6. Sonntag der Osterzeit 10. Mai 2026
Die Christen in Kleinasien, an die sich der 1. Petrusbrief wendet, ruft der Verfasser auf, die Ablehnung, die sie von ihrem Umfeld erfahren, nicht durch Hass zu vergelten, sondern sich stets um das Gute zu bemühen. Und wenn sie dann nach dem Grund ihres Handelns gefragt werden, dann sollten sie darüber Auskunft geben können, woraus sie Kraft und Hoffnung schöpfen. So soll Christus durch das Leben, Handeln und Reden bezeugt werden.
Evangelium: Joh 14,15-21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
15 Wenn ihr mich liebt,
werdet ihr meine Gebote halten.
16 Und ich werde den Vater bitten
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
der für immer bei euch bleiben soll,
17 den Geist der Wahrheit,
den die Welt nicht empfangen kann,
weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.
Ihr aber kennt ihn,
weil er bei euch bleibt und in euch sein wird (…)
Das Evangelium führt die Abschiedsreden im Johannesevangelium, die auch schon Thema des vorangegangenen Sonntags waren, fort. Die literarische Abschiedsrede will als „Testament“ einer Person verstanden werden und Orientierung für die Zukunft geben. Sie ist hier gerichtet an die johanneische Gemeinde nach Ostern mit ihren Fragen, vor allem der, wie sich nun ihre Beziehung zu Jesus gestaltet, wie er als Auferstandener erfahrbar ist und wie sie nun am besten in seinem Geist leben können. Er richtet sie auf, da sie sich verwaist fühlen und von der „Welt“ – ihren jüdischen Glaubensgeschwistern im Umfeld – unverstanden.
Jesus redet hier zwar von seinen „Geboten“, aber im Letzten gibt es nur ein einziges Gebot, nämlich das der Liebe.
In der Liebe bleibt ER gewissermaßen gegenwärtig.
Noch etwas kommt hinzu: Er wird nach seinem irdischen Abschied neu bei den Seinen bleiben - durch den Geist, den Beistand in jeder Hinsicht.
Vor allem wird der Geist die tiefere Wahrheit der gesamten Jesussendung nachösterlich erschließen und bestätigen. Das ist eine andere Wahrheit als die faktische der „Welt“ und kann nur von Geistbegabten erkannt werden, so auch das tiefe Einssein von Jesus und Vater und Jesus und den Seinen. Das bedeutet zugleich leben für immer.