So. 7. 1. 2024 Taufe des Herrn, Sonntag nach dem 6. Januar
1. Lesung: Jes 42,5a.1-4.6-7
5a So spricht Gott, der HERR:
1 Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze;
das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. (…)
Einfühlsam, schützend, behütend und aufrichtend wird der „Gottesknecht“ beschrieben. Es kann das Volk „Israel“ im Ganzen gemeint sein oder der kommende Messias JESUS.Der Messias bringt Recht für „Israel“ und alle Völker. Und er hat damit Erfolg! Nicht gewaltsam setzt er Recht durch, sondern in der Kraft des ihm verliehenen Geistes JHWHs und von JHWH selbst an die Hand genommen. Indem der Gottesknecht zum „Bund“ für Israel und „Licht“ für die Völker wird (V. 6), tragen „Israel“ und die Völker durch Beachtung der „Tora“ zu Recht und Gerechtigkeit bei.
Wir sehen im Fernsehen die schrecklichen Bildern vom Krieg. Wir sind weit weg von diesem „Knecht Gottes“ gekommen.
Fest der heiligen Familie, Sonntag in der Weihnachtsoktav 31. 12. 2023
2. Lesung: Kol 3,12-17 Schwestern und Brüder!
12 Bekleidet euch,
als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte,
mit innigem Erbarmen. Güte, Demut, Milde, Geduld! (…)Am Anfang des Textes steht ein sog. Tugendkatalog, Kol 3,12-15. Solche waren in der Antike beliebt als Orientierung für ein gemeinschaftsförderliches Verhalten. Es geht um viele Formen der Zuwendung und gegenseitige Akzeptanz. Vor allem Vergebung und Liebe sind der Kitt für gelingende Beziehungen. Die Einzelnen sollen sich als Glieder des einen Leibes Christi – d.h. der Kirche – verbunden wissen und schätzen.
So. 24. 12. 2023 – Augustinus, Aus einer Weihnachtspredigt
Der die Welt zusammenhält, lag in der Krippe: er war Säugling und (Gottes) Wort. Den die Himmel nicht fassen, den trug der Schoß einer einzigen Frau.
...Welch offensichtliche Ohnmacht und bewunderungswürdige Demut, in der sich die ganze Gottheit auf diese Weise verbarg.
...
Möge er an uns seine Gaben vollenden, er, der nicht davor zurückschreckte, unsere Lebensanfänge zu übernehmen; er soll uns zu Söhnen (und Töchtern) Gottes machen, der unseretwegen ein Sohn des Menschen werden wollte.
34. So. i. Jahreskreis, Christönigssonntag 26. 11. 2023
1. Lesung: Ez 34,11-12.15-17a
11 So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich selbst bin es,
ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern.
12 Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert
an dem Tag,
an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben,
so werde ich mich um meine Schafe kümmern
und ich werde sie retten aus all den Orten,
wohin sie sich am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels zerstreut haben.
[13 Ich werde sie aus den Völkern herausführen, ich werde sie aus den Ländern sammeln und ich werde sie in ihr Land bringen. (…)
Das Hirtenbild wird im Alten Orient sehr häufig als Metapher für die Könige verwendet. Im übertragenen Sinne diente es auch als Gottesbild. Es steht für Fürsorge, aber auch Regentschaft. Die Texte des Ezechielbuches reflektieren auf unterschiedliche Weise die Katastrophe des Exils in Babylon und die Zerstörung des Landes und die Vertreibung aus der Heimat. Den Verantwortungsträgern damals (und evtl. auch in späteren Situationen) wird ihr politisches und religiöses Versagen schonungslos vor Augen geführt. Sie haben „nur sich selbst geweidet“ (V. 8.10). Wenn es nun keine brauchbaren Hirten „wie David“ (V. 23) mehr gibt, muss Gott selbst als Hüter seines Volkes in die Bresche springen (vgl. Ps 23), um es vor dem endgültigen Untergang zu retten.