Nestroys "Höllenangst" für den Nestroypreis nominiert!

Der Teufel steckt im Detail
Wie einfach es die Reichen haben und wie schwer das Leben der Armen ist, darüber können sich Wendelin und sein alter Vater Pfrim stundenlang echauffieren. Sie leben in bitterer Armut, während der geldgierige Herr von Stromberg „Goldstickereien am Frack” trägt.
Seit Stromberg den gütigen Herrn von Reichthal, der die arme Schusterfamilie unterstützt hatte, verleumdet und ins Gefängnis gebracht hat, ist alles noch schwieriger geworden. Und nun hat Wendelin auch seinen Job als Gefangenenwärtergehilfe verloren, weil er dem unschuldigen Reichthal zur Flucht verholfen hat.
Als Wendelin und sein Vater sich heute so richtig in Rage reden über die Ungerechtigkeit dieser Welt, geht es mit Wendelin durch: er beschwört den Teufel zu erscheinen. Denn „der Teufel is überhaupt nicht das Schlechteste, ich lass mich lieber mit ihm als mit manchem Menschen ein.” Und: „Satan, Teufel, Mephisto … erschein! Erschein!!!”
Da schwingt mit einem Donnerschlag eine dunkle Gestalt im langen Mantel herein, drückt Wendelin einen Stapel Geldscheine in die Hand und fordert ihn zum Kleidertausch auf. Der Preis sei „das Seelenheil eines Menschen“. Tatsächlich ist der Fremde nicht der Teufel, sondern nur Oberrichter von Thurming, der sich vom Dach seiner heimlichen Geliebten Adele, der Nichte von Stromberg und Reichthal, davonstahl. Auch wenn Wendelin keine Ahnung von dessen wahrer Identität hat – er hat ab jetzt einen sehr mächtigen Freund..
Groteske Gesellschaftskritik?
„Höllenangst“ ist eine dunkle Komödie voller unbändiger Energie und archaischem Witz. Geschrieben im nahen Eindruck der Revolution von 1848 zeigt sie, wie schwer es ist, eine neue gesellschaftliche Ordnung zu etablieren. Endlich setzt sich ein bisschen Gerechtigkeit durch, schon wächst die Paranoia, es mit dem Teufel zu tun zu haben.
Teuflisch gute Pressestimmen
„Das Theater Phönix setzt zum Saisonstart auf Gesellschaftskritik und Groteske und verlässt sich dabei auf Johann Nestroy. Völlig zu Recht – ‚Höllenangst‘ glänzt durch Aktualität, Sprachwitz und ideale Besetzung.”
Der Standard
„Sebastian Pass als Wendelin ist kein wütend zupackender Held des Proletariats, sondern die personifizierte Traurigkeit und Verzweiflung, die überhaupt kein Licht mehr am Ende des tief schwarzen Tunnels sieht. Am Ende fesselt er mit einem derart wunderbaren Schicksalsmonolog, dass es mucksmäuschenstill im Saal wird. Ja, und Sänger Gilbert Handler: eine Wucht! Er brummt tief wie Nick Cave und schwingt sich in Falsett-Höhen wie Klaus Nomi. Zweieinviertel Stunden kurzweilige Posse: sehenswert!”
OÖN
„Der Linzer Theaterherbst startete mit einer unbeschreiblich tollen Inszenierung von Nestroys „Höllenangst" im Theater Phönix. Regisseurin Susanne Lietzow verlegt die Komödie in ein albtraumhaftes Kabinett mit teuflisch-witzigen Ideen für Bühne und Schauspiel. Eine umjubelte Premiere!”
Krone OÖ
Quellenangabe:
(sp)


