34. So. i. Jahreskreis, Christönigssonntag 26. 11. 2023
1. Lesung: Ez 34,11-12.15-17a
11 So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich selbst bin es,
ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern.
12 Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert
an dem Tag,
an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben,
so werde ich mich um meine Schafe kümmern
und ich werde sie retten aus all den Orten,
wohin sie sich am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels zerstreut haben.
[13 Ich werde sie aus den Völkern herausführen, ich werde sie aus den Ländern sammeln und ich werde sie in ihr Land bringen. (…)
Das Hirtenbild wird im Alten Orient sehr häufig als Metapher für die Könige verwendet. Im übertragenen Sinne diente es auch als Gottesbild. Es steht für Fürsorge, aber auch Regentschaft. Die Texte des Ezechielbuches reflektieren auf unterschiedliche Weise die Katastrophe des Exils in Babylon und die Zerstörung des Landes und die Vertreibung aus der Heimat. Den Verantwortungsträgern damals (und evtl. auch in späteren Situationen) wird ihr politisches und religiöses Versagen schonungslos vor Augen geführt. Sie haben „nur sich selbst geweidet“ (V. 8.10). Wenn es nun keine brauchbaren Hirten „wie David“ (V. 23) mehr gibt, muss Gott selbst als Hüter seines Volkes in die Bresche springen (vgl. Ps 23), um es vor dem endgültigen Untergang zu retten.
2,1 Jetzt gilt dieses Gebot für euch, ihr Priester:
2ab Wenn ihr nicht hört und nicht von Herzen darauf bedacht seid,
meinen Namen in Ehren zu halten
– spricht der HERR der Heerscharen –,
dann schleudere ich meinen Fluch gegen euch (…)
Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. tritt ein Prophet auf, der kultische und soziale Missstände anprangert. Eventuell ist sein biblischer Name „Maleachi“ („mein Bote“), ein Name der Redaktion des Zwölfprophetenbuches, dessen letzte Schrift das Buch Maleachi ist. Es besteht aus Diskussionen zwischen JHWH-Gott und dem Propheten, den Priestern und seinem Volk.