Tuesday 15. October 2019

Geschichten für die Zukunft

Unter diesem Titel präsentierte am 24. März 2015 die Diözese Linz vier Pastoralbroschüren, in denen Leitungsmodelle von Pfarrgemeinden und Dekanatsprozesse dargestellt werden.

„Die Diözese Linz setzt auf eine Vielfalt von Modellen, Strukturen und Ermutigungen“ so Generalvikar DDr. Severin Lederhilger bei der Präsentation. „Der Grundsatztext ‚Kirche im Territorium‘ wird durch Geschichten lebendig gemacht. Zusammen-Arbeit wird sichtbar.“

KLARHEIT, MUT, OFFENHEIT und die Bereitschaft zum TEILEN helfen, sich den geänderten Herausforderungen der heutigen Zeit zu stellen. Gleichzeitig sind diese Worte auch titelgebend für die neuen Broschüren, die Modelle und Maßnahmen in der Praxis aufzeigen.



KLARHEIT


Pfarrer der Zukunft ist ein Dienst in der Zusammenarbeit mit Vielen. Am Beispiel von Konrad Hörmanseder, Pfarrer von Perg und Pfarrprovisor für drei weitere Pfarren, wird sichtbar, wie sich Leitungs- und Beteiligungsstrukturen entwickelt haben. Für vier Pfarren zuständig zu sein und darüber hinaus noch Dechant, dies ist nur mit klaren Absprachen und in Zusammenarbeit mit anderen wahrzunehmen. „Klarheit und Vertrauen spielen eine große Rolle um zeitliche Räume und Kapazitäten zu schaffen und um für die jeweilige Pfarrbevölkerung angemessen da sein zu können“, so Hörmanseder.


Wichtige Kraft- und Impulsquelle, da ist sich das hauptamtliche Team in den von Hörmanseder geleiteten Pfarren einig, sind auch pfarrübergreifende Aktivitäten. Diese dienen der Vernetzung und dem Austausch und liefern Kraft, um über sich hinauszuwachsen: „Im gemeinsamen Miteinander ergibt sich oft die Gelegenheit, neue Sichtweisen zu bekommen“, erzählt Claudia Scherrer, Pastoralassistentin in Perg. „Besonders nützlich war das in Zeiten, als die Etablierung von Seelsorgeteams noch nicht so gängig und der Rat von Pfarren, wo dies schon vollzogen wurde, wichtig war.



MUT


„Lösungen in der Not sind nicht bloß Notlösungen“. Dieser Satz bringt auf den Punkt, was der katholischen Kirche in der Diözese Linz mit den Seelsorgeteams gelungen ist. Unter dem Motto „Gemeinde leben im Geist Jesu“ wurde ein Modell geschaffen, das in Anbetracht der vielen ehrenamtlich und kirchlich engagierten Talente Kirche intensiver werden lässt. Unter dem Titel „Mut“ wird die Arbeit von Seelsorgeteams (derzeit gibt es 46 Teams in Oberösterreichs Pfarren) am Beispiel der Pfarre Leonstein vorgestellt.


„Als wir vor Jahren erfahren haben, dass es für Leonstein keinen eigenen Pfarrer am Ort mehr geben wird, waren wir zunächst ratlos und verzagt“ erinnert sich Marilies Eckhart, Seelsorgeteammitglied für den Gemeinschaftsdienst. „Heute sind wir, trotz der vielen ehrenamtlichen Arbeit, sehr glücklich, wie sich die Pfarre Leonstein entwickelt. Und apropos Ausdauer: Wir beobachten, dass sich Dinge nur langsam verändern, vor allem die Vorstellungen und Bilder in den Köpfen der Menschen. Immer wieder stoßen wir auf Vorbehalte und Ängste. Es braucht Geduld, Verständnis und Beharrlichkeit, um die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, und langsam in die neue Situation mitzunehmen. Unser Bild von einer Gemeinde, wo sich jeder für einander und für die Lebendigkeit des Glaubens verantwortlich fühlt, muss langsam wachsen. Schritt für Schritt.“



OFFENHEIT


Das Zusammenspiel von PfarrassistentInnen (Laien, Diakone) und Pfarrmoderatoren (Priester) in der Leitung einer Pfarre wird in der Broschüre „Offenheit“ am Beispiel der Pfarren Wels-St. Franziskus und Niederneukirchen aufgezeigt. 54 PfarrassistentInnen arbeiten derzeit in oberösterreichischen Pfarren.


