Thursday 23. May 2019

9.000 Menschen bei Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

In Erinnerung an die Befreiung der Häftlinge aus dem KZ Mauthausen vor 74 Jahren fand am 5. Mai 2019 eine internationale Befreiungs- und Gedenkfeier statt, an der auch Bischof Scheuer und Jugendorganisationen der Diözese Linz teilnahmen.

An der jährlich veranstalteten Feier nahmen auch heuer wieder tausende Menschen aus dem In- und Ausland teil, darunter die letzten Überlebenden des KZ und zahlreiche Jugendliche. Sie gilt als die größte Gedenk- und Befreiungsfeier weltweit. Nach dem Gottesdienst stellten sich die Delegationen am ehemaligen Appellplatz auf, wo als Höhepunkt um 11 Uhr der "Mauthausen-Schwur" in verschiedenen Sprachen verlesen wurde. Als traditioneller Schlusspunkt war zu Mittag der gemeinsame Auszug aller TeilnehmerInnen aus dem ehemaligen "Schutzhaftlager" vorgesehen. 

Die Gedenk- und Befreiungsfeiern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und an Orten der ehemaligen Außenlager werden seit 1946 von den Überlebenden bzw. deren Verbänden organisiert und durchgeführt. Als Nachfolgeorganisation der "Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen" (ÖLM) hat das Mauthausen-Komitee Österreich diese Aufgabe übernommen. Seit 2006 wird versucht, durch ein jeweiliges Schwerpunktthema vor allem für junge Menschen Bezüge der NS-Zeit zur heutigen Erfahrungswelt zu schaffen. 

 

Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen am 5. Mai 2019. Fotos (c) MKÖ / Springer bzw. MKÖ / Godany.


Das Konzentrationslager Mauthausen galt laut MKÖ als das am meisten gefürchtete Lager im gesamten KZ-System, da es für viele Häftlinge die Ankunft in einem Todeslager bedeutete. Menschen mit dem Vermerk "RU - Rückkehr unerwünscht" im Häftlingsakt war von Anfang an der Tod bestimmt. Davor wurde aber noch die Arbeitskraft dieser Menschen ausgeschöpft. Die Steinbrüche prägten die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die dort inhaftiert waren.

Besonders berüchtigt war die Strafkompanie des Steinbruchs. Inhaftierte, die auf Anweisung der Gestapo oder der Lagerleitung getötet werden sollten, wurden dieser Strafkompanie zugeteilt und mussten den ganzen Tag lang etwa 50 Kilogramm schwere Granitsteine über die sogenannte "Todesstiege", die vom Steinbruch ins Lager führte, hinauftragen. Niemand überlebte die Zuweisung in die Strafkompanie, deshalb ist die "Todesstiege" eines der vielen Symbole der Unmenschlichkeit im KZ-System Mauthausen.

 

Diesjähriges Schwerpunktthema "Niemals Nummer. Immer Mensch."

 

Im Zuge der namentlichen Erfassung der Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen wurden den Häftlingen ihre Eigennamen geraubt. Nach einer grausamen Prozedur, begleitet von Einschüchterungen, Drohungen, Schikanen und Stockschlägen durch SS-Angehörige und Funktionshäftlinge, waren die Häftlinge, die diese und weitere Gewaltexzesse überlebten, nur mehr eine "Nummer", unter der sie sich auszuweisen hatten. Das diesjährige Schwerpunktthema "Niemals Nummer. Immer Mensch." erinnert daran, wie Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus kategorisiert und nummeriert wurden und gibt den Menschen ihren Namen zurück, indem es Einzelschicksale der verfolgten und ermordeten Menschen in den Vordergrund stellt.

 

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich, rief angesichts der Aktualität des diesjährigen Schwerpunktthemas zu Solidarität und Menschlichkeit auf:

"Wir sehen das Wiedererstarken von Gruppierungen, die Identität zum Thema machen, die Entindividualisierung und Entsolidarisierung vorantreiben und die die Gesellschaft bewusst spalten wollen. Es liegt an uns, sich der Menschenverachtung entgegenzustellen und die Menschenwürde von uns allen zu verteidigen."

 

Wie auf der Homepage des Mauthausenkomitees nachzulesen ist, äußerten sich anlässlich der Gedenk- und Befreiungsfeier seitens der Spitzenpolitik unter anderem Bundespräsident Alexander van der Bellen, der Präsident des Nationalrates Wolfgang Sobotka, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Heinz Faßmann, SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner und weitere. Wie auch Landeshauptmann Thomas Stelzer, Alt-Bundespräsident Heinz Fischer und Staatssekretärin Karoline Edtstadler gedachten sie der Opfer von damals.

 

9.000 Menschen bei Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen
9.000 Menschen bei Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

Fotos (c) Land OÖ.

