7. Sonntag der Osterzeit 17. 5. 2026
In der Apostelgeschichte werden nicht einfach historische Fakten referiert. Der Evangelist Lukas, der mutmaßliche Autor, schildert die Frühzeit des Christentums immer auch idealisiert (vgl. z.B. Apg 2,42-47; 4,32-37). Besonders die Einheit der ersten Christinnen und Christen liegt ihm am Herzen. Daher liegt sein Augenmerk auch hier auf der „Einmütigkeit im Gebet“ der Autoritäten (Apostel, Mutter Jesu etc.), die beispielhaft für alle sein soll. Besondere Beachtung verdient die Erwähnung der Frauen – auch wenn offenbleiben muss, ob es sich um die Ehefrauen der Apostel, die im Lukasevangelium sonst erwähnten Frauen im Gefolge Jesu oder alle zusammen handelt.
Evangelium: Joh 17,1-11a
In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte:
1 Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt. (….)
„Das Johannes-Evangelium aber lässt Jesus sprechen, wie er zu allen Zeiten zu uns redet, das heißt, wie er in Judäa und Jerusalem den Worten nach vielleicht niemals gesprochen hat, wie er aber in der Tiefe zu allen Zeiten unbedingt zu uns redet.“ (Eugen Drewermann). Daher lässt sich der heutige Text als eine Zusammenfassung der Botschaft Jesu lesen, wie das Johannesevangelium sie versteht.
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Leo der Große († 461) Aus einer Predigt auf Christi Himmelfahrt.
Die Tage zwischen der Auferstehung und der Himmelfahrt des Herrn waren keine Tage ohne Ereignisse; in diesen Tagen wurden vielmehr wichtige Sakramente bestätigt und große Geheimnisse offenbart.
In diesen Tagen wurde die Furcht vor dem grausamen Tod hinweggenommen und die Unsterblichkeit verkündet, nicht allein die der Seele, sondern auch die des Leibes. In diesen Tagen hauchte der Herr allen Aposteln den Heiligen Geist ein und vertraute dem heiligen Apostel Petrus, der schon die Schlüssel des Himmelreiches hatte, die Sorge für seine Herde an. In diesen Tagen gesellte sich der Herr den beiden Jüngern auf dem Weg als Dritter zu, als Begleiter. Um das Dunkel all unseres Zweifelns zu zerstreuen, schalt er sie, weil sie in Furcht und Schrecken ein so schwerfälliges Herz hatten. Ihr Herz wurde erleuchtet, und sie erhielten die Feuersglut des Glaubens. Ihr Herz war lau. Doch als der Herr ihnen die Schrift aufschloss, begann es zu brennen. Während sie mit ihm zu Tisch saßen, wurden ihnen beim Brechen des Brotes die Augen aufgetan. (…)
RESPONSORIUM
³ Ich gehe hin, um euch einen Platz zu bereiten. * Ich komme wieder und hole euch zu mir, damit ihr dort seid, wo ich bin. Halleluja.
² Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der bei euch bleibt auf ewig. * Ich komme wieder und hole euch zu mir, damit ihr dort seid, wo ich bin. Halleluja.
Herr, unser Gott, sieh auf deine Gemeinde, die in dieser österlichen Zeit der Auferstehung deines Sohnes gedenkt. Gib, dass wir mit allen Heiligen die ewige Freude erlangen, wenn er in Herrlichkeit wiederkommt, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.