5. Sonntag im Jahreskreis 8. 2. 2026
Paulus richtet seine Worte an eine Gemeinde, die im griechischen Denkhorizont Weisheit – die rechte Weise, zu leben – sehr hoch einschätzt. Für Paulus’ Geschmack aber wird sie in Korinth zu hoch bewertet. Selbst wenn die Korinther deshalb nicht zwangsläufig das Kreuz als „Torheit“ gesehen haben, wie die von Paulus zitierten „Heiden“ – Paulus fühlt sich genötigt, ihnen etwas entgegenzuhalten, das höher steht als alle Weisheit dieser Welt und dieser geradezu entgegenläuft: das Kreuz Christi.
Paulus kommt in „Schwäche und Furcht“, weil sein Auftreten der verkündeten Sache entsprechen muss. Er selbst wird zur Torheit, die andere im Kreuz sehen. Der Bote gleicht sich dadurch der Botschaft an, wird glaubwürdig, weil und wie Christus am Kreuz gelitten hat. Hier wie dort hat rhetorische Kunst und menschliche Weisheit keinen Platz. Wer Christus verkünden will, muss ihn als Gekreuzigten verkündigen, und wer ihn als Gekreuzigten verkündet, muss selbst zum Schwachen werden, da sich gerade darin Gottes Kraft offenbart. In der Schwachheit, wiewohl Paulus sehr gelehrt und redegewandt war, überzeugte der Apostel am meisten. Da hat er niemand verschreckt!
Evangelium: Mt 5,13-16
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
13 Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr,
außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.
14 Ihr seid das Licht der Welt. (…)
Die Leute schauen auf euch, ob ihr es wollt oder nicht, ob ihr euch dessen bewusst seid oder nicht! Das Bild von der Leuchte verweist möglicherweise auf Mt 4,16: So wie Jesus Licht für das Volk in der Finsternis ist, so sind es seine Jüngerinnen und Jünger später in seiner Nachfolge. Damit erinnern diese Bildworte auch an die Berufung Abrahams bzw. des Volkes Israel, Segen für die Völker zu sein, Gen 12,3.
Die Jüngerinnen und Jünger Jesu sind auserwähltes Volk, wie Israel. Christ ist man nicht für sich selbst, Christen haben einen Auftrag für die Welt.
Was das konkret auch heißt, kommt noch deutlicher in einem 3. Stück der Bergpredigt nächsten Sonntag 15. 2. zum Ausdruck - vom Töten und der Versöhnung u. a.