Monday 14. October 2019

Reden wir darüber: Psychische Gesundheit geht alle an

Anlässlich des Internationalen Tages der seelischen Gesundheit machten VertreterInnen der TelefonSeelsorge – Notruf 142, der Apothekerkammer und der Ärztekammer darauf aufmerksam, dass psychische Gesundheit alle Menschen angeht.

Der Internationale Tag der seelischen Gesundheit wird seit 1992 jährlich am 10. Oktober begangen. Er hat das Ziel, verstärkt über psychische Erkrankungen aufzuklären und Initiativen zur Förderung der seelischen Gesundheit zu vernetzen. Initiator ist die „World Federation for Mental Health (WFMH)“.

 

Bei einer Pressekonferenz der TelefonSeelsorge OÖ – Notruf 142 am 3. Oktober 2019 in Linz legten anlässlich dieses Welttages Mag.a pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer, MR Dr. Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Oö. Ärztekammer und Allgemeinmediziner, sowie Mag.a Silvia Breitwieser, die Leiterin der TelefonSeelsorge OÖ – Notruf 142, ihre Zugänge zum Thema der psychischen Gesundheit dar.

 

Mag.a Monika Aichberger erklärte, dass das Vertrauen in ApothekerInnen hoch sei und dass Apotheken für viele Menschen mit Gesundheitsproblemen Erstanlaufstellen seien, unter anderem wegen des niederschwelligen Zugangs.

Dr. Wolfgang Ziegler ging unter anderem darauf ein, dass Menschen heute zahlreichen Belastungen ausgesetzt seien und welche gesundheitlichen Konsequenzen das mit sich bringe. Bei persönlichen Krisen könne der Hausarzt durch frühzeitige Weichenstellungen helfen, dass Menschen Hilfestellungen in Anspruch nähmen.

Mag.a Silvia Breitwieser wies darauf hin, dass die TelefonSeelsorge ihren Auftrag in Prävention und Gesundheitsförderung sowie in der Unterstützung von medizinischen und therapeutischen Versorgungszentren sehe.

 

Mag.a Monika Aichberger: Apotheken sind oft erste Anlaufstelle in Gesundheitsfragen

 

Mag.a pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer, führte aus, dass Apotheken oft erste Anlaufstellen in Gesundheitsfragen seien. Das gelte für körperliche Beschwerden ebenso wie für seelische. „Wir sind GesundheitsberaterInnen und Vertrauenspersonen in Personalunion“, verdeutlichte Aichberger die wichtige Rolle der ApothekerInnen, die gewissenhaft an alle anderen PartnerInnen im Gesundheitssystem zuweisen würden. Das verhindere die Bagatellisierung ernstzunehmender Beschwerden und unterstütze Hilfesuchende, zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Stelle der Gesundheitsversorgung zu gelangen. Möglich sei das alles vor allem wegen des niederschwelligen Zugangs der öffentlichen Apotheken und der Verfügbarkeit rund um die Uhr. „Denn“, so Aichberger, „gesundheitliche Probleme halten sich nicht an Öffnungszeiten.“

 

Dr. Wolfgang Ziegler: Oft ist der Hausarzt der Erste, dem sich PatientInnen bei persönlichen Krisen anvertrauen

 

MR Dr. Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Oö. Ärztekammer und Arzt für Allgemeinmedizin, strich in seinem Statement heraus, dass die Belastungen, denen Menschen heute ausgesetzt seien, immer größer und immer mehr würden. Vor allem digitale Kommunikationskanäle würden die Schnelllebigkeit erhöhen und führten immer häufiger dazu, dass es Menschen „zu viel“ werde.

Mehr als die Hälfte der ÖsterreicherInnen fühle sich laut Studien stressbelastet, ein Drittel davon sogar stark oder sehr stark. „Burn-out ist längst eine Volkskrankheit“, so Ziegler, der auch betonte, dass diese Krankheit nicht nur stressbedingt sei, sondern viel mehr mit zu hohen Anforderungen an sich selbst zu tun habe.

Ziegler sprach auch von anderen weit verbreiteten psychischen Erkrankungen wie Angststörungen und Suchtkrankheiten. Neben Alkohol- und Nikotinsucht stehe Medikamentensucht in Österreich an dritter Stelle und sei damit weitgehend unterschätzt.

