13. Sonntag im Jahreskreis 28. 6. 2026
6 Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt,
damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde,
sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind.
7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.]
Auf Christus Jesus getauft zu sein, bedeutet für Paulus, voll und ganz Christus anzugehören. Dies bedeutet dann auch, in seinen Tod, in seine Hingabe, in seinen Glauben, hineingenommen zu sein. Oder wie Paulus selbst sagt: „Wir sind mit der Gestalt seines Todes verbunden“ (Röm 6,5). Aber nicht nur den Glauben der Hingabe, des Vertrauens zu Gott selbst im Sterben, teilen wir mit Jesus, auch den Glauben und die Hoffnung auf die Auferstehung, den Jesus gehabt hat. Dieser Glaube an die Auferstehung ist ebenfalls wirkmächtig und anschlussfähig. Das Sterben, der Tod sind durch die Sünde verursacht. Wir können dem nicht entrinnen, zugleich ist dieses dem Tod verfallene Dasein durch die Überwindung des Bösen neu denkbar geworden. Wir können durch den Glauben an Jesus in die neue Wirklichkeit der Auferstehung eintreten bei gleichzeitiger Last des Sterbens und der Folgen der Sünde. Prinzipiell sind wir aber frei geworden.
Evangelium Mt 10
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:
37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich,
ist meiner nicht wert,
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich,
ist meiner nicht wert.
38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt,
ist meiner nicht wert. (…)
Es geht um das „mehr“, um den Konfliktfall. Eine Nachfolge Jesu beißt sich nicht mit der Kinder- und Elternliebe, was viele Gebote in Frage stellen würde. Es geht um den Horizont aller Liebe, der Kinder- und Elternliebe umfängt, um ein Mehr-Lieben. Ohne diese, die irdische Liebe übersteigende Liebe, müssten wir uns überfordern.
Letzten Sonntag ging es um das „Fürchtet euch nicht“ (dreimal). Das ist heute eine Auslegung und Weiterführung. Die zwischenmenschliche Liebe kann schwer gelingen, wenn es nicht die göttliche Liebe gäbe. Wir sagen einem Dritten gegenüber Ja zum Nächsten, damit wir einander mit unseren Fehlern und Grenzen annehmen können.