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Inhalt:
Do. 27.06.24

13. Sonntag im Jahreskreis Lesejahr 30. 6. 2024

2. Lesung: 2 Kor 8,7.9.13-15


Paulus schreibt den Menschen in Korinth von einer Kollekte, die er für die Gemeinde in Jerusalem sammeln will. Dabei verbindet Paulus Geld und Geist: Der geistliche Reichtum der Menschen in Korinth, die freiwillige Armut Jesu Christi und Gott, der allen genug zum Leben schenkt, gehören für Paulus eng zusammen.

Den Abschluss der Lesung bildet ein markantes Zitat aus dem Buch Exodus: Paulus führt die Erzählung von der Gabe des Manna in der Wüste (Ex 16; Num 11) als Beispiel dafür an, dass sich niemand um seinen Lebensunterhalt sorgen muss und es genug für alle gibt. Das Manna stillte während der vierzigjährigen Wüstenwanderung jeden Tag von Neuem zuverlässig den Hunger des Volkes, doch konnten davon keine Vorräte angelegt werden, weil das Manna nach einem Tag verdarb. Das Buch Deuteronomium sieht darin eine Art göttliche Pädagogik (Dtn 8). Trotzdem hatten auf wundersame Weise alle genug: „… keiner, der viel gesammelt hatte, hatte zu viel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte so viel gesammelt, wie er zum Essen brauchte“ (Ex 16,18, zitiert in 2 Kor 8,15). Dieses notwendige Vertrauen auf das tägliche Manna während der Wüstenzeit klingt auch in der Bitte um das „tägliche Brot“ im Vaterunser an. Aus diesem Vertrauen auf die Fürsorge Gottes heraus sollen, so Paulus in der Lesung, die Menschen in Korinth bis an die Grenze ihres eigenen Bedarfs, aber nicht darüber hinaus (V. 13), mit der Gemeinde in Jerusalem teilen.

 

Evangelium: Mk 5,21-43

In jener Zeit

21 fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber

und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn.

Während er noch am See war,

22 kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm.

Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen

23 und flehte ihn um Hilfe an;

er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben.

 

Ein auffällige Wechsel in der Bezeichnung der Zwölfjährigen vom „Töchterchen“ (Jaïrus) bis zur „jungen Frau“ (Jesus, Erzähler) kann zu einer übertragenen, symbolisch-psychologischen Deutung der Erzählung anregen: Die Zwölfjährige kann wieder aufstehen und findet zu (neuem) Leben, wenn sie an der Schwelle ihres Erwachsenwerdens nicht mehr als „Töchterchen“, „Tochter“ oder „Kind“ wahrgenommen wird, sondern – erstmals von Jesus – als die junge Frau gesehen und angesprochen wird, die sie ist.

Es liegt dann noch eine 2. Geschichte einer Heilung in dieser einen Geschichte: Die Heilung einer blutflüssigen Frau. Warum das so zusammengezogen ist? Beide Geschichten erzählen von Frauen, die aus massiver Not zu neuem Leben in seelischer und körperlicher Integrität finden, gerettet durch tiefen Glauben und die heilende Kraft Gottes. Zusammengelesen zeichnen die Erzählungen ein Hoffnungs-Bild, das Frauen in Israel über alle Lebensübergänge hinweg als freie Töchter Gottes zeigt, frei von Beeinträchtigungen und Einschränkungen jeder Art. Jesus vermittelt ihnen diese Würde.

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