Sonntag 18. Januar 2026

Mateusz Krzysztof Kądzioła von Bischof Manfred Scheuer zum Diakon geweiht

Am Samstag, 29. November 2025 wurde Priesterkandidat Mateusz Krzysztof Kądzioła von Bischof Manfred Scheuer im Linzer Mariendom zum Diakon geweiht. Als Diakon wirken wird Kądzioła in der Pfarrgemeinde Leonding-St. Michael (Pfarre TraunerLand).

Wer Priester werden will, geht einen längeren Weg: Er absolviert als Seminarist zunächst das sogenannte Propädeutikum, das Einführungsjahr für Priesterkandidaten, oder als Ordensmann das Noviziat. Danach studiert er katholische Theologie. In dieser Zeit lebt er mit anderen Priesteramtskandidaten im Priesterseminar bzw. als angehender Ordenspriester in der eigenen Ordensgemeinschaft. Es folgt das pastorale Einführungsjahr in einer Pfarre, wo der Kandidat erste seelsorgliche Erfahrungen sammelt. Begleitend besucht er den Pastorallehrgang. Die Weihe zum Diakon kann während oder nach diesem Jahr erfolgen. Danach ist der Diakon mindestens ein halbes Jahr in einer Pfarre tätig, bevor er zum Priester geweiht werden kann.

 

Priesterkandidat Mateusz Krzysztof Kądzioła wurde am 29. November 2025 um 10 Uhr im Linzer Mariendom von Bischof Manfred Scheuer zum Diakon geweiht. Mit Diözesanbischof Manfred Scheuer feierten der Regens des Priesterseminars Bischofsvikar und Domrektor Slawomir Dadas, der Spiritual des Priesterseminars der Diözese Linz Johann Karner, der Leiter des Fachbereichs Priester und Diakone und Pfarrer von Linz-Mitte Martin Füreder, Dompropst Wilhelm Vieböck und Mitglieder des Domkapitels, Diakon Alexander Niederwimmer, Pfarrer Alois Emslander aus München und zahlreiche Priester, mit denen Mateusz Krzysztof Kądzioła verbunden ist. Auch Seelsorgerinnen und Pfarrangehörige aus den Bezugs-Pfarrgemeinden Mariendom (Pfarre Linz-Mitte) und Leonding-St. Michael (Pfarre TraunerLand) sowie Angehörige aus Kądzioła Heimat Polen, Freunde, Wegbegleiter und Priesterseminar-Kollegen feierten mit. Musikalisch gestaltet wurde der festliche Gottesdienst vom Vokalensemble der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Andreas Peterl und von Domorganist Gerhard Raab.

 

 

„Ein Diakon ist dazu berufen, Licht für andere zu sein“

 

Am Beginn des Gottesdienstes bekräftigte der Weihekandidat seine Bereitschaft zum Dienst als Diakon mit den Worten: „Hier bin ich“. Der Regens des Priesterseminars Slawomir Dadas bezeugte, dass der Weihekandidaten gut vorbereitet ist, dass das Volk Gottes seine Weihe unterstützt und dass er für würdig gehalten wird, die Weihe zum Diakon zu empfangen. Hierauf wurde Mateusz Krzysztof Kądzioła von Bischof Scheuer zum Diakon erwählt.

 

In seiner Predigt betonte Bischof Manfred Scheuer, Licht sei ein Symbol für Freude, Glück, Leben und Hoffnung. Scheuer erinnerte an die Zusage Jesu „Ihr seid das Licht der Welt“ aus dem Matthäus-Evangelium. „Das Licht der Welt – das ist keine Frage von Scheinwerfern oder Flutlicht, sondern das Suchen des Brunnenpunktes im Leben“, meinte der Bischof. Damit nahm er Bezug auf den Jesuitenpater Alfred Delp, der im Angesicht des Todes im Gefängnis in Berlin-Tegel 1944 schrieb: „Die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen, wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen.“ Delp habe diesen Brunnenpunkt, die Mitte und Fülle, gefunden, so Scheuers Überzeugung.

 

Licht der Welt zu sein, sei Christ:innen deshalb möglich, weil sie sich zuerst von Gott geliebt, angenommen und bejaht wüssten. Scheuer wörtlich: „Ihr seid das Licht der Welt – weil Christus euch anschaut und anleuchtet.“ Auch Diakone seien dazu berufen, Licht für andere zu sein, unterstrich der Bischof. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das „Quartett der Verwundbaren“ aus dem biblischen Buch Deuteronomium: die Witwen, die Waisen, die Fremden und Immigranten und die Armen. „Heute gehören zu diesen Verwundbaren etwa Alleinerzieherinnen, kinderreiche Familien, Flüchtlinge, Asylbewerber, Schubhäftlinge, Armutsgefährdete, Arbeitslose und Sündenböcke aller Art. Waisen sind Menschen, die keine Bezugspersonen haben, die selbst noch nicht oder nicht mehr in der Lage sind, das eigene Leben zu bewältigen, die Grundbedürfnisse des Lebens zu organisieren. Als ‚verwaist‘ gelten auch Personen, die besonders vulnerabel sind und nicht die ausreichende seelische, materielle, soziale oder auch rechtliche Unterstützung haben“, schlug Scheuer die Brücke in die Gegenwart.

