22. Sonntag im Jahreskreis 30. 8. 2026
sondern lasst euch verwandeln
durch die Erneuerung des Denkens,
damit ihr prüfen und erkennen könnt,
was der Wille Gottes ist:
das Gute,
Wohlgefällige und Vollkommene!
Im Sinne der Barmherzigkeit, als Ausdruck des Erbarmens Gottes, im Zeichen der Liebe Gottes spricht Paulus die folgenden Empfehlungen (Röm 12-15) für das Leben der Gemeinde aus. Er beginnt seine praktischen Überlegungen mit dem Körper, der Leiblichkeit der Gemeindemitglieder. Dabei bekräftigt Paulus: Der Körper ist heiliges, lebendiges und wohlgefälliges Opfer. Unser Körper – egal wie er gestaltet und geformt ist, ist genau das, womit wir Gott dienen können. Genau diesen unseren Leib (den einzelnen wie den der Gemeinschaft – vgl. das Bild vom Leib mit seinen Gliedern in dem nachfolgenden Abschnitt, V. 3-8) sollen wir Gott schenken in einer Art „geistigem Gottesdienst“. Dies steht im Kontrast zu „dieser Welt“ (V. 2), den im Römischen Reich weitverbreiteten Opferkulten und Ritualen. Paulus greift damit ein Thema der Philosophie seiner Zeit auf, die anstelle von großem Kult und Liturgie darauf setzt, sich innerlich zu formen. Drei Begriffe nennt er dafür als Zielvorstellung: das Gute, Gott Wohlgefällige und Vollkommene. Eine ethische Lebensführung zum Wohle aller, darin ist der Wille Gottes klarer abzulesen als in blutigen Kulten.
Evangelium: Mt 16,21-27
In jener Zeit
21 begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären:
Er müsse nach Jerusalem gehen
und von den Ältesten
und Hohepriestern und Schriftgelehrten vieles erleiden,
getötet und am dritten Tag auferweckt werden.
22 Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen,
und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr!
Das darf nicht mit dir geschehen!
23 Jesus aber wandte sich um (…)
Die Perikope ist ein Neueinsatz im Matthäusevangelium. Der vorangehende große Abschnitt Mt 4,17-16,20 schloss mit dem Messiasbekenntnis des Petrus in 16,13-20.
Diese Erkenntnis Christi muss nun noch erweitertet werden um das innere Geheimnis der Nachfolge in Tod und Auferstehung. Das Leiden ist unausweichlich, es „muss“ (!) geschehen. Alles andere wäre an der Realität vorbei. Literarisch hat Matthäus wunderbar gestaltet, dass nach dem Höhepunkt der Christuserkenntnis und der Verheißung „auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“ (V. 18) sofort alles Selbstherrliche und Machtbewusste in Petrus zerstört wird. „Hinter mich, Satan“ – mit denselben Worten verbannte Jesus in Mt 4,10 den Teufel aus seinem Gesichtsfeld. Die Versuchung zur Macht wird zerbrochen.