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Inhalt:
Fr. 17.07.26

16. Sonntag im Jahreskreis 19. 7. 2026

2. Lesung: Röm 8,26-27

Schwestern und Brüder!

26 Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an.

Denn wir wissen nicht,

was wir in rechter Weise beten sollen;

der Geist selber tritt jedoch für uns einmit unaussprechlichen Seufzern. (…)

 

Die Verse 26-27 bzw. 28a stehen im großen Kontext der Perikope Röm 8,18-30, in der Paulus in einer These (Gewissheit der Hoffnung) und vier Abschnitten begründet, dass die kommende Herrlichkeit über allem Leiden der Gegenwart steht. V. 26-27 legen dar, dass der Heilige Geist der Übersetzer des menschlichen Seufzens und Klagens bei Gott ist. Darauf ist er im Nachdenken über die Frage gekommen, welche menschliche Sprache Gott wirklich erreicht. Paulus hat immer wieder Situationen erlebt, in denen er am Ende seiner Kräfte war und Schwierigkeiten nicht aus eigener Kraft bewältigen konnte. Die Erfahrung der Schwäche und der besonderen Angewiesenheit auf den Geist Gottes gilt für alle Menschen (V. 26a). Er selbst hat in seiner Schwachheit Gottes Hilfe und Nähe besonders intensiv erfahren.

 

Evangelium: Mt 13,24-43

In jener Zeit

24 erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann,

der guten Samen auf seinen Acker säte.

25 Während nun die Menschen schliefen,

kam sein Feind,

säte Unkraut unter den Weizen

und ging weg. (…)“

 

Alle sechs Gleichnisse, die auf das Sämanngleichnis folgen, also die drei des heutigen Sonntags und die drei vom kommenden Sonntag des Lesejahres, beginnen mit der Wendung „Mit dem Himmelreich ist es wie …“ „Himmelreich“ – wörtlich: Herrschaft der Himmel“ – meint die Herrschaft Gottes, unter der im Judentum oft praktizierten Vermeidung des Gottesnamens. Grundtenor der Gleichnisrede ist die Entdeckung der kleinen und großen Wunder Gottes in der Natur und im Leben der Menschen. Dennoch braucht es viel Zeit und ein großes Vertrauen in das Wirken Gottes. Ungeduld und Verzweiflung führen zu nichts; ebenso wie der Anspruch, alles allein bewirken zu müssen. Darauf und dass es um alltägliches Tun wie säen, ernten, pflanzen, backen, pflügen und essen geht, macht Jesus aufmerksam. Gerade in diesen profanen Tätigkeiten ist das Heilige zuhause, ebenso wie das Nützliche im Verachteten sichtbar wird. Im Ganzen geht es Jesus um die Entwicklung der Dinge vom Kleinen zum Großen (Verse 24-36) und darum, dass unverhofft Wunderbares geschehen kann (Verse 44-50). Denn Natur und Menschen sind Gleichnis, Abbild oder Gegenbild für das Reich Gottes.

 

Der Mensch läuft oft Gefahr, irrtümlich Gutes zu zerstören. Das Himmelreich wächst aus eigener Kraft (vgl. auch die beiden folgenden Gleichnisse) und ist nicht von menschlichen Anstrengungen abhängig. Wichtiger ist es, es nach seinen eigenen Gesetzen wachsen zu lassen. Dazu braucht es Vertrauen in Gott. Gottes Güte und seine Langmut bedeuten nicht die Aufhebung der Unterscheidung zwischen Gut und Böse, zwischen rechtem und verkehrtem Tun. Bei Gott ist der Zeitpunkt der Entscheidung ein anderer. Daher auch die Mahnung zu Geduld und Vertrauen.

 

Es gäbe verschiedenen Einzelheiten zu den drei Gleichnissen. Nur zum ersten:

Es gibt den oft verbreiteten Übereifer, ein Übel möglichst früh auszumerzen. Denkbar ist, dass hinter dem Gleichnis die Forderung zumindest einiger Jünger an Jesus bzw. einiger in der Gemeinde des Matthäus steht, das Gottesreich so bald wie möglich zu verwirklichen und die reine Schar der Endzeit (keine Sünder, Zöllner, Halbherzige, Reiche, Heiden, etc.) zu sammeln.

Für die frühe Gemeinde würde das heißen, dass alle Mitglieder jetzt schon auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft werden und zwischen Gut und Böse aufgeteilt werden. Jesus wehrt den Versuch ab, mit gewaltsamen Aktionen „das Unkraut“ unter den Menschen zu entfernen bzw. das Wachstum des Guten durch die Ausrottung des Bösen zu unterstützen.

 

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