30. Sonntag im Jahreskreis 26. 10. 2025
Heute der letzte Abschnitt. Gute zwei Monate haben uns die zwei Timotheus-Briefe begleitet. Sie gaben uns Einblicke in die nachfolgenden Generationen der Apostel, wie es weitergehen kann. Der Apostel Paulus/der Schreiber wurde dabei nicht müde, seinen Schüler und Nachfolger zur Treue und zur Weiterführung aufzufordern. Was er tun, was er meiden soll, was er erinneren, verkünden, leben soll.
Die Weitergabe an die nächste Generation – eine Hauptaufgabe unseres Lebens.
Heute schließt der Apostel Paulus (oder der fiktive Schreiber) alles ab, sehr feierlich, sehr pathetisch. Paulus, der große Verkünder des Evangeliums, schaut auf sein Leben zurück. Er sieht sich an der Schwelle des Todes, der ihn nicht schreckt. Er hat die Gewissheit, vom Herrn angenommen, ja belohnt zu werden.
Sein Vorbild möge ihn, Timotheus, und die damalige Gemeinde (und uns heute) ermutigen, durchzuhalten. Die Gemeinschaft mit Christus trägt auch in Schwierigkeiten, trotz aller Anfeindungen und Feindseligkeiten.
Evangelium: Lk 18,9-14
In jener Zeit
9 erzählte Jesus einigen,
die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren
und die anderen verachteten, dieses Gleichnis:
10 Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten;
der eine war ein Pharisäer,
der andere ein Zöllner. (…)
13 Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen
und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben,
sondern schlug sich an die Brust
und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Hochmut und Demut – das waren die Hauptgegensätze bei den Wüstenvätern im 3. u. 4. Jhd. Das „miserere“ – erbarme dich meiner, das ist in die Hl. Messe eingegangen, denn was möchten wir Gott gegenüber vorweisen?!
Die Demut war dann die größte Tugend bei den spirituellen Menschen, denn, was sind wir nicht, was wir nicht erhalten haben!
Jesus spricht schlussendlich mit Vollmacht von der „Gerechtigkeit“, die von Gott kommt.
Eine Kategorie, die bei Paulus dann sehr wichtig wurde – siehe besonders Römerbrief: Der Glaube wird als Gerechtigkeit angerechnet, nicht der eigene Verdienst.
Über die Demut dachten, wie gesagt, alle Wüstenväter und Kirchenväter nach. Der Mensch hat aus Hochmut das Paradies verloren.
Dabei wäre er schon als Abbild erschaffen worden.