 

Bischof Manfred Scheuer warnte bei ökumenischem Gottesdienst vor Verachtung der "anderen"

 

Der Linzer Bischof Manfred Scheuer hat bei der internationalen Gedenkfeier zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Mauthausen vor Verachtung von Menschen, die "anders" sind, gewarnt. Dieses Prinzip sowie die Anmaßung absoluter Macht über Leben und Tod stehe oft an der Wurzel von Terror und Barbarei, sagte Scheuer am Sonntagmorgen bei einem ökumenischen Gottesdienst in der oberösterreichischen KZ-Gedenkstätte, mit dem das Gedenken zum 74. Jahrestag der Befreiung des Lagers ihren Auftakt nahm. An dem Gottesdienst nahmen auch der evangelische Bischof Michael Bünker und der orthodoxe Erzpriester Ioannis Nikolitsis teil. Unter den Mitfeiernden waren unter anderem Bischof em. Maximilian Aichern und der oberösterreichische Caritas Direktor Franz Kehrer, MAS.

Der Nationalsozialismus habe Behinderte und Zigeuner, politische Gegner, wie auch jüdische Traditionen und generell die "anderen" verachtet und sich dabei u.a. der Wissenschaften, der Medizin, der Ökonomie und sogar der Religion bedient, erinnerte Scheuer. Damals habe man "lebenswertes und lebensunwertes" Leben definiert und selektiert, und es habe eine ökonomische Kosten-Nutzen-Rechnung im Hinblick auf die Ermordung Behinderter gegeben. "Verachtung signalisiert: Du bist für mich überflüssig, reiner Abfall und Müll, den es verwerten und dann zu entsorgen gilt, eine Null, ein Kostenfaktor, den wir uns nicht mehr leisten wollen", verdeutlichte der Bischof.

So erst seien die Morde von Mauthausen, Gusen und Hartheim möglich geworden - als letztes Glied und Auswirkung einer auf dem Sozialdarwinismus beruhenden Ideologie, die Menschen nach Nützlichkeit bewertet, wie Scheuer hervorhob. Man habe Millionen von Menschen - vor allem Schwache und Behinderte - einfach das Lebensrecht und den Lebenswert aberkannt, für sie als "Parasiten" nur den Gnadentod als Ausweg gesehen. Dass es "besser, kostengünstiger wäre, wenn sie nicht geboren worden wären", habe gerade für Kinder gegolten. So seien die Ehrfurcht vor dem Leben, Barmherzigkeit und das Mitleid "Untugenden der Lebensverneinung" gewesen, hingegen Selbstbehauptung, Selbstdurchsetzung und das Recht des Stärkeren "absolute Werte".

 

Ökumenischer Wortgottesdienst
Ökumenischer Wortgottesdienst
Ökumenischer Wortgottesdienst

Ökumenischer Gottesdienst bei der Gedenk- und Befreiungsfeier am 5. Mai 2019. Fotos (c) Samuel Haijes


Mensch nicht als Nummer behandeln

Scheuer sprach in seiner Predigt auch das diesjährige Motto der Gedenkfeierns "Niemals Nummer. Immer Mensch" an, das auf die Praxis im ehemaligen KZ, Häftlinge auf eine Nummer zu reduzieren, verweist. Die SS habe den Gefangenen alles genommen, was noch an ihr bürgerliches Leben erinnerte - persönliche Gegenstände und das individuelle Aussehen, besonders aber den Namen, statt dessen Nummern zugeteilt wurden. "Die Nummer war der vollständige Ersatz der individuellen Persönlichkeit. Sie diente zur Entmenschlichung", verwies Scheuer auf Augenzeugenberichte aus dem KZ. Mit dem Namen habe man auch die Unverwechselbarkeit der Menschen auslöschen wollen. 

Auch vor diesem Hintergrund gäben gegenwärtige Tendenzen Anlass zur Sorge, befand der Linzer Bischof: Durch eine "Zifferninflation" der Nummern und Buchstabenkombinationen gerate heute die Ethik ins Hintertreffen. "Was wichtig ist, wird erschlossen über Kennziffern, Benchmarks und Rankings, nicht über die Sprache, auch nicht über Bilder." Statt nüchternen Realismus bewirke diese auch von den Medien verstärkte Praxis jedoch eine "Verarmung im Verhältnis zu anderen Menschen", zunehmende Sprachlosigkeit in Bereichen wie Begegnung, Liebe und Zärtlichkeit bis hin zum Glauben, somit in Summe "Realitätsverlust und Wirklichkeitsflucht".

