10. So. i. Jahreskreis, 7. 6. 2026
Evang. Mt 9, 9-13
In jener Zeit
9 sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen
und sagte zu ihm: Folge mir nach!
Da stand Matthäus auf und folgte ihm. (…)
Für mich ist das ein umwerfende Stelle – in der alten Einheitsübersetzung hier wiedergegeben: Man hat sich sein Leben bequem eingerichtet, sitzt irgendwo – und dann a) diese Kraft und dieses Feuer einer neuen Berufung und b) dieser Mut des Apostels Matthäus.
Es klingt ziemlich unvernünftig, leichtsinnig, was hier geschieht – und genauso muss es gewesen sein, sonst hätten die 12 Aposteln und die übrigen JüngerInnen das nicht getan.
Auf’s Geratewohl alles liegen und stehen lassen, das ist nicht ganz gescheit!
Das ist ein Abschied, ein Aufbruch, ein Verlassen der alten Heimat, eine Hinüberfahrt über den großen Ozean. Ich denke hier an die Aussiedler aller Zeiten und Kontinente, an die Pilgerfahrten der Wallfahrer, die nicht wussten, ob sie noch jemals zurückkehren werden, an die frisch Verliebten und Heiratswilligen, die nicht wissen, was kommen wird.
Wir denken und planen ja oft lebenslang, sind äußerst zukunftsskeptisch - und dann plötzlich, absolut unerwartet, absolut ungeplant, werfen wir alles über den Haufen und fangen ganz neu an.
Psychologisch und emotional eine starke Stelle: Da stand Matthäus auf und folgte ihm, aber ebenso „sachlich“, „objektiv“ eine starke Stelle: Dem Evangelium ist nichts vorzuziehen. Das ist höchste Priorität, das ist erste Lebensaufgabe, wie es ebenfalls bei Matthäus 6 heißt: „Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch dazugeschenkt werden“. Oder bei Paulus: „Das Königreich Gottes ist Gerechtigkeit und Frieden“. (Schönes Taizé-Lied: the kingdom of God ….)
Freitag 12. 6. – Hochfest Herz Jesu
Allmächtiger Gott,
und preisen die großen Taten seiner Liebe.
Gib, dass wir aus dieser Quelle göttlichen Erbarmens
die Fülle der Gnade und des Lebens empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.