 

Dem Weihekandidaten gab der Bischof auch einen Satz von Viktor Frankl mit auf den Weg: „Es kommt eigentlich nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet. Was erwartet das Leben, was erwarten andere, was erwartet Gott von mir? Was vermag ich an Hoffnung zu geben?“

 

Bereitschaft zum Dienst an den Menschen

 

Nach der Predigt von Bischof Manfred Scheuer erfolgte die Weihezeremonie. Nach der Anrufung des Heiligen Geistes in einem gemeinsamen Lied fragte Bischof Scheuer den Weihekandidaten nach seiner Bereitschaft, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden, um des Himmelreiches willen ehelos zu leben, das Stundengebet der Kirche zu pflegen, sich für Arme und Kranke einzusetzen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen und so sein Leben nach dem Beispiel Christi zu gestalten. Die persönliche Antwort des Kandidaten: „Ich bin bereit“. Danach legte Mateusz Krzysztof Kądzioła sein Gehorsamsversprechen gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern ab. Während der Heiligenlitanei, in der die Heiligen von der Gottesdienstgemeinde als Fürsprecher und Helfer angerufen wurden, lag der Weihekandidat ausgestreckt auf dem Boden der Altarinsel – als Zeichen der Hingabe, Bereitschaft und Demut vor Gott.

 

Danach empfing Mateusz Krzysztof Kądzioła kniend die Weihe durch Handauflegung und Gebet von Bischof Manfred Scheuer. Im Weihegebet heißt es: „Sende auf ihn herab, o Herr, den Heiligen Geist. Seine siebenfältige Gnade möge ihn stärken, seinen Dienst getreu zu erfüllen. Das Evangelium Christi durchdringe sein Leben. Selbstlose Liebe sei ihm eigen, unermüdliche Sorge für die Kranken und Armen. Mit Würde und Bescheidenheit soll er allen begegnen, lauter im Wesen und treu im geistlichen Dienste. In seinem Wirken sollen deine Weisungen aufleuchten; das Beispiel seines Lebens soll die Gemeinde auf den Weg der Nachfolge führen. So bezeuge er wahrhaft den Glauben und bleibe bis ans Ende fest in Christus verwurzelt.“

 

Anschließend halfen Regens Slawomir Dadas und Diakon Alexander Niederwimmer dem neugeweihten Diakon beim Anlegen der liturgischen Kleidung. Danach überreichte Bischof Manfred Scheuer Mateusz Krzysztof Kądzioła das Evangeliar mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben, was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Mit dem Friedensgruß und einer herzlichen Umarmung besiegelte Bischof Manfred Scheuer die Aufnahme des Diakons in sein neues Amt.

 

Mateusz Krzysztof Kądzioła

 

MMag. Mateusz Krzysztof Kądzioła wurde 1990 in Wadowice (Polen) geboren und wuchs in einer römisch-katholischen Familie mit seinen Eltern und zwei Geschwistern auf. Nach dem Gymnasium an einer Höheren Technischen Schule in Krakau arbeitete er zunächst in einer Bank in Krakau und absolvierte ein Management-Studium. Zuvor hatte er ein Bachelorstudium in Rechnungswesen und Finanzen abgeschlossen und erwarb 2016 den Masterabschluss in Management. Von 2013 bis 2016 war er als Koordinator im Büro des Weltjugendtages tätig, der 2016 in Krakau stattfand. 2016 begann er mit dem Theologiestudium, das er 2020 abschloss. Er trat in Wien ins Priesterseminar ein und wechselte dann ins Linzer Priesterseminar. Seit Herbst 2025 absolviert er sein pastorales Einführungsjahr in der Pfarrgemeinde Leonding-St. Michael (Pfarre TraunerLand), wo er auch als Diakon wirken wird.

 

Diakone, die Priester werden, und Ständige Diakone

 

Es gibt zwei Formen des Diakonats: Für Priesterkandidaten ist der Diakonat eine Weihestufe auf dem Weg zur Priesterweihe, daneben gibt es sogenannte Ständige Diakone. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) ist das Diakonenamt nicht mehr vorwiegend eine Station auf dem Weg zum Priesteramt, sondern steht auch (verheirateten) Männern offen, die „ständig“ Diakone bleiben wollen – daher die Bezeichnung „Ständige Diakone“. Die Aufgaben sind die gleichen: Diakone assistieren dem Priester in der Messe, verkünden das Evangelium und dürfen predigen. Sie können die Taufe spenden, Trauungen und Begräbnisfeiern leiten, Wortgottesdienste feiern und Segnungen spenden. In der Liturgie sind Diakone an der quer über der Brust getragenen Stola zu erkennen.

 

Zum spezifischen Profil eines Diakons gehört der Dienst an den Armen und Benachteiligten. Die soziale Dimension von Kirche ist somit stark mit dem Dienen und Helfen – dem diakonalen Amt – verbunden. In diesem Dienst liegt auch der Ursprung des Diakonats: In der Apostelgeschichte der Bibel ist nachzulesen, dass sieben Diakone, unter ihnen Stephanus, ausgewählt wurden, um für die benachteiligten Witwen der Gemeinde zu sorgen.

 

www.priesterwerden.at

www.dioezese-linz.at/diakone

 

Presseunterlagen zum Download

 

Pressemitteilung zum Download (doc/pdf)

 

Fotos der Diakonenweihe zum Download © Diözese Linz / Hermann Wakolbinger (honorarfrei)

 

Predigt von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

 

Kirche vor Ort
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