Um den Opfer des Nationalsozialismus in rechter Weise zu gedenken und Solidarität zu zeigen, seien der bloße Vergleich der Zahlen der Ermordeten in den einzelnen KZ und Regimes der falsche Weg, denn: "Es können nur die Leichen gezählt werden, nicht aber die Personen." Wichtig sei vielmehr das Bemühen um ein "aufrichtiges Erkennen der Fakten" durch eine "Aufmerksamkeit, die kein Opfer auslässt" und das Erzählen der Leidensgeschichte auch der vielen namenlosen Patienten, die Hitlers Tötungsbefehl zum Opfer fielen. Scheuer forderte dafür eine "Sprache, die alle Opfer direkt im Hauptsatz nennt und keines in die Erwähnung der Nebensätze verbannt", konkret: "Jene, die zur Nummer, zum Kalkül, zur Funktion degradiert wurden, sollen beim Namen genannt werden."

Bei Gott, der jeden Menschen beim Namen rufe und ihm einen Namen gebe, gebe es kein Vergessen, seien doch für ihn "die Opfer nicht für immer besiegt und die Toten nicht tot", betonte der Bischof. Für diese Unverwechselbarkeit spreche auch jener Evangelientext, bei dem die Apostel nicht wagen, dem Auferstandenen die Frage "Wer bist du?" zu stellen. Scheuer: "Sie wussten es bereits. Es war nicht sein Aussehen, sein biometrisch vermessener Körper, seine Fingerabdrücke, seine DNA, die die Jünger zweifelsfrei erkennen ließ. Jesus tat Zeichen und Handlungen, die ihn eindeutig als den auswiesen, der er war."

 

Die Predigt von Bischof Dr. Manfred Scheuer im Wortlaut


Erzpriester Ioannis Nikolitsis: Gefährdete Humanität 

 

Erzpriester Ioannis Nikolitsis sagte in seiner Ansprache bei der Gedenkfeier, die Auferstehung Christi werde "gründlich missverstanden", halte man sie für ein nur einmaliges Geschehen und als Machtbeweis Gottes. Es gehe jedoch um die "Erlösung der ganzen Menschheit", sichtbar auch daran, dass der auferstandene Jesus die über seinen Tod verängstigten Jünger nicht alleine gelassen habe, sondern auf sie zugegangen sei und sie beim Namen angesprochen habe. "Bei ihm sind wir keine anonymen Nummern, sondern immer konkrete Gegenüber, Menschen mit Leib und Seele", verwies auch der orthodoxe Erzpriester auf das Gesamtthema der Gedenkfeier. Der christliche Glaube helfe dem Menschen dabei, aufmerksam mit einem "österlichen Blick" auf die Wunden der Mitmenschen zu sehen.
 

Ökumenischer Wortgottesdienst

Ökumenische Feier mit Erzpriester Ioannis Nikolitsis, dem evangelischen Bischof Michael Bünker und dem katholischen Bischof Manfred Scheuer. Foto (c) Samuel Haijes

 

Bischof Michael Bünker: Humanität weiterhin keine gesicherte Selbstverständlichkeit

 

Der evangelische Bischof Michael Bünker erinnerte in seinen Eröffnungsworten zur Feier an Nazi-Wortschöpfungen wie den Begriff "Humanitätsduselei", welche es laut dem Thüringer Gauleiter Franz Sauckel abzulegen gelte. Tatsächlich hätten KZ-Überlebende ihre tragischen Erlebnisse später als ein "völliges Ausgestoßensein aus allen Bezirken des Menschlichen" beschrieben und angemahnt, man müsse vor allem "ein Mensch bleiben". Bünker: "Aber wie kann man das, wenn sich die Gesellschaft, die Machthaber, die Medien dazu entschlossen haben, jede Humanitätsduselei abzulegen?" 

Auch heute stehe er immer "wieder erschrocken vor dem, was damals hier Wirklichkeit gewesen ist", bekannte der evangelische Bischof. Humanität sei weiterhin keineswegs eine gesicherte Selbstverständlichkeit. "Wie bleibt man ein Mensch, wenn man ausgegrenzt wird, zum Sündenbock gemacht, mit Vorurteilen punziert und anonym einer Gruppe zugerechnet, der man alles Unglück zuschreiben kann?" Auch die heutige Gesellschaft sei nicht gefeit von Unmenschlichkeit, der Verachtung anderer und davor, "an ihnen mit Achselzucken vorüber zu gehen und sie zu Nummern zu degradieren", denn: "Humanität fällt nicht vom Himmel. Sie muss erarbeitet, gebildet, erstritten, erkämpft werden." Sonst, so Bünker, drohe der Rückfall zur rohen Brutalität.

 

Delegationen aus mehr als 100 Ländern

 

An der Gedenk- und Befreiungsfeier nehmen jährlich zehntausende Menschen aus Europa und der ganzen Welt teil, darunter die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie zahlreiche Jugendliche aus Österreich und der ganzen Welt. Weit über 90 Prozent der Opfer waren weder Deutsche noch Österreicher, weshalb das Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager einen besonderen internationalen Stellenwert hat.

