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Inhalt:
Do. 30.05.24

9. Sonntag i. Jahreskreis 2. 6. 2024

2. Lesung: 2 Kor 4,6-11

Schwestern und Brüder!

6 Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!,

er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet,

damit aufstrahlt die Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi.

7 Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen;

so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.

8 Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben,und finden doch noch Raum; (…)

 

Das Aufleuchten Gottes in „unseren Herzen“ hat ein konkretes Ziel, nämlich: „damit aufstrahlt die Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi“, dass also in dem Menschen Jesus von Nazaret (genauer: auf seinem Antlitz) der göttliche Glanz (also seine innerste Verbindung mit Gott) erkannt werden kann.

Das hat Paulus bei seiner Berufung vor Damaskus erlebt: Er hat Jesus als Christus und Sohn Gottes vor seinem inneren Auge gesehen, im Innersten erkannt. Da Paulus gerade dies bis zu seiner Berufung vehement abgelehnt hatte und alle verfolgte, die das bereits vor ihm verkündigt haben, führt er es hier so grundsätzlich auf Gott zurück: Gott „musste“ Paulus gewissermaßen erst aus dem Innersten heraus erleuchten, damit Paulus den göttlichen Glanz auf dem Antlitz Christi überhaupt entdecken konnte. Allgemeiner und über Paulus hinaus formuliert: Es ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Gottesgeschenk, wenn jemand im Menschen Jesus von Nazaret das Wirken und die Gegenwart Gottes erkennt. Dass Jesus von Nazaret nicht „nur“ ein Prophet ist, sondern der Messias und Sohn Gottes, in innigster Weise mit Gott verbunden, ist eine gottgeschenkte Erleuchtung und ein Glaubensbekenntnis, keine Erkenntnis von Vernunft oder Plausibilität.

In seinem eigenen Leben hat Paulus jedoch die Erfahrung gemacht, dass diese große Erleuchtung und seine Berufung gerade nicht dazu geführt haben, dass er selbst ein strahlendes, unangefochtenes Leben geführt hätte. Im Gegenteil: Immer wieder, ja ständig, sieht er sich „in die Enge getrieben“, „weiß weder aus noch ein“, fühlt sich „gehetzt“ und „niedergestreckt“ (V. 8f)

Evangelium: Mk 2,23-3,6

2,23 An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder

und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

24 Da sagten die Pharisäer zu ihm:

Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt. (…)

 

Die Suche nach einer angemessenen Sabbatpraxis ist – für Jesus wie für die Pharisäer und andere jüdische Gruppen der Zeit – die (gemeinsame) Frage danach, wie der Sabbat zum Fest von Schöpfung und Befreiung werden kann.

In dieser Perspektive steht nicht mehr die Erlaubtheit oder das Verbot einzelner Handlungen am Sabbat im Vordergrund, sondern die grundsätzlichere Frage, wie der Sabbat als Tag der Erinnerung an die Befreiung aus dem Sklavenhaus Ägyptens und des Staunens über Gottes Schöpfung (vgl. Dtn 5,12-15) inhaltlich gefüllt werden kann.

 

Jesus beantwortet diese Frage durch die Heilung des Mannes mit der verdorrten Hand – in der Mitte der Synagoge (3,3b), also dort, wo die Tora vorgetragen und damit das Wort Gottes gegenwärtig hör- und erfahrbar wird. Ziel des Sabbats ist es demnach, dass Gottes Heilswille für Menschen und Welt heute erlebt werden kann. Die Heilung des Mannes ist deshalb nicht mehr primär eine Frage von „erlaubt“ oder „verboten“, sondern sie zeigt auf, wie der Sabbat im umfassenden Sinn zu seinem Ziel kommen kann.

 

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