6. Sonntag im Jahreskreis 15. 2. 2026
In den Sonntagen vorher war schon von der Weisheit Gottes die Rede im Sinne der Weisheit des Kreuzes, wodurch Frieden und Heilung in die Welt gebracht werden soll.
Heute wird diese christliche Weisheit nochmals der weltlichen Weisheit gegenübergestellt. In der Welt geht es um Eitelkeit und Ruhmsucht, um Prestige, Egoismus, Machtausübung, Täuschung – die christliche Welt ist anders geordnet.
Evangelium: Mt 5,17-37
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
17 Denkt nicht,
ich sei gekommen,
um das Gesetz und die Propheten aufzuheben!
Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben,
sondern um zu erfüllen. (…)
„Ihr habt gehört…“: V. 21.27.31.33
„Ich aber sage euch“: V. 22-26.28-30.32.34-37.
Die Menschen sollen die Gebote Gottes nicht nur formal befolgen, sondern sie übererfüllen. Wörtlich soll ihre Gerechtigkeit – ihr mitmenschliches Verhalten – großzügig „überfließen“. Wie Jesus sich diese „Übererfüllung“ vorstellt, zeigt er in sechs Beispielen mitmenschlicher Beziehungen.
Sie sind formuliert in einer zuspitzenden prophetischen Sprache, die überzeichnet, um die Botschaft sowie die Konsequenzen des Verhaltens deutlicher zu machen.
→ radikale Bejahung
→ radikale Zuwendung
→ radikale Verantwortung
→ radikale Wahrhaftigkeit
→ radikale Versöhnungsbereitschaft
→ grenzenlose Liebe
Die "Radikalisierung" darf man hier nicht übertreiben. Eher ist alles eine Erleichterung - gemäß dem schönen Wort Jesus ebenfalls bei Mt. "(...) meine Last ist leicht." (Mt 11)
Er appelliert an das Gewissen, das im Gutsein Gottes Halt und Orientierung findet.
Im alten Mönchtum war es stets eine zentrale Frage, wie es um die inneren Beweggründe des Verhaltens stehe. Die nötige Arbeit liegt im Innern. Alles Gute und Reine kann nur von daher kommen. Penibel vor allem auf das Äußere zu achten, dem die große Wichtigkeit zuzuerkennen, ist nicht selten ein Irrtum und immer eine Falle für das innere Wachstum.