Monday 17. January 2022

Ökumenischer Gedenkgottesdienst für verstorbene (Sternen-)Kinder im Linzer Mariendom

In Linz wird am 12. Dezember 2021 um 15.00 Uhr ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für verstorbene (Sternen-)Kinder mit Bischof Manfred Scheuer und Superintendent Gerold Lehner im Mariendom gefeiert. Das Gedenken wird auch auf www.dioezese-linz.at gestreamt. 

Worldwide Candle Lighting Day: Ein Licht geht um die Welt

 

Viele Familien gedenken jährlich weltweit am zweiten Sonntag im Dezember (heuer ist das der 12. Dezember) ihrer (Sternen-)Kinder, indem sie um 19.00 Uhr eine Kerze ans Fenster stellen („Worldwide Candle Lighting“). Durch die Zeitverschiebung entsteht eine Lichterwelle, die innerhalb von 24 Stunden einmal um die gesamte Erde wandert: Nachdem in einer Zeitzone die Kerzen ein paar Stunden gebrannt haben, erlöschen sie und werden in der nächsten Zeitzone wieder angezündet. „Möge ihr Licht für immer scheinen“, so ist die Grundidee hinter dieser Lichterwelle. Jede Kerze brennt zum Gedenken an eine Kinderseele, die Spuren auf dieser Welt hinterlassen hat.

 

Die im Jahr 1996 gegründete Initiative geht auf eine Vereinigung verwaister Eltern und ihrer Angehörigen in den USA zurück. Eltern, Großeltern, Geschwister und andere nahestehende Menschen erinnern sich an all jene, die zu früh verstorben sind: ob vor, während oder nach der Geburt, als Babys, Kleinkinder, Jugendliche oder Erwachsene.

 

An diesem Tag wird besonders auch jener Kinder gedacht, die diese Welt nie kennenlernen konnten, weil sie noch im Mutterleib, während oder unmittelbar nach der Geburt verstorben sind. Hinter der Bezeichnung „Sternenkinder“ steht die Vorstellung, dass frühverstorbene Kinder als Sterne am Himmel funkeln. Sie haben den Himmel erreicht, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften.

 

Für Angehörige von (Sternen-)Kindern ist der Schein einer Kerze Erinnerung und Hoffnung zugleich. Erinnerung an eine viel zu kurze Zeit mit ihrem Kind, und Hoffnung, dass sich das Dunkel der Trauer wandelt. Das Licht steht auch für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Der Weltgedenktag zeigt betroffenen Frauen, Paaren und Familien: „Ihr seid nicht allein – eure Kinder sind nicht vergessen.“

 

 

Gedenkgottesdienst am 12. Dezember im Linzer Mariendom und als Live-Stream

 

Am Sonntag, 12. Dezember um 15.00 Uhr findet im Linzer Mariendom ein ökumenischer Gedenkgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer und Superintendent Gerold Lehner statt, zu dem Betroffene, Angehörige und FreundInnen verstorbener (Sternen-)Kinder herzlich eingeladen sind. Im gemeinsamen Erinnern, Schweigen und Beten soll erfahrbar werden, dass Trauernde nicht allein sind und dass im Miteinander Hoffnung, vielleicht auch Trost entstehen kann. Gestaltet wird der Gottesdienst von MitarbeiterInnen der Katholischen und Evangelischen Krankenhausseelsorge der Diözese Linz, von BEZIEHUNGLEBEN.AT, der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich und der Katholischen Männerbewegung in Oberösterreich. Musikalisch gestaltet wird er von der „Capella Originella“ unter der Leitung von Ursula Wincor. Das Gedenken findet unter Einhaltung der vorgeschriebenen Corona-Präventionsmaßnahmen statt.

 

Wer nicht in den Linzer Mariendom kommen kann, hat dennoch die Möglichkeit, den Gottesdienst mitzufeiern: Das Gedenken wird als Live-Stream auf www.dioezese-linz.at übertragen.

 

 

 

Der Trauer um Sternenkinder Raum geben: Veranstaltungen in Linz und ganz Oberösterreich

 

Der Katholischen Kirche in Oberösterreich ist es ein Anliegen, betroffenen Menschen einen Raum für ihre Trauer zu eröffnen und sie seelsorglich und beratend zu begleiten. In ganz Oberösterreich gibt es in Kirchen, Kapellen, Krankenhäusern und auf Friedhöfen Gedenkorte für Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Rund um den 12. Dezember, aber auch an anderen Terminen werden zahlreiche Gedenkfeiern abgehalten.

