11. So. i. Jahreskreis, 14. 6. 2026
(„Apostel“ ist metaphorisch zu lesen, jeder Christ/Christin) ist z. B. am Mittwoch im Stadtion zu Madrid gut zur Sprache gekommen. Sehr berührend die Lieder, Tänze, Lebensgeschichten.
Die Kirche sollte wie ein vielstimmiger Chor sein: unterschiedliche Menschen,
Charismen und Meinungen bleiben verschieden, hören aber aufeinander, unterscheiden gemeinsam den Willen Gottes und bilden so eine harmonische Einheit. Genau das ist Synodalität – die Polyphonie des Evangeliums. Diese Gedanken äußerte Papst Leo XIV. sinngemäß bei der Begegnung mit der Madrider Kirche im Fußball-Stadion der Stadt. Der Jubel der Teilnehmer (80.000!) dabei wollte kaum ein Ende nehmen. Es brandete am Ende seiner Ansprache minutenlanger Applaus auf. „Dieser Abend ist ein großer Lobgesang des Glaubens und es freut mich, meine Stimme mit der euren zu vereinen, um Gott zu preisen und die Beziehungen einer so schönen kirchlichen Familie zu stärken, die die Kunst der Polyphonie lernt, das heißt der Einheit in der Vielfalt“, griff Papst Leo die einführenden Worte des Erzbischofs von Madrid, Kardinal Cobo Cano, in seiner Ansprache auf. Zuvor hatte es zahlreiche Erfahrungsberichte gegeben, die das vielfältige Leben und den solidarischen Einsatz der Madrider Kirche widerspiegelten.
Die Metapher der Musik zeige, dass Gemeinschaft nicht allein durch Zahlen, Strukturen oder Programme entstehe, sondern dadurch, dass die Menschen „mit dem Herzen singen“ und gemeinsam – vor allem in der Liturgie - den Sinn ihres Glaubens feierten, so Papst Leo: „Ihr bezeugt das Evangelium in der Hauptstadt eines großen europäischen Landes, Sitz von Institutionen und Organisationen, in denen wichtige Entscheidungen für Gegenwart und Zukunft getroffen werden, aber auch Ziel von Millionen von Besuchern und Brüdern und Schwestern auf der Suche nach neuen Chancen. Eure Freude wird ansteckend, wenn sie sich von einem flüchtigen Gefühl zu einer beständigen Lebenshaltung wandelt, zu einem tiefen Gefühl, das Menschen, Gruppen und die Diözesangemeinschaft erneuert“, unterstrich der US-amerikanische Papst, der davor warnte, nur mit Menschen zusammen zu sein, die „immer dieselbe Melodie singen“. Vielmehr sei es nötig, offen zu bleiben für andere Stimmen und Erfahrungen, so die Mahnung des Kirchenoberhauptes, der dazu einlud, sich als Gemeinschaft stets an Christus zu orientieren. Das Leben in der Stadt stelle dabei eine besondere Herausforderung, aber auch Chance, dar: „In den großen Städten scheint es manchmal mehr als anderswo, als hätten wir keine Landkarten mehr, um uns sicher zurechtzufinden. Dann müssen wir die geistliche Kunst der Aufmerksamkeit neu erlernen, ohne die auch die Verkündigung des Evangeliums Gefahr läuft, zu einer unpersönlichen Wiederholung zu werden, an Wirksamkeit zu verlieren, und Frustration und Misstrauen zu hinterlassen.
Die Kirche sei berufen, die Frohe Botschaft mit allen zu teilen und inmitten der Stadt ein Zeichen der Erlösung zu sein. Wie schon die Apostel in den Städten der frühen Kirche begegnet sie dabei sowohl Ablehnung als auch Offenheit, gerade dort, wo Vielfalt und Wandel zum Alltag gehören.