15. Sonntag im Jahreskreis 12. 7. 2026
Trotz bedrückender Gegenwart wird eine Zukunft in Herrlichkeit erhofft. Diese Hoffnung der Glaubenden weitet Paulus auf die ganze Schöpfung aus. Den dafür nötigen Prozess vergleicht er mit Geburtswehen.
Evangelium Mt 13,1-23
1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.
2 Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer.
3 Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. (…)
In Mt 13 sind sieben Gleichnisse zusammengestellt. Es ist die dritte größere Redeeinheit des Mattäusevangeliums. In diesen Gleichnissen handelt es sich um das Königtum Gottes, oder in der Sprache des Mattäus: um die Geheimnisse des Himmelreiches. Die Geheimnisse enthüllen sich dem, der Ohren hat" (13, 9); für den einfachen Menschen und für den hochgebildeten ist es gleich leicht und gleich schwer, sie zu verstehen.
Die Frage ist, ob ich im Gleichnis das finde, was mich angeht, was von Gott her direkt auf mich zukommt.
Denn in jedem Gleichnis ist ebenso von mir die Rede wie von Gott und seinem Königtum. Im ersten Gleichnis ist die Rede vom Sämann, von den Saatkörnern, vom Acker und von der Frucht, aber auch vom felsigen Boden, von der sengenden Sonne, von den Vögeln, die die Körner auffressen, und von den Dornen, in denen die Saat erstickt. In den Versen 18-23 wird das Gleichnis erklärt, aber nur den Jüngern: denen, die es schon verstanden haben. Ihnen gab das Gleichnis Antwort auf die Frage: Warum kommt die Botschaft Jesu bei den Menschen nicht an? Hat seine Sache überhaupt Zukunft? Antwort: Die Botschaft kommt an und hat, gegen alle Wahrscheinlichkeit, eine mächtige Wirkung überall da, wo sie guten Boden findet. Mk 4, 1-9; Lk 8, 4-8; Joh 15, 8.16; Offb 2, 7; 13, 9.
Ewiger Gott, dein Wort ist lebendig und voller Kraft – es trifft tief in mein Herz, bringt Licht in meine Dunkelheit und Hoffnung in meine Zweifel. Lass mich offen sein für deine Botschaft, damit sie in mir wirken kann: zur Veränderung, zum Trost, zur Heilung. Hilf mir, dein Wort zu hören, zu verstehen und zu leben, damit es Früchte bringt – in mir und durch mich in der Welt. Gib, dass ich deiner Stimme vertraue und mutig folge, denn dein Wort ist Weg, Wahrheit, Leben. Amen.