 

Informationen zu Gedenkorten und weiteren Gedenkfeiern für Sternenkinder in Oberösterreich und ein Vorschlag für das persönliche Gedenken zu Hause finden sich unter www.dioezese-linz.at/sternenkinder

 

Mag.a Christiane Roser, Leiterin der Abteilung für spezifische Lebenssituationen und Referentin für Krankenhauspastoral der Diözese Linz, schildert die Situation betroffener Eltern: „Der frühe Tod eines Kindes trifft Eltern oft völlig unvorbereitet. Waren sie gerade noch voller Freude, sind sie nun mit dem unfassbaren Tod konfrontiert. Die Eltern sind gezwungen, sich von einer Zukunft mit ihrem Kind zu verabschieden. Gefühle wie Trauer, Verzweiflung, vielleicht auch Scham und Schuldgefühle und vor allem eine große Leere können entstehen. Außenstehende können sich meist nur schwer einfühlen und sehen den Verlust oft eher rational, was Betroffene zusätzlich verletzt – sie erfahren sich mit ihrem Schmerz alleingelassen. Sie fühlen sich als Eltern, werden aber von ihrem Umfeld nicht als Eltern wahrgenommen.“ SeelsorgerInnen ist es wichtig, betroffenen Eltern Zeit und Raum für Trauer zu eröffnen, damit diese ihren Weg zurück in den Alltag finden können. Denn, so Roser: Trauer sei ein Heilungsprozess und brauche Zeit; jeder Mensch trauere anders und auf seine Weise. Rosers Anliegen: „Wir möchten mit dem Gedenkgottesdienst im Linzer Mariendom ein Zeichen dafür setzen, dass wir trauernde Menschen sehen und ernst nehmen. Vielleicht kann durch das gemeinsame Gebet, die Musik, das Ritual und die Stille wieder Hoffnung wachsen.“

 

Die KrankenhausseelsorgerInnen in den oö. Krankenhäusern begleiten Menschen, die um ein Sternenkind trauern. Kontakte der SeelsorgerInnen in den Krankenhäusern

 

 

Auch Mag.a Andrea Holzer-Breid, Diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin bei BEZIEHUNGLEBEN.AT, der Abteilung Beziehung, Ehe und Familie im Pastoralamt der Diözese Linz, weiß aus ihrer Beratungserfahrung: „Der Tod eines Kindes in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt kann für die Beziehung eines Paares eine große Belastung darstellen, weil der Umgang der beiden Partner mit der Trauer meist sehr unterschiedlich ist. Manche Menschen trauern aktiv, lassen ihre Gefühle zu und möchten darüber sprechen, andere können nicht darüber reden.“ Wenn ein Kind nicht leben konnte oder durfte, könne es auch sein, dass dieses Thema zur Gänze tabuisiert und die Trauer unterdrückt werde. Manchmal komme diese Trauer erst nach Jahren wieder hoch und könne dann erst bearbeitet werden, erklärt Holzer-Breid. Es brauche daher Angebote, in der diese Trauer behutsam zur Sprache komme, wie die Beraterin betont: „Meine Erfahrung ist, dass es allen Menschen sehr wohltut, in der Familienberatung einen Schutz-Raum und eine Sprache für ihre Trauer zu bekommen, damit die Seele wieder leichter werden kann. Die BeraterInnen unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Feiern und Gottesdienste zum Gedenken an Sternenkinder bieten Eltern eine gute Möglichkeit, der Trauer Zeit und Raum zu geben.“

 

BEZIEHUNGLEBEN.AT bietet Beratung an 25 Standorten in Oberösterreich sowie Online-Beratung an.

BEZIEHUNGLEBEN.AT

Partner-, Ehe-, Familien- und Lebensberatung

T: 0732 77 36 76

E: beziehungleben@dioezese-linz.at

W: www.beziehungleben.at/beratung

www.antworten.at

 

 

Katholische Männerbewegung: Podcast-Folge zum Thema „Wenn Eltern ein Kind verlieren“

 

Mit dem Thema „Wenn Eltern ein Kind verlieren“ beschäftigt sich auch die Katholische Männerbewegung (KMB) in der aktuellen Folge aus ihrer Podcast-Reihe „Was Mann bewegt“. Darin erzählt Karl Mair-Kastner, Leiter des Teams der Katholischen Krankenhausseelsorge am Kepler Universitätsklinikum Linz, wie es ihm als Seelsorger in der Begleitung von Eltern geht, die ein Kind verloren haben, und wie man Betroffene in ihrer Trauer unterstützen kann.

 

Hier geht's zur Podcast-Reihe

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