Nicht nur, aber auch bei all diesen Problematiken sei der Hausarzt für viele Menschen die erste Anlaufstelle. Ziegler: „Als Hausarzt begleitet man seine PatientInnen oft über lange Abschnitte ihres Lebens hinweg und baut so ein Vertrauensverhältnis zu diesen auf. Oftmals ist man als Hausarzt der Erste, dem sich PatientInnen bei persönlichen Krisen anvertrauen. Gerade beginnende psychische Erkrankungen, die frühzeitig erkannt werden, können von FachärztInnen oder PsychotherapeutInnen entsprechend behandelt und therapiert werden.“

 

Mag.a Silvia Breitwieser: Auftrag der TelefonSelsorge in Prävention und Gesundheitsförderung

 

Die Leiterin der TelefonSeelsorge OÖ – Notruf 142, Mag.a Silvia Breitwieser, erklärte, dass die TelefonSeelsorge ihren Auftrag in Prävention und Gesundheitsförderung sowie in der Unterstützung von medizinischen und therapeutischen Versorgungszentren sehe. Auch außerhalb der Öffnungszeiten solcher Einrichtungen sei die TelefonSeelsorge durch die 24-Stunden-Erreichbarkeit eine erste Anlaufstelle in psychischen Krisen und könne im ersten Moment entlasten.

 

Die TelefonSeelsorge OÖ werde kontaktiert, weil Menschen psychisch erkrankt seien und Unterstützung suchten. Noch häufiger würden sich die Beratungsgespräche um Einsamkeit und Isoliertheit von sozialen Kontakten drehen und viele Menschen würden sich melden, die unter körperlichen Erkrankungen leiden.

 

Seelische Gesundheit sei immer auch im Zusammenspiel mit körperlicher Gesundheit und guten Sozialkontakten zu sehen. „Eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben und eine gute Lebensqualität ist psychosoziale Gesundheit“, so Breitwieser. Psychosoziales Gesundsein bedeute dabei nicht, sich ständig wohl zu fühlen, sondern in Krisensituationen Strategien und Hilfestellungen zur Verfügung zu haben, um das psychische Gleichgewicht zu stabilisieren bzw. relativ schnell wiedererlangen zu können. Der internationale Tag der seelischen Gesundheit möchte den Fokus auf die Förderung und Erhaltung psychosozialer Gesundheit richten.

 

Telefonberatung und Onlineberatung

 

Der Notrufdienst der TelefonSeelsorge – Notruf 142 ist vertraulich, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, ebenso die Mailberatung unter onlineberatung-telefonseelsorge.at.

In manchen Gesprächen gehe es darum, Menschen zum Arzt- oder Therapeutenbesuch zu motivieren oder Wartezeiten für Therapien zu überbrücken. Die Telefon- und OnlineberaterInnen der TelefonSeelsorge orientierten sich weniger an Krankheit als an Gesundheit und bereits bestehenden Ressourcen einer Person, denn jede Person besitze trotz aller Lebensbelastungen Stärken, so die Leiterin der TelefonSeelsorge.

 

Mag.a Silvia Breitwieser gab einige praktische Hinweise für die Erhaltung der Gesundheit:

 

Körperlich:

  • Bewegung und Sport
  • gesunde Ernährung
  • ausreichend Schlaf
  • fachärztliche Kontrollen

Psychisch:

  • ausreichend Entspannung und Erholung
  • angenehme Aktivitäten
  • bewusst wahrnehmen und genießen
  • Stress vermeiden
  • Bedürfnisse und Gefühle wahrnehmen und aussprechen

Sozial:

  • FreundInnen und Familie treffen
  • alte Kontakte aktivieren oder neue knüpfen
  • auf gute Arbeitsbedingungen achten
  • Gemeinschaft pflegen
  • sich in Krisenzeiten Menschen anvertrauen

Abschließend hob Breitwieser die Bedeutung der Ruhe für die Erhaltung der Gesundheit hervor. Der Mensch brauche Ruhe und Beruhigung, in der Natur, im Schlaf, durch Stressvermeidung und in vielen anderen Dingen.

 

Erreichbarkeit der TelefonSeelsorge

 

Notruf 142 – vertraulich, kostenlos, rund um die Uhr erreichbar

Im Internet: onlineberatung-telefonseelsorge.at 

 

Presseunterlagen zum Download

 

Pressemitteilung zum Download:  ( docx / pdf )

 

Schriftliche Statements von Mag.a Aichberger, Dr. Ziegler und Mag.a Breitwieser (pdf)

 

Foto zum Download:

honorarfrei im Rahmen der Berichterstattung mit Quellenangabe (Credit © Diözese Linz / Fürlinger)

 

Foto (v. l.): MR Dr. Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Oö. Ärztekammer und Allgemeinmediziner; Mag.a Silvia Breitwieser, Leiterin der Telefonseelsorge OÖ – Notruf 142; Mag.a pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Oberösterreichischen Apothekerkammer.

 Michael Kraml
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