pierre Peters‘ Stimmung ist auf dem Nullpunkt. Statt über die aktuelle Regierungskrise zu berichten, soll der erfahrene Politredakteur und Kriegsberichterstatter das junge Soap-Sternchen Katja Schuurman interviewen. Dass sie ihn auch noch eine Stunde warten lässt, bringt ihn vollends in Rage. Doch was als journalistische Fingerübung gedacht war, entwickelt sich mehr und mehr zu einem psychologischen Kampf, in dem Frager und Befragte ebenbürtige Gegner sind. Und beide ziehen alle Register, um hinter die Masken zu blicken und die verborgenen Geheimnisse des anderen zu enthüllen.

 

"Don Juan" ganz neu

 

Unzählige Dichter, Denker und Komponisten haben dem Schwerenöter Don Juan ein Denkmal gesetzt und so den Mythos immer wieder neu belebt. Regisseur und Autor Gernot Plass, der durch seine besonderen Klassikerüberschreibungen auf sich aufmerksam gemacht hat, hat sich des Stoffes angenommen und zeigt ab 7. Mai 2015 seine Sicht auf den Frauenheld.

 

Er ist der Frauenheld par excellence und einer der schillerndsten Persönlichkeiten der europäischen Literatur: Don Juan. Der äußerst umtriebige junge Adlige mit dem ausschweifenden Lebensstil macht vor keinem Rock halt. Egal ob Edle oder Magd, Jungfrau, Witwe oder Ehefrau: Don Juan verführt sie alle, doch wenn er sie erst einmal hat, lässt er sie genauso schnell wieder fallen. Dabei fürchtet er weder Gott noch Teufel und schreckt auch nicht davor zurück, das Objekt seiner Begierde, Donna Elvira, aus dem Kloster zu entführen, um sie zu heiraten. Als er jedoch auch ihr den Rücken kehrt, zieht er nicht nur den Zorn der männlichen Familienmitglieder auf sich. Hat er dieses Mal den Bogen überspannt?

 

Weitere Informationen und alle Termine gibt's zum Nachlesen auf der Webseite des Theater Phönix.

 

Quellenangabe:

Theater Phönix: Premieren. URL: http://www.theater-phoenix.at/premieren.php [Stand: 02/2015]

 

(sp)

Das Theater darf nicht danach beurteilt werden,

ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt,

sondern danach, ob es sie zu ändern vermag.

(Bert Brecht)

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