14. Sonntag im Jahreskreis 5. 7. 2026
Paulus erinnert daran, dass es für Gläubige nicht allein menschliche Grundsätze und Möglichkeiten geben kann, sondern auch göttliche. Diese beiden Maßstäbe benennt er als „Fleisch“ (menschlich) und im Gegensatz „Geist“ (göttlich).
Als Menschen sind auch die Christusgläubigen begrenzt und damit in Schuld verstrickt („Fleisch“). Sie können sich aber von ihrer Begrenztheit befreien, wenn sie sich an der Geistkraft orientieren. Diese Geistkraft Gottes wohnt bereits in ihnen, da sie sich ja an Christus ausrichten.
Evangelium Mt 11, 25-30
25 In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen
und es den Unmündigen offenbart hast.
26 Ja, Vater,
so hat es dir gefallen. (…)
29 Nehmt mein Joch auf euch
und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. (…)
Im ersten Teil spricht Jesus in einem Lobpreis zu Gott. Jesus preist Gott als Vater und als die Macht, die Himmel und Erde regiert. Der Grund des Lobs: Gott hat die Verhältnisse umgedreht. Nicht die Klugen und Weisen – sprich Schriftgelehrten und Weisheitslehreden – sind die Ersten im Verstehen, die Kinder sind es, die Kindlichen, die Unmündigen, die einfachen Leute, die Jesus zuhören. Ihnen wird die göttliche Botschaft offenbart, die den „Kopf“-Menschen verborgen ist. Allerdings wird nicht erwähnt, was der Inhalt der Botschaft ist. Vielleicht das, was im zweiten Teil erwähnt wird? V. 27 jedenfalls nennt die besondere Beziehung des Kennens zwischen Vater und Sohn, also zwischen Gott und Jesus. So hat Jesus von Gott alles erhalten – und kann es jenen weitergeben, denen er es ebenfalls offenbaren will. Ihnen ermöglicht es Jesus, Gott als Vater zu (er-)kennen.
Wir können V. 28-30 als Fortsetzung dieser Gedankenlinie lesen. Dann ist die Einladung von Jesus an die Mühevollen und Beladenen eine Einladung zur (Gottes-)Erkenntnis. Das griechische Verb, das die Einheitsübersetzung mit „erquicken“ wiedergibt (anapaúo), könnte auch mit „ausruhen lassen“ übersetzt werden (so dann in V. 29, wo das dazugehörige Substantiv anápausis verwendet wird). In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments wird das Verb in Verbindung mit der Sabbatruhe verwendet (z. B. Ex 34,12; Dtn 5,14).
Diese wiederum ist das erste Geschenk Gottes an die Menschheit. Das Substantiv begegnet u. a. in Ps 23,2 im „Ruheplatz“ am Wasser.