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Inhalt:
Fr. 20.02.26

1. Fastensonntag 22. 2. 2026

2. Lesung Röm 5,12-19 „(….)

17 Denn ist durch die Übertretung des einen

der Tod zur Herrschaft gekommen, durch diesen einen,

so werden erst recht diejenigen,

denen die Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit

reichlich zuteil wurde,

im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.


Paulus gibt eine neue Geschichtsdeutung.

Die Misere des Sterbens und die Ursache des Todes wurde im Judentum schon auf den Sündenfall zurückgeführt. Das Buch Genesis schildert das. Das ist in gewissem Sinne die beste Erklärung bis heute, denn wenn wir einerseits an einen guten Gott glauben wollen, andererseits doch die Sünde, das Böse, den Tod mit ihm vereinbaren sollen, so kann das nicht an Gott selbst liegen, sondern an einer selbstverschuldenen Sünde. Der Mensch hätte im Paradies nicht sündigen müssen. Er hätte alle Möglichkeiten gehabt, bildete sich aber ein, wie Gott werden zu können. Sein Hochmut wurde ihm zum Verhängnis.

Weil alle Taten aber Folgen haben, sind wir bis heute in einem sündigen Geschichtsverlauf befangen. Das meint die Bibel nicht natur-biologisch, genetisch, erbgenetisch, sondern geistig sind wir miteinander verbunden, sodass sich Gutes wie Böses fortpflanzt. Der Apostel Paulus beschreibt das ja. Wenn es nun so einen tiefen Zusammenhang gibt, so taucht die Frage auf, können wir aus diesem Mechanismus/Determinismus noch aussteigen? Es müsste jemand kommen, der zwar auch gleiche menschliche Natur hat, gleiche Versuchungen kennt, gleiche Sündenanfälligkeit, aber das reine Bild vom Menschen wiederherstellt. Das ist für Paulus offenbar geworden. Der neue Adam, JESUS CHRISTUS, teil das Schicksal und hebt es zugleich auf, weil Gott selbst den Menschen, trotz Sünde und Tod, nicht verloren gehen lassen wollte. Die Absicht Gottes mit der Erschaffung des Menschen, dass er „Bild Gottes“ sein soll, ist nicht hinfällig geworden, Jesus hat es wiederhergestellt und zu einem guten Ende geführt. Daran kann der Mensch ebenso anknüpfen, wie er zugleich in die Sünde verstrickt bleibt.

Evangelium: Mt 4,1-11

In jener Zeit 1 wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt;

dort sollte er vom Teufel versucht werden.

2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte:

Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. (….)

 

Im Matthäusevangelium bildet das vierzigtägige Fasten eine Vorbereitungszeit auf das, was folgt. Dies mag wohl an Mose - Jesus , der neue Mose - der vor dem Empfang der Gebote Gottes fastete (Dtn 9,9.18), anklingen. Insgesamt sind biblisch auch ansonsten die 40 Tage (bzw. auch Jahre) eine Entwicklungs- und Reifungs-, manchmal auch eine Erprobungszeit. Jesus wird mit drei Versuchungen konfrontiert: a) dem Nachgeben gegenüber materiellen Wünschen, b) der leichtfertigen Inanspruchnahme der Hilfe Gottes und c) dem Abfall vom Glauben. Jesu Standhalten – auch bei der letzten Versuchung seines irdischen Weges, nämlich vom Kreuz herabzusteigen (Mt 27,40) – hat damit konkreten Vorbildcharakter für die ersten Gemeinden und für alle Getauften.

 

 

In den Versuchungen Jesu liegen Versuchungen eines jeden Getauften verborgen.

Die Schriftzitate Jesu stammen aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 8,3; 6,16; 6,13; 5,9). Damit reagiert er mit der Tora, dem Wort Gottes, auf die Versuchungen. Jesus bleibt diesem Wort, der Tora, treu. Allerdings zeigt sich bei der zweiten Versuchung auch der Teufel selbst als schriftkundig (Ps 91,11f in Mt 4,6). Mit dem Befehl „Weg mit dir, Satan“ enden die Versuchungen. Gleichzeitig hallt dieser Ruf auch bei der Zurückweisung Jesu gegenüber Petrus nach, als dieser den Leidensweg Jesu nicht für richtig hält (Mt 16,23). Somit fordert die Perikope letztlich jeden Getauften heraus, sich seiner Treue gegenüber Gott zu vergewissern.

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