19. Sonntag im Jahreskreis 11. 8. 2024
Wie schon letztes Mal, geht es im 4. Kapitel um Fragen konkreter Lebensgestaltung. Die christliche Gemeinde soll nicht leben wie die Heiden, deren Denken nichtig ist. (Es muss dort die üblichen Zänkereien gegeben haben). In der christlichen Gemeinde, bei aller Verschiedenheit der Menschen, soll etwas Gemeinsames, Höherwertiges den Zusammenhalt tragen und schützen: Die göttliche Liebe. Über die Freundschaft dachte die Antike viel nach. Ebenso über die Tugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung) – Nach Augustinus waren sie aber glänzende Laster. Es müssen zu den menschlichen Tugenden die göttlichen Tugenden hinzukommen: Glaube, Hoffnung Liebe.
Die Lesung beginnt mit dem Aufruf, die heilige Geistkraft nicht zu betrüben, oder in anderen Übersetzungen: sie nicht zu beleidigen.
Es folgen zwei sehr lebenspraktische Tipps: 1) entfernen: Entfernt werden sollen Lästerungen, Geschrei, Wut und Zorn; auch das Wort „Bitterkeit“ wird erwähnt. Es ist heilsam, sich selbst nur ein paar Stunden zu beobachten: Habe ich all das wirklich aus meiner Mitte verbannt? Weitere Lebenspraxis: 2) nachahmen.
Evangelium: Joh 6,41-51
In jener Zeit
41 murrten die Juden gegen Jesus,
weil er gesagt hatte:
Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
42 Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen?
43 Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!
44 Niemand kann zu mir kommen, (…)
Der johanneische Jesus bietet uns hier einen Einblick in seine himmlische Abstammung. Die wunderbare Brotvermehrung (Sonntag vor zwei Wochen) führte bereits zu einer übertragenen Auslegung (letzten Sonntag), „Ich bin das Brot des Lebens“; dies wird heute weiter geführt und begründet: Jesus ist der „Gesandte des Vaters“ zwecks Rettung der Welt. Seine göttliche Legitimität wird betont.