Pfarrassistentin Irmgard Lehner und Pfarrmoderator Anton Achleitner haben gemeinsam mit der Kirche nicht nur ein Zentrum für die christliche Botschaft, sondern gleichzeitig auch einen Platz mitten im Leben der Menschen der Pfarre gestaltet. „Mit dem Leitmotiv – Menschen annehmen und wertschätzen, so wie sie sind, und nicht nach dem beurteilen und einstufen, was sie besitzen, leisten und in der Gesellschaft gelten – möchten wir allen Menschen Raum bieten, sich geborgen und aufgehoben zu fühlen und sich für andere zu interessieren und einzusetzen“, so Irmgard Lehner.


Die Qualität im Zusammenspiel von Pfarrgemeinderat, Pfarrmoderator, PfarrassistentIn und PastoralassistentIn mit den anderen Initiativgruppen der Pfarre und den Menschen der Gemeinde liegt darin, aufeinander zu hören, andere Meinungen zuzulassen und Konflikte aktiv anzugehen, ist Pfarrmoderator Achleitner überzeugt. „Es muss nicht immer alles in der Hand einer Dirigentin oder eines Dirigenten liegen, damit ein Orchester den richtigen Rhythmus findet. Wenn jedes Instrument seinen Platz gefunden hat und alle um dessen Stärken Bescheid wissen, dann macht das gemeinsame Musizieren große Freude und dann kann auch immer wieder einmal improvisiert werden“, so Pastoralassistentin Johanna Strasser-Lötsch.



TEILEN


Die vierte Broschüre widmet sich den Dekanatsprozessen in der Diözese Linz. Neun Dekanate haben diesen Prozess bereits abgeschlossen; in fünf Dekanaten läuft er gerade.


„Es ist ein Glück, dass es bei aller Individualität so vieles gibt, das es sich mit den anderen zu teilen lohnt“ so die Gedanken eines Gemeindeberaters wenige Minuten vor Beginn eines Dekanatsprozesses. Auf das Wort „teilen“ trifft man im christlichen Leben immer und immer wieder. Es bestimmte nicht nur das Tun Jesu, sondern prägt auch heute noch die tägliche Arbeit engagierter ChristInnen über den gesamten Globus.


Dekanatsprozesse bieten den Rahmen, um sich mitzuteilen, auszutauschen und gemeinsam Lösungen auf aktuelle Herausforderungen zu finden. „Was man beim Dekanatsprozess erleben konnte, ist das Zugehen, Diskutieren, Netzwerken über die Pfarrgrenzen hinaus. Gerade der Visionsprozess beim ersten Treffen war sehr bereichernd, weil hier auch viel über den Glauben gesprochen wurde. Es ging nicht mehr darum, wie überlebt meine Pfarre, sondern um das größere Ganze, das Gemeinsame, das Sinnstiftende“, so Michael Brandstätter, Dekanatsjugendleiter im Dekanat Ried im Innkreis.

Die Katholische Kirche in Oberösterreich als pastorales und soziales Netzwerk
Die vier Broschüren werden mit dem Zusatzband „Diözesane Grundsatztexte“ komplettiert. Darin sind die „pastoralen Leitlinien“ und „Kirche im Territorium“ enthalten. Allen Pfarren wird ein komplettes Set der Broschüren zur Verfügung gestellt. Zusätzlich werden sie bei begleiteten Prozessen und Informationsveranstaltungen eingesetzt bzw. können in der Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität im Pastoralamt ab sofort angefordert werden.

 

 

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Pressefoto zum Download (Diözese Linz / honorarfrei)
V. l.:
Mag.a Monika Heilmann, Leiterin des Bereichs Pfarre/Gemeinde im Pastoralamt der Diözese Linz; Generalvikar DDr. Severin Lederhilger; Mag.a Irmgard Lehner, Pfarrassistentin in Wels-St. Franziskus

 Michael Kraml
Michael Kraml
Leiter
T.: 0732/772676-1171
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