Dienstag 16. Oktober 2018

Ein Gottesdienst in drei Sprachen ...

Ein wunderbarer Gedanke, mit dem Gehörlosenseelsorger Helmut Part den Gottesdienst einleitete - in Gebärdensprache und Lautsprache: es werde an diesem weißen Sonntag ein Gottesdienst in drei Sprachen gefeiert.

 

Das gesprochene Wort, das gebärdete Wort und die Musik - sie alle trugen zu einem feierlichen Gottesdienst im Linzer Mariendom bei. 

 

Spürbare österliche Freude

 

Unbeschreiblich, wie lebendig und berührend eine Messe sein kann, die auf diese Weise gefeiert wird: die Osterfreude wurde in jeder Gebärde spürbar, auch für all jene, die dieser Sprache nicht mächtig sind. Wenn man auch - das muss man zugeben - das eine oder andere gut "versteht"... zu denken ist an Gebärden für "Gott", "Friede", "Glaube" oder "Priester"...

 

Der gehörlose Gehörlosenwortgottesdienstleier Gilbert Mathie gebärdet die Lesung.
Gebärdensprachdolmetscherin Brigitte Maurerbauer übersetzt die Dialogpredigt von den Gehörlosenseelsorgern Helmut Part und Franz Wenigwieser.
 

 

Das gesprochene Wort wurde für Gehörlose und Schwerhörige jeweils durch Gebärdensprachdolmetscher übersetzt: ob Lesung, ob Fürbitte, ob Antwortpsalm oder die Dialogpredigt zwischen Helmut Part und Bruder Franz Wenigwieser über das Evangelium, in dessen Zentrum der uns allen wohl so sympathische "ungläubige Thomas" stand. Ein erfrischendes Gespräch über die Erfahrung von Gottes Nähe, das Erspüren von Gottes Gegenwart im Alltag. 

 

Mit Herzen, Mund und Händen

 

Zu Gast war auch der Gebärdenchor der Stadtpfarre Urfahr. "Wie kann das gehen?", mag sich der eine oder andere vielleicht denken. Ganz einfach: Vor einem Gottesdienst werden die Liedtexte des Gemeindegesangs in eine Sprache übertragen, die auch in der täglichen Kommunikation der Gehörlosen gebräuchlich ist. Gebärdet wird dann mit dunkler Kleidung und weißen Handschuhen - damit die Gebärden gut sichtbar sind (und gleichzeitig die gehörlosen Gottesdienstbesucher angeregt sind, selbst mitzugebärden bei gesprochenem und gesungenem Gebet). Und man staunt beim Selbstsingen, wie wunderbar sich Gebärde mit Musik verbindet.

 

Der Gebärdenchor der Stadtpfarre Urfahr gebärdet die Lieder.

 

Und so "sangen" beim Gottesdienst Hörende und Gehörlose gemeinsam - mit Herzen, Mund und Händen. Und einer Sprache der Musik, die durch ihre Schwingungen für alle Hörenden und Gehörlosen fühlbar war, bedienten sich auch Domorganist Wolfgang Kreuzhuber und Heinrich Reknagel, die mit ihrer Musik für zwei Orgeln von Théodore Dubois den Dom erfüllten. 

 

Gelungenes Beispiel für gemeinsames Feiern

 

Viele Gehörlose waren aus ganz Oberösterreich gekommen, um das kleine Ostern gemeinsam mit Hörenden zu feiern - erstmals im Mariendom. Ja, feierlich und fröhlich war sie, die Messe - ein Gottesdienst für alle Sinne. Gott zuhören - selbst wenn man nicht hören kann. Gott schmecken - in der Eucharistie. Gott riechen - im Duft des Weihrauchs. Gott fühlen - wenn man dem anderen die Hand reicht. Gott schauen - im Du, im anderen. 

 

(sp)

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