 

Die diesjährige Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begann mit Gedenkfeiern bei den nationalen Denkmälern. Am Morgen gab es auch eine Protestaktion der Präsidenten Internationaler Lagerkomitees, die auf die Sperrung der "Todesstiege" und des Steinbruchs durch den jüngsten Umbau aufmerksam machten. Auf der "Todesstiege" im Steinbruch wurden tausende der Häftlinge in den grausamen Tod getrieben, sie gilt international als eine der wichtigsten Erinnerungsstätten, die durch den Umbau eine Trivialisierung erfuhr.

 

Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen

Willi Mernyi und andere hochrangige Vertreter der internationalen Lagergemeinschaften. Foto (c) MKÖ/Springer

 

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreichs, richtete seine Begrüßungsworte an die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, insbesondere an die KZ-Überlebenden und an die zahlreichen anwesenden Jugendlichen. Im Rahmen der gemeinsamen Befreiungsfeier erfolgten die Kranzniederlegungen, unter anderem durch mehr als 100 Delegationen. Während der Kranzniederlegung sprachen Vertreterinnen und Vertreter der nationalen Opferorganisationen der Länder Weißrussland, Luxemburg, Slowenien und Österreich in den jeweiligen Landessprachen. Durch das Programm führten mehrsprachig die beiden Schauspielerinnen Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer, die musikalische Gestaltung gab es vom Ensemble "Widerstand" und der "Militärmusik OÖ".

 

Höhepunkt der Feier: Der gemeinsame Auszug

 

Den Höhepunkt der Gedenk- und Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen bildet der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Feierlichkeit. Ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden aus dem ehemaligen "Schutzhaftlager" wird mit dem Auszug die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert. Auch dieses Jahr wurde die Spitze des Auszugs aus Mauthausen von den KZ-Überlebenden, u. a. Shaul Spielmann, Ed Mosberg, Anna Hackl, Ewgenij Hrol, György Frisch, Stanislaw Zalewski, Jan Wojciech, Lucjan Miller, Ryszard Sempka gemeinsam mit US-Soldaten der amerikanischen Botschaft und Schülerinnen und Schüler der NMS Mauthausen gebildet.

 

Befreiungsfeier Mauthausen 2019

Der Höhepunkt der Gedenk- und Befreiungsfeier: Der Auszug. Foto (c) MKÖ / Godany.

 

Jugendgedenkmarsch

 

Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch heuer VertreterInnen der Katholischen Jungschar und Katholischen Jugend an der Befreiungsfeier teil: Unter ihnen Stephanie Schebesch-Ruf und Jakob Haijes (Vorsitzende und Vorsitzender der Katholischen Jungschar Österreich), Andreas Six-Huber (Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich) und Lisa Infanger (Vorsitzende der Kath. Jugend OÖ).

 

Der Jugendgedenkmarsch führte dieses Jahr vom Steinbruch über das Jugenddenkmal hin zum Appellplatz. Die Todesstiege besitzt eine besondere Symbolkraft und daher waren die VertreterInnen froh, dass der Gang über die Stiege heuer möglich war. Der thematische Schwerpunkt „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ wurde von den RednerInnen der Katholischen Jugend OÖ und der Bundesjugendvertretung aufgegriffen und auf den Punkt gebracht. Lisa Infanger, Vorsitzende der Katholischen Jugend OÖ, machte deutlich, wie oft hinter einer Zahl der einzelne Mensch mit seinem Namen und seiner Identität nicht mehr gesehen würde und Menschrechte vor allem bei der Gruppe der Aysl- und Zufluchtsuchenden verletzt würden:

„Genau da ist es unsere Pflicht aufzustehen und für Menschenwürde einzustehen. Konkrete Taten der Solidarität und Menschlichkeit müssen wieder in den Vordergrund gerückt werden!“, so Infanger wörtlich.

 

Gedenk- und Befreiungsfeier Mauthausen | Jugendgedenkmarsch
Gedenk- und Befreiungsfeier Mauthausen | Jugendgedenkmarsch
Gedenk- und Befreiungsfeier Mauthausen | Jugendgedenkmarsch
Gedenk- und Befreiungsfeier Mauthausen | Jugendgedenkmarsch
Gedenk- und Befreiungsfeier Mauthausen | Jugendgedenkmarsch

Fotos (c) Michaela Druckenthaner / Samuel Haijes

 

Die VertreterInnen der Katholischen Jugendorganisationen machten nicht nur beim Jugenddenkmal sondern auch auf dem Appellplatz klar, dass es gelte, aus der Geschichte zu lernen und sich dafür einzusetzen, dass Menschen nie wieder zu Nummern würden, sondern immer Menschen blieben.

 

Mauthausen Komitee Österreich  / Elisabeth Hainzl, M.A | Katholische Jugend OÖ / Kathpress

 

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