2. Sonntag nach Weihnachten 4. 1. 2026
Der ganze Hymnus Eph 1,3-14 besteht im griechischen Original aus einem einzigen Satz! Ein Hymnus ist zunächst etwas Gesungenes. Und es ist zur Zeit der Verfasser viel mehr etwas gewesen, das in den Menschen gesungen hat, als dass sie es gewollt, als Kunstform, gesungen hätten. Denn Hymnen haben Menschen auswendig gesungen. Im Hymnus schwangen sie sich tiefer ein in eine wohltuende Wahrheit, die schon in ihnen lebte. Es tat gut, sich zu erinnern und sich dafür immer neu zu öffnen und davon bewegen zu lassen in einer Art Einübung und noch mehr in einem Einschwingen, bis es einen ganz durchdringt und prägt.
Die Perspektive ist immer ein „Wir“, das empfängt, eine Gemeinschaft, kein individuelles Ich. Die hohe Verbundenheit mit Christus verbindet auch untereinander.
Evangelium: Joh 1,1-18
1 Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
2 Dieses war im Anfang bei Gott.
3 Alles ist durch das Wort geworden (…)
Der berühmte Prolog des Johannesevangeliums, Joh 1,1-18, ist zu verstehen als Lesehilfe: wie soll nach Auffassung der Verfasser das Johannesevangelium gelesen werden. Der Prolog ist Verkündigung (V. 1-13) und Bekenntnis (V. 14-18) derer, die sich zu Jesus Christus bekennen („wir“): Gottes ewiges Wort wird menschlich in dieser Welt erfahrbar („Fleisch“) in Jesus. Das drückt sich in Bildern aus: Er ist Licht und Leben für Menschen. Dennoch nehmen „die Seinen“ (das Volk Israel) das Wort Gottes zum großen Teil nicht an. Manche aber tun es doch und fühlen sich reich beschenkt als Gottes Kinder mit Treue, Gnade, Herrlichkeit.